
Silber auf dem Weg zu 85 Dollar: Warum das weiße Edelmetall 2026 alle Erwartungen sprengen könnte

Während sich deutsche Sparer weiterhin mit Minizinsen und einer schleichenden Geldentwertung herumschlagen müssen, vollzieht sich am internationalen Edelmetallmarkt eine Entwicklung, die aufhorchen lässt. Silber, lange Zeit der unterschätzte kleine Bruder des Goldes, schickt sich an, im Jahr 2026 eine historische Preismarke zu erreichen. Die Großbank J.P. Morgan prognostiziert einen durchschnittlichen Silberpreis von 81 US-Dollar je Unze – mit einem Spitzenwert von 85 Dollar im vierten Quartal. Zahlen, die noch vor wenigen Jahren als reine Phantasie abgetan worden wären.
Kein spekulativer Überschwang, sondern ein „höherer Boden"
Was die Analyse der amerikanischen Investmentbank besonders bemerkenswert macht, ist ihre nüchterne Grundthese: Es handele sich nicht um eine Blase, sondern um die Herausbildung eines strukturell höheren Preisniveaus. Silber finde 2026 zunehmend Halt – einen „höheren Boden", wie es die Analysten formulieren. Gleichzeitig bleibe die Obergrenze unklar, weil sich Chancen und Risiken in einer Dichte überlagerten, wie man sie selten beobachte.
Besonders aufschlussreich ist der Blick auf das Gold-Silber-Verhältnis. Dieses lag in früheren Krisenzeiten zeitweise bei über 100:1 – man brauchte also mehr als hundert Unzen Silber, um eine Unze Gold zu kaufen. Aktuell bewegt sich dieses Verhältnis auf Niveaus, die seit rund 15 Jahren nicht mehr erreicht wurden. Für erfahrene Edelmetall-Investoren ist das ein unmissverständliches Signal: Die Kräfteverhältnisse zwischen den beiden Metallen verschieben sich.
Trumps Zollpolitik und die Fed-Personalie als Preistreiber
Wer verstehen will, warum der Silberpreis in den vergangenen Monaten derart heftig schwankte, muss nach Washington blicken. Das US-Handelsministerium hatte eine Überprüfung kritischer Rohstoffe nach der berüchtigten „Section 232" durchgeführt – jener Regelung, die Handelsbeschränkungen aus Gründen der nationalen Sicherheit ermöglicht. Als Präsident Trump Mitte Januar zunächst auf neue Zölle auf Silberimporte verzichtete und stattdessen auf bilaterale Abkommen setzte, reagierte der Markt mit einer Erholung.
Doch dann kam der 30. Januar. Ein Tag, der Edelmetall-Investoren noch lange in Erinnerung bleiben dürfte. Mit der Ankündigung, Kevin Warsh als neuen Chef der Federal Reserve nominieren zu wollen, brach der Silberpreis laut J.P. Morgan um satte 27 Prozent ein. Gold verlor am selben Tag rund zehn Prozent. Ein eindrucksvoller – und für manchen schmerzhafter – Beweis dafür, wie stark Personalentscheidungen und geldpolitische Erwartungen selbst die härtesten Währungen der Welt kurzfristig erschüttern können.
Die strukturelle Achillesferse des Silbers
Anders als Gold verfügt Silber nicht über eine vergleichbar breite und stetige Käuferbasis. Zentralbanken weltweit horten Gold als Reserveinstrument – ein struktureller „Dip-Buyer", der bei Preisrückgängen verlässlich zugreift. Silber fehlt dieser mächtige Rückhalt. Das macht die Preisfindung volatiler und den „fairen" Wert schwerer bestimmbar. In Stressphasen könnte sich das Gold-Silber-Verhältnis daher rasch wieder nach oben bewegen.
Gleichzeitig ist genau diese Eigenschaft auch eine Chance. Denn wenn die Investmentnachfrage – insbesondere aus China und Indien – anzieht, kann sie den Preis mit einer Wucht nach oben treiben, die bei Gold in dieser Form kaum denkbar wäre. Kurzfristig, so die Analysten, bleibe die Investmentnachfrage der wichtigste Preistreiber überhaupt.
