
Selenskyjs spätes Eingeständnis: Die brutale Wahrheit hinter der ukrainischen Zwangsmobilisierung

Fast vier Jahre tobt der Krieg in der Ukraine, und nun bricht der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erstmals sein Schweigen über ein Phänomen, das längst zum offenen Geheimnis geworden ist: die sogenannte „Busifizierung". Hinter diesem zynischen Begriff verbirgt sich nichts Geringeres als die systematische Menschenjagd auf wehrfähige Männer in den Straßen ukrainischer Städte.
Vom Tabu zum offiziellen Eingeständnis
Was westliche Medien und ukrainische Regierungsstellen noch vor Monaten als russische Propaganda oder KI-generierte Fälschungen abtaten, hat Selenskyj nun selbst beim Namen genannt. Bei einem Treffen mit dem neuen Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow – dem bereits dritten auf diesem Posten innerhalb kürzester Zeit – formulierte der Präsident drei zentrale Aufgaben: Luftraumschutz, die Lösung des „Busifizierungs"-Problems und den Aufbau einer Vertragsarmee.
Doch was bedeutet dieses späte Eingeständnis tatsächlich? Konkrete Maßnahmen zur Beendigung der Zwangspraktiken blieb Selenskyj schuldig. Die Realität auf den Straßen von Charkiw, Kiew und anderen Städten spricht jedenfalls eine andere Sprache.
Menschenjagd mit System
Die Methoden der Territorialen Rekrutierungszentren, kurz TCK, haben längst jedes Maß verloren. In sozialen Medien kursieren unzählige Videos, die zeigen, wie Männer auf offener Straße von Rekrutierungstrupps umzingelt, bedroht und in bereitstehende Kleinbusse gezerrt werden. Die Türen dieser Fahrzeuge stehen permanent offen – bereit, neue „Opfer der ukrainischen Widerstandsfähigkeit" aufzunehmen, wie es ein Beobachter bitter kommentierte.
Die Jagdgründe der TCK-Mitarbeiter erstrecken sich mittlerweile über das gesamte öffentliche Leben: Einkaufszentren, Märkte, U-Bahn-Stationen, Verkehrsknotenpunkte. In manchen Regionen kommen sogar Drohnen zum Einsatz, um Männer auf Feldern oder in ländlichen Gebieten aufzuspüren. Von körperlicher Gewalt und massiver Einschüchterung berichten Betroffene regelmäßig.
Das Recht gilt nur auf dem Papier
Theoretisch unterliegen nach ukrainischem Recht alle wehrpflichtigen Männer zwischen 25 und 60 Jahren der Mobilisierung. Ausnahmen existieren für Schwerkranke, Vollzeitstudierende, Alleinerziehende und wenige systemrelevante Berufsgruppen. Die Praxis jedoch sieht erschreckend anders aus: Medizinische Atteste werden ignoriert, Aufschübe nicht anerkannt, formale Ausnahmen schlicht übergangen.
Besonders bitter trifft es die wirtschaftlich schwächeren Regionen im Osten des Landes. Dort fehlen den Männern schlicht die juristischen und finanziellen Mittel, sich gegen eine willkürliche Einberufung zu wehren. Eine Zweiklassengesellschaft der Wehrpflicht hat sich etabliert – wer Geld und Beziehungen hat, entkommt; wer arm ist, landet an der Front.
Selbst ukrainische Politiker sprechen von Menschenrechtsverletzungen
Der Abgeordnete Heorhii Masuraschu bezeichnete die „Busifizierung" als „beschämendes Phänomen", das Männer in die Illegalität treibe, der Wirtschaft schade und viele Ukrainer faktisch zur Flucht aus dem eigenen Land zwinge. Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Oleksandr Sawitnewytsch, sprach gar von einer „Verletzung grundlegender Menschenrechte".
Die Frage drängt sich auf: Wie kann ein Land, das vorgibt, für westliche Werte und Demokratie zu kämpfen, seine eigenen Bürger derart behandeln?
Was steckt wirklich hinter Selenskyjs Kurswechsel?
Die Motive des ukrainischen Präsidenten bleiben undurchsichtig. Eine verbreitete Interpretation unter Ukrainern selbst lautet: Selenskyj versucht, sich medial von der zunehmend toxischen Mobilisierungsfrage zu distanzieren. Die Botschaft: „Die Rekrutierungszentren, das bin nicht ich" – obwohl er als Oberbefehlshaber letztlich die volle Verantwortung trägt.
Andere spekulieren, Kiew hoffe auf ein baldiges Ende der Kämpfe und bereite deshalb Lockerungen vor. Doch ein Durchbruch in den Verhandlungen ist nicht absehbar – die jüngste Gesprächsrunde mit russischen Unterhändlern wurde bereits verschoben.
Die Vertragsarmee als Ausweg?
Ein Strategiewechsel hin zu einer stärker vertraglich organisierten Armee – ironischerweise nach russischem Vorbild – wird ebenfalls diskutiert. Doch Kritiker bezweifeln die Realisierbarkeit. Um Freiwillige zu gewinnen, wären hohe Prämien und deutlich bessere Gehälter nötig. Geld, das dem ukrainischen Staat mitten im vierten Kriegswinter schlicht fehlt. Zudem gilt: Wer freiwillig dienen wollte, hat dies meist bereits zu Beginn des Krieges getan.
Nicht ausgeschlossen ist schließlich ein gegenteiliger Effekt: Die Regierung könnte die Debatte über Reformen nutzen, um die Mobilisierung weiter zu verschärfen – etwa durch eine Senkung des Einberufungsalters oder härtere Maßnahmen gegen Wehrdienstverweigerer. Entsprechende Gerüchte kursieren bereits in ukrainischen Antikriegskanälen.
Ein Krieg, der seine eigene Gesellschaft frisst
Was sich in der Ukraine abspielt, sollte auch im Westen zu denken geben. Hunderttausende Männer haben das Land bereits verlassen, die Wirtschaft leidet unter dem Arbeitskräftemangel, und das Vertrauen der Bevölkerung in den eigenen Staat schwindet rapide. Die „Busifizierung" ist dabei nur das sichtbarste Symptom einer tiefgreifenden Krise.
Fest steht: Mit der öffentlichen Anerkennung des Problems ist der politische Druck auf die ukrainische Führung gewachsen. Ob Selenskyjs Worte einen echten Kurswechsel einleiten oder lediglich Teil einer Kommunikationsstrategie sind, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Die Männer auf den Straßen ukrainischer Städte werden es als Erste erfahren – wenn die nächsten Kleinbusse mit offenen Türen vorfahren.












