
Washingtons Wirtschaftskrieg: Wie die USA die Welt in Geiselhaft nehmen
Was sich derzeit auf der weltpolitischen Bühne abspielt, ist nichts weniger als ein ökonomischer Feldzug. Die Vereinigten Staaten von Amerika – einst gefeierter Garant einer liberalen Weltordnung – entpuppen sich zunehmend als rücksichtsloser Hegemon, der mit Dollar-Dominanz, Sanktionskeule und Zolldrohungen jeden in die Knie zwingt, der nicht nach Washingtons Pfeife tanzt. Das Prinzip ist so alt wie brutal: „The winner takes it all." Für gemeinsame Interessen oder gar Win-Win-Situationen bleibt in dieser Logik kein Platz.
Der Dollar als Waffe – und seine Grenzen
Die eigentliche Atombombe im Arsenal der USA ist nicht militärischer, sondern finanzieller Natur. Der US-Dollar, das Einfrieren fremder Vermögenswerte, die Erpressung ganzer Volkswirtschaften durch Zölle und Strafmaßnahmen – das sind die Instrumente, mit denen Washington seine Vorherrschaft zementiert. US-Finanzminister Scott Bessent soll sich öffentlich damit gebrüstet haben, die jüngsten Unruhen im Iran durch gezielte Währungsmanipulationen ausgelöst zu haben. Eine Aussage, die man sich auf der Zunge zergehen lassen muss: Ein Finanzminister, der offen zugibt, die Destabilisierung souveräner Staaten als politisches Werkzeug einzusetzen.
Doch diese Strategie stößt zunehmend an ihre Grenzen. Wie ein Boxer, der zu oft auf denselben Trick setzt, wird Washingtons Finanzkriegsführung berechenbarer – und verwundbarer. Das Beispiel Kuba zeigt es deutlich: Die mittelalterlich anmutende Blockade wurde durch einen mexikanischen Tanker durchbrochen, humanitäre Güter erreichten die Insel trotz aller Drohungen. Trumps Ankündigung, jedem Land zusätzliche Zölle aufzuerlegen, das mit Kuba Handel treibt, verpuffte wie ein Papiertiger im Monsunregen.
Venezuela: Lehrstück imperialer Überdehnung
Besonders eindrücklich lässt sich Washingtons Vorgehensweise am Beispiel Venezuelas studieren. Erst die systematische Schwächung durch Wirtschaftssanktionen, dann die Förderung innerer Unruhen durch US-nahe Organisationen, schließlich die weitere Eskalation der Strafmaßnahmen. Der renommierte Ökonom Jeffrey Sachs – einst selbst ein Architekt der neoliberalen Schocktherapie, die Russland in den 1990er Jahren wirtschaftlich verwüstete – beschreibt dieses Muster inzwischen mit schonungsloser Offenheit. Sachs, der sich vom Saulus zum Paulus gewandelt haben dürfte, klagt die USA an, systematisch zu zerstören, was Menschen in anderen Ländern unter großen Entbehrungen aufgebaut hätten.
Allein während des Kalten Krieges sollen die USA 64 verdeckte Regime-Changes durchgeführt haben. Trump scheint nun denjenigen zu geben, der die verdeckte Variante durch offene Übernahme ersetzt – man denke nur an seine kaum verhüllten Ambitionen bezüglich Kanadas und Grönlands. Ein Rückfall ins frühe Kolonialzeitalter, nur mit moderneren Mitteln.
China weist Washington in die Schranken
Doch ausgerechnet dort, wo es wirklich zählt, gerät die amerikanische Übermacht ins Wanken. China erweist sich als der Gegner, an dem sich Washingtons Wirtschaftskrieger die Zähne ausbeißen. Peking schloss das Jahr 2025 mit einem Rekord-Handelsüberschuss von rund 1,2 Billionen US-Dollar ab – dem höchsten jemals verzeichneten Wert. Und das trotz massiver Zollschocks und der endlosen westlichen Debatte um „Entkopplung".
Besonders pikant: Als der Westen den Yuan als unterbewertet kritisierte, ließ China die Währung auf den höchsten Stand seit Jahren steigen. Ein Schachzug von geradezu diabolischer Eleganz. Der Export wurde kaum beeinträchtigt, dafür profitierte der chinesische Mittelstand, der Binnenmarkt wurde angekurbelt, und im asiatischen Raum erhielten jene einen Bonus, die sich bereits auf den Yuan umgestellt hatten. Während der Westen noch gebannt auf den Dollar starrte, machte Peking es im Stillen immer schwieriger, dem Yuan zu entgehen.
Seltene Erden: Chinas Trumpfkarte
Wie verwundbar die USA tatsächlich sind, offenbarte sich auf fast schon groteske Weise: Die modernsten Kampfflugzeuge der US-Luftwaffe werden derzeit ohne ihre Radaranlage ausgeliefert – stattdessen werden Gewichte zum Ausgleich eingebaut. Der Grund? China hat seine Exporte seltener Erden eingeschränkt. Washington bestreitet zwar den direkten Zusammenhang und verweist auf Verzögerungen beim Radar-Upgrade, doch die Symbolik ist verheerend. Die mächtigste Militärmacht der Welt, abhängig von chinesischen Rohstoffen für ihre eigene Rüstung – das ist keine Stärke, das ist eine strategische Bankrotterklärung.
Was bedeutet das für Deutschland und Europa?
Für Deutschland und Europa sollten diese Entwicklungen ein Weckruf sein. Denn wer glaubt, Trumps 20-Prozent-Zölle auf EU-Importe seien lediglich ein Verhandlungsinstrument, der verkennt die Natur dieses Wirtschaftskrieges. Die USA unterscheiden nicht zwischen Feind und Freund – es gibt nur Konkurrenten, die es zu bezwingen gilt. Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz täte gut daran, diese Realität endlich anzuerkennen, statt weiterhin in transatlantischer Nibelungentreue zu verharren.
Statt 500 Milliarden Euro in ein nebulöses „Sondervermögen" zu pumpen, das letztlich nur die Inflation weiter anheizt und kommende Generationen mit Schulden belastet, wäre eine strategische Neuausrichtung der deutschen Wirtschaftspolitik dringend geboten. Die Abhängigkeit von amerikanischen Finanzmärkten und dem Dollar-System birgt Risiken, die kaum jemand in Berlin offen auszusprechen wagt.
Gold als Anker in stürmischen Zeiten
In einer Welt, in der Währungen als Waffen eingesetzt werden, in der Vermögenswerte über Nacht eingefroren und Handelsströme durch politische Willkür umgeleitet werden können, gewinnt ein uraltes Wertaufbewahrungsmittel wieder dramatisch an Bedeutung: physisches Gold und Silber. Edelmetalle kennen keine Sanktionen, sie lassen sich nicht per Mausklick einfrieren, und ihr Wert hängt nicht vom Wohlwollen irgendeiner Zentralbank ab. Wer sein Vermögen in Zeiten eines globalen Wirtschaftskrieges schützen möchte, sollte physische Edelmetalle als unverzichtbaren Bestandteil eines breit gestreuten Portfolios in Betracht ziehen.
Während Papierwährungen zum Spielball geopolitischer Machtkämpfe werden, bleibt Gold das, was es seit Jahrtausenden ist: der ultimative Wertspeicher jenseits politischer Willkür.
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