Industrielle Nachfrage: Segen und Fluch zugleich
Was Silber fundamental von Gold unterscheidet, ist sein Doppelcharakter als Edel- und Industriemetall. Rund 60 Prozent der Gesamtnachfrage – ohne ETF-Zuflüsse gerechnet – entfallen auf industrielle Anwendungen. Die Solarindustrie spielt dabei eine herausragende Rolle: Silberpaste wird in Photovoltaikmodulen zur Stromleitung verwendet, und der weltweite Ausbau erneuerbarer Energien treibt den Bedarf stetig nach oben.
Doch hier lauert auch das zentrale Risiko, das J.P. Morgan nicht verschweigt. Hohe Silberpreise könnten Hersteller dazu veranlassen, den Silberanteil pro Solarzelle zu reduzieren oder langfristig auf silberfreie Technologien wie Cadmium-Tellurid-Dünnschichtmodule umzusteigen. Die jüngste Preisrallye habe bereits einen „Beschleuniger" für solche Substitutionsprozesse in Gang gesetzt. Allerdings – und das ist der entscheidende Punkt – benötigten derartige Umstellungen Jahre. Kurzfristig ändere sich an der Angebots-Nachfrage-Dynamik wenig.
Angebot bleibt strukturell begrenzt
Ein weiterer Faktor, der für anhaltend hohe Preise spricht: Silber wird überwiegend als Nebenprodukt anderer Metalle gewonnen – etwa bei der Förderung von Kupfer, Blei oder Zink. Die Produktion ist daher wenig flexibel. Selbst wenn der Silberpreis durch die Decke geht, kann das Angebot nicht einfach hochgefahren werden wie bei einem Industriegut mit eigenen, dedizierten Minen. Diese strukturelle Angebotsverknappung bildet gewissermaßen das Fundament des „höheren Bodens", von dem J.P. Morgan spricht.
Was bedeutet das für den deutschen Anleger?
Für Bürger, die angesichts der ausufernden Staatsverschuldung – man denke nur an das jüngst beschlossene 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen der Bundesregierung – um die Kaufkraft ihrer Ersparnisse bangen, liefert die Silber-Analyse einen weiteren Grund, über physische Edelmetalle als Vermögenssicherung nachzudenken. Während Papiergeld durch politische Entscheidungen beliebig vermehrt werden kann, bleibt das Angebot an Silber und Gold naturgemäß begrenzt. In einer Welt, in der Regierungen Schulden auftürmen, als gäbe es kein Morgen, sind physische Edelmetalle mehr denn je ein Anker der Stabilität.
Die Prognose von J.P. Morgan – 85 Dollar je Unze bis Jahresende 2026 und ein Durchschnitt von 85 Dollar für 2027 – mag ambitioniert klingen. Doch wer die fundamentalen Daten betrachtet, erkennt: Die Argumente für ein strukturell höheres Silberpreisniveau sind stichhaltig. Ob als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio oder als bewusste Absicherung gegen die inflationären Folgen einer verantwortungslosen Fiskalpolitik – physisches Silber verdient einen festen Platz in der Vermögensplanung.
Für 2026 wird ein durchschnittlicher Silberpreis von 81 US-Dollar je Unze prognostiziert, wobei das vierte Quartal mit 85 US-Dollar den höchsten Quartalsdurchschnitt erreichen soll.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Informationen und Einschätzungen dienen ausschließlich der allgemeinen Information und spiegeln die Meinung unserer Redaktion wider. Jede Anlageentscheidung sollte auf Basis eigener, sorgfältiger Recherche und gegebenenfalls nach Rücksprache mit einem qualifizierten Finanzberater getroffen werden. Für Verluste, die aus der Nutzung der hier veröffentlichten Informationen entstehen, übernehmen wir keinerlei Haftung.
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