
Wall-Street-Giganten treiben deutsche Mieten in schwindelerregende Höhen
Die Wohnungsnot in deutschen Großstädten hat einen Namen: Blackstone, Vonovia und Co. Während Millionen Deutsche jeden Monat einen immer größeren Teil ihres Einkommens für die Miete aufbringen müssen, kassieren internationale Investmentfonds Milliardendividenden. Ein perfides System, das die arbeitende Bevölkerung systematisch ausbeutet und gleichzeitig Wohnraum künstlich verknappt.
Das Geschäft mit der Not
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: In den sieben größten deutschen Städten stiegen die Mieten allein im ersten Halbjahr 2023 um durchschnittlich 6,7 Prozent. Gleichzeitig sanken die Reallöhne zwischen 2018 und 2023 um 4,8 Prozent. Diese Schere zwischen Einkommen und Wohnkosten öffnet sich immer weiter – und das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer gezielten Strategie internationaler Finanzkonzerne.
Besonders dreist agiert dabei Vonovia, Deutschlands größter Wohnungsvermieter. Mit knapp 488.000 Wohnungen im Portfolio schüttete der Konzern allein 2020 fast eine Milliarde Euro an Dividenden aus – das entspricht 31 Prozent der gesamten Mieteinnahmen. Im Jahr 2021 waren es sogar 37,2 Prozent. Man stelle sich das vor: Mehr als ein Drittel dessen, was Mieter monatlich zahlen, wandert direkt in die Taschen internationaler Aktionäre, die oft nicht einmal wissen, in welchem Land ihre Renditeobjekte stehen.
Die amerikanische Krake greift zu
Was in Deutschland mit Vonovia begann, perfektioniert der US-Gigant Blackstone auf globaler Ebene. Der Private-Equity-Fonds kontrolliert mittlerweile über 300.000 Mieteinheiten in den USA und ist zum zweitgrößten Immobilieneigentümer Spaniens aufgestiegen. Allein in Madrid besitzt Blackstone 13.000 Wohnungen. Die Folgen dieser Marktkonzentration sind verheerend: In Spanien explodierten die Mieten seit 2015 um 57 Prozent, die Immobilienpreise stiegen um 47 Prozent.
Das Paradoxe dabei: In Spanien stehen gleichzeitig 4,77 Millionen Wohnungen leer. Ein klarer Beweis dafür, dass es nicht um Wohnraum geht, sondern um maximale Rendite. Die Immobilien werden als reine Spekulationsobjekte gehalten, während Familien auf der Straße landen oder sich in überteuerte Kleinstwohnungen zwängen müssen.
Der finanzialisierte Kapitalismus frisst seine Kinder
Der renommierte Ökonom Michael Hudson bezeichnet diese Entwicklung treffend als "finanzialisierten Kapitalismus", dominiert von einer "unproduktiven Rentierklasse". Diese moderne Form des Feudalismus unterscheidet sich kaum von den mittelalterlichen Verhältnissen, in denen Leibeigene den Großteil ihrer Ernte an den Grundherrn abgeben mussten. Nur heißt der Grundherr heute Blackstone oder Vonovia und sitzt in New York statt auf einer Burg.
Besonders zynisch wird es, wenn man sich die Aussage von Lars von Lackum, dem Vorstandsvorsitzenden des zweitgrößten deutschen Wohnungsunternehmens, vor Augen führt. Er erklärte unverblümt, dass die Mieten erhöht werden müssten, um die Dividendenausschüttungen zu finanzieren. Deutlicher kann man die Perversion des Systems kaum ausdrücken: Menschen müssen mehr zahlen, damit anonyme Aktionäre höhere Renditen einstreichen können.
Die Politik versagt auf ganzer Linie
Während die Ampel-Koalition mit ideologischen Grabenkämpfen beschäftigt war und die neue Große Koalition unter Friedrich Merz ein 500-Milliarden-Sondervermögen für fragwürdige Infrastrukturprojekte plant, bleibt das eigentliche Problem ungelöst. Statt die Macht der Immobilienkonzerne zu brechen und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, ergehen sich die Politiker in Symbolpolitik und Klimaneutralitätsphantasien.
Die Explosion der Obdachlosigkeit in den USA – allein 2024 ein Anstieg um 18 Prozent – zeigt, wohin diese Entwicklung führt. Dass Donald Trump als Antwort darauf das Militär gegen Obdachlose einsetzen will, offenbart die ganze Hilflosigkeit und Brutalität des Systems. Symptome werden mit Gewalt bekämpft, während die Ursachen unangetastet bleiben.
Zeit für radikale Lösungen
Es wird höchste Zeit, dass die Politik endlich handelt. Die Macht der internationalen Immobilienkonzerne muss gebrochen werden. Wohnraum ist ein Grundrecht und keine Ware für Spekulanten. Massive Beschränkungen für ausländische Investoren, eine Deckelung der Dividendenausschüttungen im Immobiliensektor und ein rigoroses Vorgehen gegen Leerstand sind nur einige der notwendigen Maßnahmen.
Die Alternative ist eine Gesellschaft, in der sich nur noch die Oberschicht das Wohnen leisten kann, während der Mittelstand verarmt und die Unterschicht obdachlos wird. Die Weichen werden jetzt gestellt – und die neue Bundesregierung täte gut daran, endlich die Interessen der eigenen Bevölkerung über die Profitgier internationaler Finanzhaie zu stellen.
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