
Ukraine-Krieg: USA drängen auf Friedensabkommen bis Juni

Die diplomatischen Bemühungen um ein Ende des Ukraine-Krieges nehmen an Fahrt auf. Nach den jüngsten Verhandlungen in Abu Dhabi haben die Vereinigten Staaten zu einer neuen Gesprächsrunde eingeladen – diesmal auf amerikanischem Boden. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte am Samstag, dass Washington erstmals ein direktes Treffen zwischen ukrainischen und russischen Unterhändlern in den USA vorgeschlagen habe.
Treffen in Miami bereits für kommende Woche geplant
Das nächste Zusammentreffen der Delegationen aus der Ukraine, Russland und den USA soll voraussichtlich in der kommenden Woche in Miami stattfinden. Bemerkenswert ist dabei der ambitionierte Zeitrahmen, den Washington offenbar anstrebt: Die amerikanische Seite wolle ein Ende des mittlerweile fast vier Jahre andauernden Konflikts bis zum Beginn des Sommers erreichen, konkret bis Juni dieses Jahres.
Die Ukraine habe den Gesprächen in den USA zugestimmt, erklärte Selenskyj vor Journalisten. Damit würde erstmals seit Kriegsbeginn ein direkter Dialog zwischen den Konfliktparteien auf neutralem Boden in Nordamerika stattfinden.
Maximalforderungen beider Seiten erschweren Einigung
Trotz der diplomatischen Fortschritte bleiben die Positionen beider Kriegsparteien weit auseinander. Russlands Präsident Wladimir Putin beharrt weiterhin auf der vollständigen Kontrolle über die gesamte Region Donezk im Osten der Ukraine – einschließlich jener Gebiete, die nach wie vor unter ukrainischer Kontrolle stehen. Kiew lehnt diese Forderung kategorisch ab und hat stattdessen ein Einfrieren des Konflikts entlang des aktuellen Frontverlaufs vorgeschlagen.
Die USA haben einen Kompromissvorschlag eingebracht: Die ukrainisch kontrollierten Gebiete in Donezk könnten zu einer sogenannten Freihandelszone erklärt werden, in der keine der beiden Seiten militärische Macht ausüben würde. Selenskyj äußerte sich dazu vorsichtig optimistisch:
„Selbst wenn es uns gelingt, eine Freihandelszone zu schaffen, brauchen wir faire und verlässliche Regeln."
Streitpunkt Atomkraftwerk Saporischschja
Neben den territorialen Fragen bleibt auch der künftige Status des Atomkraftwerks Saporischschja ungeklärt. Die größte Nuklearanlage Europas befindet sich derzeit unter russischer Kontrolle und stellt einen weiteren sensiblen Verhandlungspunkt dar. Eine Einigung über die Zukunft des Kraftwerks konnte bislang nicht erzielt werden.
Verhandlungen in Abu Dhabi zeigten erste Fortschritte
Die zweite Runde der Verhandlungen zwischen Russland, der Ukraine und den USA war am Donnerstag in Abu Dhabi zu Ende gegangen. Alle beteiligten Parteien sprachen nach dem zweitägigen Treffen von Fortschritten, räumten jedoch auch schwierige Gespräche ein. Einen echten Durchbruch für ein Ende der Kampfhandlungen gab es nicht.
Immerhin konnten Kiew und Moskau erneut einen Gefangenenaustausch vereinbaren und kündigten die Fortsetzung der Gespräche an. Seit dem russischen Angriff am 24. Februar 2022 besetzt Russland derzeit rund 20 Prozent des ukrainischen Staatsgebiets.
Ob die von Washington gesetzte Frist bis Juni realistisch ist, bleibt angesichts der verhärteten Fronten auf beiden Seiten fraglich. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Verlegung der Gespräche auf amerikanischen Boden tatsächlich neue Dynamik in die festgefahrenen Verhandlungen bringen kann.

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