
USA schmiedet Rohstoff-Allianz gegen China: EU, Japan und Mexiko an Bord
Die geopolitischen Karten werden neu gemischt. Washington hat einen strategischen Schachzug vollzogen, der die globale Rohstofflandschaft nachhaltig verändern könnte. Die Vereinigten Staaten haben sich mit der Europäischen Union, Japan und Mexiko zusammengeschlossen, um Chinas erdrückende Dominanz bei kritischen Mineralien zu brechen. Ein Vorhaben, das längst überfällig war.
Vizepräsident Vance gibt den Ton an
Bei einem hochrangigen Ministertreffen in Washington, an dem Vertreter aus über 50 Ländern teilnahmen, machte Vizepräsident JD Vance unmissverständlich klar, worum es geht. Der internationale Markt für kritische Mineralien sei gescheitert, so Vance in seiner Eröffnungsrede. Konsistente Investitionen seien nahezu unmöglich, solange die Preise derart unberechenbar schwankten. Bergbau- und Verarbeitungsprojekte mussten aufgrund dieser Volatilität bereits aufgegeben werden – ein Zustand, den die westlichen Industrienationen nicht länger hinnehmen wollen.
Die Lösung, die Vance präsentierte, klingt so simpel wie revolutionär: Ein präferentielles Handelszentrum für kritische Mineralien, geschützt vor externen Störungen. Koordinierte Preisuntergrenzen sollen Investoren die dringend benötigte Planungssicherheit geben. Denn wer investiert schon Milliarden in ein Minenprojekt, wenn Peking mit einem Federstrich die Preise in den Keller schicken kann?
Die Achse der Rohstoff-Sicherheit
US-Handelsbeauftragter Jamieson Greer verkündete, dass die USA, die Europäische Kommission und Japan gemeinsam Aktionspläne für die Widerstandsfähigkeit der Lieferketten kritischer Mineralien entwickeln werden. Innerhalb von 30 Tagen soll eine Absichtserklärung unterzeichnet werden. Die Nationen planen koordinierte Handelspolitiken und Mechanismen wie grenzüberschreitende Preisuntergrenzen, um Schwachstellen in den Lieferketten zu beseitigen.
Dies lege den Grundstein für ein bindendes plurilaterales Abkommen über den Handel mit kritischen Mineralien, so Greer. Man könnte auch sagen: Der Westen formiert sich endlich gegen die chinesische Rohstoff-Hegemonie.
Mexiko als strategischer Partner
Besonders bemerkenswert ist die separate Vereinbarung mit Mexiko. Ein 60-Tage-Aktionsplan soll konkrete Bergbau-, Verarbeitungs- und Fertigungsprojekte in beiden Ländern sowie in ausgewählten Drittstaaten identifizieren. Die nordamerikanische Zusammenarbeit unterstreiche das gemeinsame Engagement, globale Marktverzerrungen zu bekämpfen, die nordamerikanische Lieferketten anfällig für Störungen gemacht hätten, erklärte Greer.
Pikant dabei: Kanada, dessen Ressourcenminister Tim Hodgson ebenfalls am Treffen teilnahm, wurde in der Ankündigung nicht erwähnt. Dies geschieht nur Monate vor der obligatorischen Überprüfung des US-Mexiko-Kanada-Handelsabkommens. Ein Fingerzeig nach Ottawa?
Trumps 12-Milliarden-Dollar-Vorratslager
Die Ankündigungen bauen auf Präsident Trumps Plänen vom Montag auf, ein strategisches Vorratslager für kritische Mineralien im Wert von fast 12 Milliarden Dollar anzulegen. Ein massiver Schritt zur Stärkung der heimischen Lieferkette, der zeigt, dass Washington die Abhängigkeit von China als existenzielle Bedrohung betrachtet.
Seltene Erden, Lithium, Kobalt – diese Materialien sind das Rückgrat moderner Technologie. Vom Elektrofahrzeug bis zum Kampfjet, vom Smartphone bis zum Halbleiter: Ohne diese Rohstoffe steht die westliche Industrie still. Und genau hier liegt Chinas Druckmittel, das Peking in der Vergangenheit bereits mehrfach eingesetzt hat.
Was bedeutet das für Anleger?
Die geopolitische Neuordnung der Rohstoffmärkte dürfte weitreichende Konsequenzen haben. Investitionen außerhalb Chinas werden attraktiver, Bergbauprojekte in verbündeten Nationen könnten einen Boom erleben. Gleichzeitig bleibt die Volatilität ein Risikofaktor, den auch koordinierte Preisuntergrenzen nicht vollständig eliminieren können.
In Zeiten derartiger Umwälzungen erweisen sich physische Edelmetalle einmal mehr als verlässlicher Anker im Portfolio. Gold und Silber sind nicht nur von geopolitischen Spannungen weitgehend unabhängig, sondern profitieren historisch betrachtet sogar von Unsicherheiten auf den Weltmärkten. Als Beimischung zu einem breit gestreuten Anlageportfolio bieten sie eine bewährte Absicherung gegen die Unwägbarkeiten einer sich rasant verändernden Weltwirtschaftsordnung.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist selbst für seine Investitionsentscheidungen verantwortlich und sollte vor einer Anlageentscheidung eigene Recherchen durchführen oder einen qualifizierten Finanzberater konsultieren.

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