
US-Ökonom Sachs rechnet mit Merz ab: „Lernen Sie Geschichte!"
Ein offener Brief sorgt für Aufsehen in der deutschen Hauptstadt. Der renommierte amerikanische Wirtschaftswissenschaftler Jeffrey Sachs von der Columbia University hat sich in einem bemerkenswert scharfen Schreiben direkt an Bundeskanzler Friedrich Merz gewandt – und dabei kein Blatt vor den Mund genommen. Was der Professor dem deutschen Regierungschef vorwirft, dürfte manchem Transatlantiker die Schamesröte ins Gesicht treiben.
Eine schonungslose Abrechnung mit westlicher Doppelmoral
Sachs, der als einer der einflussreichsten Ökonomen der Welt gilt, zerlegt in seinem Brief die Narrative der westlichen Ukraine-Politik mit chirurgischer Präzision. Seine zentrale These: Die europäische Sicherheitsarchitektur wurde nicht von Russland zerstört, sondern durch jahrzehntelange westliche Ignoranz gegenüber legitimen russischen Sicherheitsinteressen systematisch untergraben.
„Sicherheitsgarantien sind keine Einbahnstraßen. Sie wirken in beide Richtungen."
Der Ökonom erinnert den Kanzler an unbequeme historische Wahrheiten, die im politischen Berlin offenbar in Vergessenheit geraten sind. Die Zusicherungen an die sowjetische Führung nach 1990, dass die NATO nicht nach Osten expandieren würde – Deutschland habe davon „enorm profitiert", so Sachs. Die rasche Wiedervereinigung innerhalb der NATO wäre ohne diese Zusagen schlicht unmöglich gewesen.
Das Versagen der deutschen Diplomatie
Besonders hart geht Sachs mit der deutschen Rolle in der Ukraine-Krise seit 2014 ins Gericht. Das von Deutschland mitgarantierte Abkommen vom 21. Februar 2014 zwischen Präsident Janukowitsch und der Opposition sei innerhalb weniger Stunden gescheitert. Was folgte, war ein gewaltsamer Umsturz, den Berlin umgehend anerkannte und unterstützte. Das Minsker Abkommen II von 2015, bei dem Deutschland erneut als Garantiemacht fungierte, wurde sieben Jahre lang nicht umgesetzt.
Die bittere Pointe: Ehemalige europäische Staats- und Regierungschefs haben inzwischen eingeräumt, dass Minsk weniger als Friedensplan denn als Verteidigungsmaßnahme behandelt wurde – ein Eingeständnis, das die moralische Überlegenheitsrhetorik des Westens ad absurdum führt.
Konkrete Forderungen für einen Ausweg
Sachs belässt es nicht bei Kritik, sondern skizziert einen konkreten Weg aus der Eskalationsspirale. Seine Kernforderungen sind unmissverständlich:
Ein Ende der NATO-Osterweiterung um die Ukraine und Georgien. Neutralität für die Ukraine, gestützt auf internationale Garantien. Entmilitarisierung der Grenzregionen durch überprüfbare Abkommen. Die Aufhebung der Sanktionen im Rahmen einer Verhandlungslösung. Eine Rückkehr zur OSZE als zentralem Forum für europäische Sicherheit.
Die vergessene Weisheit der Ostpolitik
Der amerikanische Professor erinnert an eine Zeit, als deutsche Außenpolitik noch von strategischer Reife geprägt war. Die Ostpolitik Willy Brandts sei keine Schwäche gewesen, sondern habe erkannt, dass Europas Stabilität von Dialog, Rüstungskontrolle und der Achtung legitimer Sicherheitsinteressen abhängt.
„Genug der Propaganda! Genug der moralischen Infantilisierung der Öffentlichkeit!"
Diese Worte treffen einen Nerv. Denn tatsächlich werden die Europäer seit Jahren mit einer Schwarz-Weiß-Rhetorik konfrontiert, die jeden Versuch diplomatischer Lösungen als „Appeasement" diffamiert. Sachs hält dagegen: Die Europäer seien durchaus in der Lage zu verstehen, dass Sicherheitsdilemmata real sind und NATO-Aktionen Konsequenzen haben.
Ein Weckruf für die deutsche Politik
Was macht diesen Brief so bemerkenswert? Es ist nicht nur der Inhalt, sondern auch der Absender. Jeffrey Sachs ist kein russischer Propagandist, sondern ein hochdekorierter amerikanischer Wissenschaftler, der unter anderem als Berater für die Vereinten Nationen tätig war. Wenn ein solcher Mann dem deutschen Kanzler öffentlich Geschichtsvergessenheit vorwirft, soll das in Berlin eigentlich Alarm auslösen.
Stattdessen dürfte der Brief in den Schubladen des Kanzleramts verschwinden, während die Kriegsrhetorik unvermindert weitergeht. Dabei wäre gerade jetzt der Moment für einen Kurswechsel. Die europäische Wirtschaft leidet unter den Sanktionen, die Energiepreise belasten Bürger und Unternehmen, und ein Ende des Konflikts ist nicht in Sicht.
Sachs schließt seinen Brief mit einer Mahnung, die an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig lässt: „Die Geschichte wird beurteilen, woran sich Deutschland erinnert – und was es vergisst." Man kann nur hoffen, dass diese Worte nicht ungehört verhallen. Denn die Alternative zur Diplomatie ist nicht der Sieg, sondern die Katastrophe.
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