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Kettner Edelmetalle
08.01.2026
22:15 Uhr

Rechenzentren treiben Strompreise in die Höhe: 40 Prozent der Kapazitätskosten durch Datenhunger der Tech-Giganten

Rechenzentren treiben Strompreise in die Höhe: 40 Prozent der Kapazitätskosten durch Datenhunger der Tech-Giganten

Die Energiewende nimmt bizarre Züge an. Während Politiker landauf, landab den Ausbau erneuerbarer Energien predigen und Bürger zum Stromsparen ermahnen, verschlingt eine Branche im Hintergrund gigantische Mengen an Elektrizität: die Rechenzentren. Eine aktuelle Analyse des unabhängigen Marktbeobachters Monitoring Analytics offenbart nun das erschreckende Ausmaß dieser Entwicklung im größten US-amerikanischen Stromnetz PJM Interconnection.

Milliardenschwere Belastung durch Datenzentren

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Bei der Dezember-Auktion für Stromkapazitäten entfielen satte 6,5 Milliarden US-Dollar – das entspricht 40 Prozent der Gesamtkosten von 16,4 Milliarden Dollar – allein auf den prognostizierten Strombedarf von Rechenzentren. Besonders brisant dabei: Rund 6,2 Milliarden Dollar dieser Kosten beziehen sich auf Datenzentren, die noch gar nicht existieren, aber bis zum Lieferjahr 2027/28 ans Netz gehen könnten.

Betrachtet man die letzten drei Kapazitätsauktionen zusammen, summieren sich die Kosten für prognostizierte Rechenzentrumslasten auf unfassbare 21,3 Milliarden Dollar. Das entspricht 45 Prozent der gesamten Kapazitätskosten von 47,2 Milliarden Dollar. Eine Entwicklung, die nicht nur Energieexperten alarmiert, sondern auch politische Gegenreaktionen in mehreren US-Bundesstaaten ausgelöst hat.

Prognosen voller Unsicherheit

Der Marktbeobachter formuliert seine Bedenken unmissverständlich:

„Die extreme Unsicherheit bei den Lastprognosen, die auf der Ungewissheit über den Zubau großer Rechenzentrumslasten basiert, ist einzigartig und beispiellos und wirft Fragen über die Bedeutung einer Kapazitätsauktion auf, die auf diesen Prognosen basiert."

Die Situation erinnert fatal an die Planwirtschaft vergangener Zeiten: Milliardenschwere Investitionen werden auf Basis von Prognosen getätigt, deren Zuverlässigkeit mehr als fragwürdig erscheint. Versorgungsunternehmen, staatliche Regulierungsbehörden und Netzbetreiber arbeiten mittlerweile fieberhaft daran, genauere Vorhersagen für den Strombedarf von Rechenzentren zu entwickeln – angesichts der Befürchtung, dass die bisherigen Schätzungen deutlich überhöht sein könnten.

Versorgungssicherheit in Gefahr

Bei der letzten Kapazitätsauktion verfehlte PJM sein Zuverlässigkeitsziel um beachtliche 6.516,6 Megawatt. Ein Defizit, das die Versorgungssicherheit für rund 67 Millionen Menschen im Mittleren Atlantik und Mittleren Westen der USA gefährdet. Der Netzbetreiber plant nun strengere Überprüfungen potenzieller Großverbraucher und will möglicherweise noch in diesem Monat Reformen bei der Anbindung von Rechenzentren vorschlagen.

Preisdeckel verhinderte Explosion der Stromkosten

Ohne einen Preisdeckel, der aus einer Vereinbarung mit dem demokratischen Gouverneur von Pennsylvania, Josh Shapiro, hervorging, wären die Kosten der letzten Auktion um weitere 9,9 Milliarden Dollar – also 38 Prozent – höher ausgefallen. In den beiden Auktionen, in denen dieser Mechanismus wirksam war, reduzierte er die Kapazitätskosten um geschätzte 13,1 Milliarden Dollar. Doch dieser Schutzmechanismus ist ausgelaufen und wird bei der nächsten Auktion nicht mehr zur Verfügung stehen.

Die Entwicklung zeigt einmal mehr, wie der ungezügelte Datenhunger der Tech-Industrie die Energieinfrastruktur vor massive Herausforderungen stellt. Während normale Verbraucher zur Sparsamkeit angehalten werden, bauen Konzerne wie Google, Amazon und Microsoft immer größere Rechenzentren – befeuert durch den Boom der künstlichen Intelligenz. Die Zeche zahlen am Ende die Stromkunden.

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