
Triumph der Braunkohle: CO₂-Preisverfall entlarvt das Scheitern der Energiewende

Was für eine Ironie der Geschichte! Während die politische Klasse in Berlin jahrelang den Kohleausstieg als alternativlos predigte und Milliarden in die sogenannte Energiewende pumpte, erleben ausgerechnet Deutschlands klimaschädlichste Kraftwerke ein fulminantes Comeback. Der Grund ist so simpel wie entlarvend: Die CO₂-Preise sind gefallen, und plötzlich rechnet sich die gute alte Braunkohle wieder besser als das hochgelobte Erdgas.
Der Markt spricht eine deutliche Sprache
Mitte Januar brachen die Preise für Emissionszertifikate binnen weniger Tage um rund acht Prozent ein. Investoren nahmen Gewinne mit, die Markterwartungen verschoben sich – und schon war es passiert: Braunkohlekraftwerke wurden erstmals seit November wieder profitabel. Die Folgen ließen nicht lange auf sich warten. Die tägliche Stromerzeugung aus Braunkohle stieg um mehr als zehn Prozent gegenüber der Vorwoche, wie Analysen von Energy Aspects und der London Stock Exchange Group belegen.
Für all jene, die seit Jahren gebetsmühlenartig verkünden, die Energiewende sei auf einem guten Weg, ist dies ein schmerzhafter Realitätscheck. Denn die nüchterne Wahrheit lautet: Auch nach Jahren des milliardenschweren Ausbaus von Wind- und Solaranlagen entscheiden in Phasen hoher Nachfrage weiterhin knallharte Preise und Kosten darüber, welche Kraftwerke tatsächlich laufen.
Winterliche Kältewelle offenbart die Achillesferse
Besonders pikant wird die Situation, wenn man einen Blick auf die jüngste Kältephase wirft. Nach Daten des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme deckten konventionelle Kraftwerke zeitweise nahezu die Hälfte des gesamten deutschen Strombedarfs. Die Hälfte! Und das in einem Land, das sich rühmt, Vorreiter der grünen Transformation zu sein.
„Braunkohlekraftwerke dürften kurzfristig profitabler bleiben als Gaskraftwerke", erklärt Nathalie Gerl, Chefanalystin für Strommärkte bei der London Stock Exchange Group. Der CO₂-Preis sei schlicht nicht hoch genug, um den Einsatz der emissionsintensivsten Kraftwerke dauerhaft zu verdrängen.
Im Gesamtjahr 2024 lag der Anteil der Braunkohle bei rund 16 Prozent der öffentlichen Nettostromerzeugung – damit war sie nach Wind- und Solarenergie weiterhin die drittwichtigste Stromquelle. Zwar fiel die Produktion auf den niedrigsten Stand seit den frühen 1960er-Jahren, doch ihre systemische Bedeutung bleibt ungebrochen.
Gaskraftwerke: Versprochen, gebrochen, verschoben
Die eigentliche Pointe dieser Entwicklung liegt jedoch woanders. Während die Politik vollmundig den Kohleausstieg bis 2030 verkündete, hinkt der Bau der dringend benötigten Gaskraftwerke als flexible Reserve dramatisch hinterher. Zwar haben sich Bund und EU Mitte Januar auf Eckpunkte für neue Gaskraftwerke mit einer Kapazität von zwölf Gigawatt verständigt. Doch bis diese Anlagen tatsächlich am Netz sind, werden Jahre vergehen.
In der Branche wächst deshalb die Überzeugung, dass bestehende Kohlekraftwerke deutlich länger in Betrieb bleiben werden als politisch vorgesehen – schlicht, weil gesicherte Ersatzkapazitäten fehlen. Der für 2030 angestrebte Kohleausstieg steht damit erneut unter Vorbehalt. Welch ein Armutszeugnis für eine Regierung, die sich die Klimaneutralität auf die Fahnen geschrieben hat!
China macht es vor – auf seine Weise
Ein Blick nach China verdeutlicht, wie unterschiedlich der internationale Umgang mit Kohlekraftwerken ausfällt. Die Volksrepublik plant allein in diesem Jahr den Bau von 85 neuen Kohlekraftwerken und nutzt sie zunehmend als strategische Reserve. Trotz wachsender Kohlekapazitäten stagnieren Chinas CO₂-Emissionen zuletzt sogar oder sinken leicht. Für Deutschland mag das kein Vorbild sein, doch es zeigt eines überdeutlich: Kohlekraftwerke können als Reserve gedacht sein und müssen nicht automatisch dann laufen, wenn sie kurzfristig am billigsten sind.
Die deutsche Energiepolitik hingegen hat sich in ein ideologisches Korsett gezwängt, das weder wirtschaftlich noch versorgungstechnisch tragfähig ist. Statt pragmatischer Lösungen regiert der Wunsch nach moralischer Überlegenheit – mit dem Ergebnis, dass der deutsche Bürger am Ende die Zeche zahlt: durch hohe Strompreise, unsichere Versorgung und eine Industrie, die zunehmend das Weite sucht.
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