
Schokoladen-Magnat rechnet mit deutschem Bürokratie-Irrsinn ab: „Uns geht es noch zu gut"
Es sind deutliche Worte, die Andreas Ronken, Geschäftsführer des traditionsreichen Schokoladenherstellers Ritter Sport, in einem Interview mit T-online findet. Der Manager sieht Deutschland an einem kritischen Wendepunkt und diagnostiziert eine gefährliche Selbstzufriedenheit, die das Land in den wirtschaftlichen Abgrund zu treiben droht. „Oft denke ich: Uns geht es noch zu gut", so die ernüchternde Bilanz des Unternehmers.
Der Regulierungswahnsinn als Standort-Killer
Was Ronken als größte Bedrohung für den Wirtschaftsstandort Deutschland identifiziert, dürfte vielen mittelständischen Unternehmern aus der Seele sprechen: der ausufernde Regulierungswahnsinn. Ständig wechselnde Vorgaben, ein Dickicht aus Vorschriften und eine Bürokratie, die jede unternehmerische Initiative im Keim erstickt – das ist die Realität, mit der sich deutsche Firmen tagtäglich konfrontiert sehen.
Die Planungssicherheit, jenes kostbare Gut, das Investitionen erst ermöglicht, sei längst zur Mangelware geworden. Während andere Länder ihre Wirtschaft entfesseln, verstrickt sich Deutschland immer tiefer in ein Netz aus Regulierungen, das selbst erfahrene Unternehmer zur Verzweiflung treibt. „Wir brauchen mehr Pragmatismus", fordert Ronken – ein Appell, der in den Ohren der Berliner Politikerkaste vermutlich ungehört verhallen wird.
Die unbequeme Wahrheit über das Rentenalter
Doch der Ritter-Sport-Chef belässt es nicht bei Kritik an der Bürokratie. Er wagt sich auch an ein Thema heran, das in Deutschland traditionell als politisches Minenfeld gilt: das Rentenalter. „Wir sollten später in Rente gehen – weil wir es können", argumentiert Ronken und verweist auf die veränderten Arbeitsbedingungen. Die körperliche Belastung sei heute geringer als früher, das Gesundheitssystem ermögliche ein längeres Erwerbsleben.
Mit dem Verweis auf seinen früh verstorbenen Großvater illustriert er, wie dramatisch sich die Verhältnisse gewandelt haben. Viele Menschen würden heute sogar freiwillig länger arbeiten wollen. Eine These, die freilich nicht unwidersprochen bleibt – denn die Frage, ob Menschen aus Freude oder aus finanzieller Not länger arbeiten, bleibt dabei unbeantwortet.
Politische Lethargie und die letzte Chance
Besonders bemerkenswert ist Ronkens Einschätzung der politischen Lage. Deutschland verfüge zwar über eine starke Ausbildung und exzellente Forschung, doch echte Reformen kämen erst, wenn der Wohlstandsverlust bereits schmerzhaft spürbar sei. Eine bittere Diagnose, die das Versagen der politischen Klasse schonungslos offenlegt.
„Wir sind darauf angewiesen, dass diese Regierung – SPD und Union zusammen – das schafft. Sonst wird es wirklich eng."
Diese Warnung sollte in Berlin als Weckruf verstanden werden. Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz steht vor der Herkulesaufgabe, das Land aus der selbstverschuldeten Misere zu führen. Ob das gelingt, während gleichzeitig ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen die Staatsschulden in astronomische Höhen treibt, darf bezweifelt werden.
Das Russland-Dilemma: Zwischen Haltung und Verantwortung
Zur umstrittenen Entscheidung, trotz des Ukraine-Krieges am russischen Markt festzuhalten, bezieht Ronken ebenfalls Stellung. Es sei „eine der härtesten Entscheidungen" seines Berufslebens gewesen. Rund 100 Millionen Euro hätten auf dem Spiel gestanden, der russische Markt mache noch immer etwa 20 Prozent des Unternehmensumsatzes aus.
Ein sofortiger Rückzug hätte Arbeitsplätze gefährdet und Lieferketten zerstört. Ronken vergleicht die Situation mit einem hypothetischen China-Rückzug der deutschen Autoindustrie – ein Szenario, das die gesamte Branche in den Abgrund reißen würde. Die Tafel Ritter Sport kostet in Russland mittlerweile rund 200 Rubel, umgerechnet etwa 2,25 Euro. Gewinne werden kaum noch erzielt, doch das Unternehmen hält stand.
Ein Symptom des deutschen Niedergangs
Die Aussagen des Ritter-Sport-Chefs sind mehr als nur die Klagen eines einzelnen Unternehmers. Sie sind ein Symptom des schleichenden deutschen Niedergangs, der sich unter den Augen einer selbstgefälligen politischen Elite vollzieht. Während Brüssel immer neue Bürokratiemonster gebiert – die jüngste EU-Verpackungsverordnung umfasst stolze 124 Seiten – und Berlin diese pflichtschuldig in nationales Recht gießt, verliert Deutschland seine Wettbewerbsfähigkeit.
Die Frage ist nicht mehr, ob der Wohlstandsverlust kommt, sondern nur noch, wie dramatisch er ausfallen wird. Ronkens Warnung sollte als das verstanden werden, was sie ist: ein verzweifelter Hilferuf aus der Wirtschaft an eine Politik, die längst den Kontakt zur Realität verloren hat.
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