
Trump pokert im Zollstreit: 90 Tage Gnadenfrist für China – doch der wahre Preis kommt später
Die Handelsschlacht zwischen Washington und Peking erhält eine weitere Atempause. Kurz vor Ablauf der bisherigen Frist unterzeichnete US-Präsident Donald Trump ein Dekret, das die Aussetzung der erhöhten Zölle bis zum 10. November verlängert. Was auf den ersten Blick wie ein diplomatischer Erfolg aussieht, könnte sich als gefährliche Verzögerungstaktik entpuppen.
Das große Pokerspiel geht in die Verlängerung
Trump spricht von „konstruktiven" Gesprächen und betont, man verstehe sich „sehr gut mit China". Doch hinter dieser Fassade brodelt es gewaltig. Die USA hatten die Einfuhrzölle auf chinesische Waren schrittweise auf bis zu 145 Prozent erhöht – ein Paukenschlag, der Peking zu Gegenzöllen von bis zu 125 Prozent provozierte. Nun gelten vorübergehend die reduzierten Sätze: Washington verlangt 30 Prozent, Peking nur 10 Prozent.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Das US-Warenhandelsdefizit mit China betrug im letzten Jahr satte 295,5 Milliarden Dollar – ein Anstieg von 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Während Trump von Fortschritten schwärmt, wächst das Ungleichgewicht munter weiter.
Sojabohnen als Druckmittel – und die Rechnung zahlt der Verbraucher
Im Zentrum der Verhandlungen stehen ausgerechnet Sojabohnen. China hatte sich 2020 verpflichtet, über zwei Jahre US-Agrarprodukte im Wert von 32 Milliarden Dollar zu kaufen. Doch seit 2022 gehen die Käufe zurück – ein klares Signal, dass Peking nicht gewillt ist, sich von Washington erpressen zu lassen.
Während die Politiker pokern, leiden deutsche Verbraucher unter den Folgen dieser Handelskriege. Die globalen Lieferketten geraten durcheinander, Preise steigen, und am Ende zahlt der kleine Mann die Zeche für die Machtspiele der Großmächte.
Der Technologiekrieg eskaliert – Deutschland zwischen den Fronten
Besonders brisant wird es beim Thema Technologie. Trump verlangte von Nvidia-Chef Jensen Huang einen Anteil von 15 Prozent bei KI-Chip-Verkäufen nach China – „für das Land", wie er betont. Ursprünglich wollte er sogar 20 Prozent. Diese Erpressungstaktik zeigt, wie skrupellos Washington seine Marktmacht missbraucht.
Gleichzeitig kontrolliert China den Markt für seltene Erden – unverzichtbar für Smartphones, Bildschirme und Halbleiter. Ein gefährliches Monopol, das die westliche Technologieindustrie in eine fatale Abhängigkeit treibt. Deutsche Unternehmen sitzen zwischen den Stühlen und müssen zusehen, wie ihre Wettbewerbsfähigkeit im Zangengriff der Supermächte zerrieben wird.
Die wahre Gefahr: Inflation und wirtschaftliche Instabilität
Diese Zollspielchen mögen für Trump innenpolitische Punkte bringen, doch die langfristigen Folgen sind verheerend. Höhere Zölle bedeuten höhere Preise – eine simple Wahrheit, die Politiker gerne verschweigen. In Zeiten, in denen die deutsche Regierung mit ihrem 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen die Inflation weiter anheizt, sind solche Handelskriege Gift für die Kaufkraft der Bürger.
Die „Volkszeitung", Sprachrohr der Kommunistischen Partei Chinas, gibt sich versöhnlich und spricht von „konstruktivem Dialog". Doch wer die Geschichte kennt, weiß: Peking spielt das lange Spiel. Während Trump mit kurzfristigen Erfolgen prahlt, baut China systematisch seine wirtschaftliche Dominanz aus.
Gold als sicherer Hafen in stürmischen Zeiten
In diesem Umfeld geopolitischer Unsicherheiten zeigt sich einmal mehr die Weisheit traditioneller Anlagestrategien. Während Aktienmärkte von den Launen der Politik abhängen und Immobilien unter steigenden Zinsen leiden, bewährt sich physisches Gold als stabiler Wertspeicher. Nicht umsonst betonte Trump kürzlich, dass auf Gold keine Zölle erhoben werden – selbst er erkennt die besondere Stellung des Edelmetalls an.
Die 90-tägige Verlängerung mag kurzfristig Erleichterung bringen, doch sie ist nur ein Aufschub des Unvermeidlichen. Die strukturellen Probleme bleiben ungelöst, die Spannungen nehmen zu. Kluge Anleger sollten diese Atempause nutzen, um ihr Vermögen krisenfest zu machen. In einer Welt, in der Handelskriege mit einem Tweet beginnen können, ist die Beimischung physischer Edelmetalle keine nostalgische Marotte, sondern schlichte Vernunft.
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