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Kettner Edelmetalle
16.12.2025
17:45 Uhr

Trumps Ukraine-Verhandler: Wenn Familiengeschichte zur diplomatischen Strategie wird

Die amerikanische Delegation, die derzeit im Auftrag von Präsident Donald Trump mit der ukrainischen Seite in Berlin verhandelt, offenbart eine bemerkenswerte Gemeinsamkeit, die weit über bloßen Zufall hinausgeht. Alle drei Hauptverhandler – Jared Kushner, Steve Witkoff und General Alexus Grynkewich – tragen familiäre Wurzeln im ehemaligen Zarenreich beziehungsweise in der Sowjetunion in sich. Genauer gesagt: in Belarus.

Strategisches Kalkül oder glückliche Fügung?

Während die üblichen Verdächtigen aus dem linksliberalen Establishment der Trump-Regierung vorwerfen, ein außenpolitisch unerfahrenes Team zusammengestellt zu haben, könnte die gemeinsame osteuropäische Herkunft der Verhandler durchaus strategisches Kalkül sein. Denn wer die Geschichte Osteuropas nicht nur aus Büchern kennt, sondern durch die Erzählungen seiner Vorfahren verinnerlicht hat, bringt möglicherweise ein tieferes Verständnis für die komplexen Verwerfungen der Region mit als manch akademisch geschulter Karrierediplomat.

Es ist bezeichnend, dass ausgerechnet jene Kritiker, die sonst bei jeder Gelegenheit die Bedeutung von Diversität und kultureller Sensibilität betonen, diese personelle Entscheidung als Schwäche interpretieren. Dabei könnte sie sich als Trumps Trumpfkarte erweisen.

Kushner: Eine Familiengeschichte zwischen Grauen und Überleben

Die dramatischste Familiengeschichte trägt zweifellos Jared Kushner mit sich. Seine Urgroßeltern Zeidel und Hinda Kushner stammten aus Nowogrudok im heutigen Belarus und waren Gefangene im dortigen Ghetto während der deutschen Besatzung. Am 26. September 1943 gelang der Familie die Flucht durch einen 200 Meter langen Tunnel – es handelte sich um die größte Massenflucht aus einem Ghetto während des Zweiten Weltkriegs.

Vier Monate lang gruben die Gefangenen und bewegten dabei etwa 250 Tonnen Erde, die sie auf Dachböden, zwischen Wänden und in Brunnen versteckten. Von mehr als 230 Flüchtlingen überlebte etwa die Hälfte. Kushners Urgroßvater Zeidel, ein Kürschner, entkam mit seinen Töchtern Raya und Leya, während seine Frau Hinda und die Tochter Esther bei Massenerschießungen ermordet wurden. Der Sohn Honya starb unmittelbar beim Verlassen des Tunnels durch eine Kugel.

Die Überlebenden schlossen sich der Partisaneneinheit von Tuvia Bielski an, die als „Wald-Jerusalem" bekannt wurde. Nach Kriegsende emigrierte die Familie über Rumänien in die USA. Kushners Vater Charles besuchte Nowogrudok mehrfach und finanzierte 2019 eine Gedenkwand mit den Namen aller Tunnelflüchtlinge.

Witkoff: Spuren in die Schwarzmeerregion

Steve Witkoff, Trumps Sondergesandter für den Nahen Osten, wurde 1957 in der Bronx als Sohn der Unternehmer Martin und Lois Witkoff geboren. Offizielle Bestätigungen seiner russischen Wurzeln fehlen zwar, doch Presseberichten zufolge wurden seine Großeltern väterlicherseits im Russischen Reich geboren.

Angesichts seiner jüdischen Herkunft liegt die Vermutung nahe, dass seine Vorfahren Ende des 19. oder Anfang des 20. Jahrhunderts aus dem sogenannten Ansiedlungsrayon emigrierten – jener Region im westlichen Zarenreich, die heute die Ukraine, Belarus, Litauen und Teile Russlands umfasst, in der Juden zwangsweise angesiedelt waren. Millionen flohen damals vor Pogromen, wirtschaftlichen Beschränkungen und politischer Verfolgung nach Nordamerika.

General Grynkewich: Von Minsker Einwanderern zum NATO-Oberbefehlshaber

General Alexus Grynkewich, seit Juli 2025 Oberkommandierender der amerikanischen Streitkräfte in Europa und Supreme Allied Commander Europe der NATO, ist ebenfalls belarussischer Abstammung. Sein Urgroßvater Elias Grynkevitch wanderte 1899 aus Minsk, damals Teil des Russischen Reiches, in die USA ein.

Der 1971 geborene Grynkewich absolvierte die U.S. Air Force Academy und diente als F-16- und F-22-Pilot mit mehr als 2300 Flugstunden. Vor seiner Ernennung zum EUCOM-Kommandeur leitete er als Director for Operations beim Joint Staff die Unterstützung der USA für die Ukraine im Krieg gegen Russland. Ein Mann also, der die Region nicht nur aus der Familiengeschichte, sondern auch aus operativer Perspektive kennt.

Persönliche Verbindung als diplomatischer Vorteil

Die persönliche Verbindung zur Region – geprägt von Verfolgung, Flucht und Neuanfang – schafft möglicherweise ein Verständnis für die komplexen historischen Verwerfungen zwischen Russland und seinen westlichen Nachbarn, das rein akademisch geschulten Diplomaten schlichtweg fehlt. Wer die Geschichten von Pogromen, Ghettos und erzwungener Emigration aus dem Familiengedächtnis kennt, begreift die Tiefe der Traumata, die diese Region bis heute prägen.

Es wäre naiv zu glauben, dass Trump diese Personalentscheidungen dem Zufall überlassen hätte. Der amerikanische Präsident, dem seine Kritiker gerne mangelndes strategisches Denken unterstellen, hat hier möglicherweise einen Schachzug vollzogen, dessen Tragweite erst in den kommenden Monaten sichtbar werden wird. Denn während europäische Verbündete und Teile des US-Establishments weiterhin kritisieren, dass die Trump-Regierung außenpolitische Neulinge in Schlüsselpositionen befördert, könnte genau diese unkonventionelle Herangehensweise den Durchbruch in festgefahrenen Verhandlungen bringen.

Die Berliner Gespräche werden zeigen, ob die gemeinsame osteuropäische Familiengeschichte der drei Verhandler tatsächlich als Brücke zu den Konfliktparteien dienen kann – oder ob die Kritiker am Ende Recht behalten. Eines steht jedoch fest: Trump hat mit dieser Personalauswahl ein deutliches Signal gesetzt, dass er die Ukraine-Frage nicht den üblichen Washingtoner Apparatschiks überlassen will.

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