
Venezuela: Warum Trump die Friedensnobelpreisträgerin Machado fallen ließ

Die jüngsten Entwicklungen in Venezuela werfen ein bezeichnendes Licht auf die außenpolitischen Prioritäten der Trump-Administration. Während Maria Corina Machado, die langjährige Oppositionsführerin und Demokratieaktivistin, noch vor wenigen Wochen in Oslo den Friedensnobelpreis entgegennahm, hat Washington eine völlig andere Figur zur neuen Führungspersönlichkeit des südamerikanischen Landes auserkoren: Delcy Rodríguez, die bisherige Vizepräsidentin unter dem gestürzten Nicolás Maduro.
Eine überraschende Personalentscheidung mit Kalkül
Die Wahl mag auf den ersten Blick verblüffen. Schließlich hatte Machado versucht, die durchaus pikante Situation um den Nobelpreis diplomatisch zu entschärfen, indem sie die Auszeichnung symbolisch Trump widmete – wohlwissend, dass der US-Präsident selbst Ambitionen auf diese Ehrung hegte und kürzlich damit prahlte, "sieben Kriege beendet" zu haben.
Doch in einem aktuellen Interview mit Fox News ging Machado nun in die Offensive. Sie bezeichnete Rodríguez, die am Dienstag offiziell vereidigt wurde, als eine der Hauptarchitektinnen von Folter, Verfolgung, Korruption und Drogenhandel. Die neue Präsidentin sei zudem die wichtigste Verbindungsperson zu Russland, China und dem Iran – kaum eine Persönlichkeit, der internationale Investoren vertrauen könnten.
Realpolitik statt demokratischer Ideale
Warum also diese Entscheidung? Der Analyst Daniel DePetris von Defense Priorities liefert eine ernüchternde, aber plausible Erklärung: Es habe nichts mit Trumps Obsession für den Nobelpreis zu tun. Vielmehr sei der Versuch, Machado an die Spitze des nach wie vor intakten Chavismo-Systems zu setzen, schlichtweg unrealistisch gewesen. Sie verfüge über keinerlei Unterstützung bei denjenigen, die tatsächlich die Machthebel in der Hand halten.
Eine solche Strategie hätte eine komplette Neuordnung des venezolanischen politischen Systems erfordert – und damit ein weit tieferes amerikanisches Engagement, als Trump oder die meisten Amerikaner zu tolerieren bereit wären.
Die Arbeit innerhalb des bestehenden Systems und die Chance für Delcy Rodríguez sei schlicht der einfachere Weg. Und da Trump ohnehin kein genuines Interesse an Demokratieförderung hege, stelle dies die beste – oder zumindest die am wenigsten schlechte – verfügbare Option dar.
Die Lehren aus dem Irak-Desaster
Trump selbst hat wiederholt auf die Lektionen des Irak-Krieges verwiesen. Offenbar ist er zumindest klug genug, nicht den Fehler zu wiederholen, amerikanische Beamte direkt über ganze Regierungsministerien zu setzen, wie es die USA einst im Nahen Osten praktizierten. Obwohl das Regime enthauptet wurde, sprechen manche Beobachter bewusst nicht von einem vollständigen Regimewechsel – das Regierungssystem als solches blieb schließlich erhalten.
Für die westliche Öffentlichkeit war Machado bis kurz vor ihrer Nobelpreisverleihung praktisch unbekannt. Die Auszeichnung wirkte auf viele politisch inszeniert, da sie von europäischen und westlichen Eliten als bevorzugte Option für eine neue venezolanische Präsidentin gehandelt wurde. Nun zeigt sich: Realpolitische Erwägungen haben die demokratischen Hoffnungen überholt.
Die Konsequenzen dieser Entscheidung dürften nicht lange auf sich warten lassen. Venezuela bleibt ein Pulverfass – und die Frage, ob Rodríguez tatsächlich einen Kurswechsel einleiten wird oder lediglich als neue Fassade des alten Systems fungiert, wird die kommenden Monate prägen.
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