
Zerfall einer Hoffnung: Wilders' PVV verliert ein Viertel ihrer Abgeordneten

Was für ein Desaster für die europäische Rechte. Die niederländische Partei für die Freiheit (PVV) von Geert Wilders erlebt einen dramatischen Aderlass, der weit über die Grenzen der Niederlande hinaus Wellen schlagen dürfte. Sieben von 26 Abgeordneten haben der Fraktion im Unterhaus den Rücken gekehrt – ein Schlag, der die ohnehin angeschlagene Partei in ihren Grundfesten erschüttert.
Ein „schwarzer Tag" mit Ansage?
„Es ist ein schwarzer Tag für die PVV", gestand Wilders bei einer Pressekonferenz am Dienstag ein. Der islamkritische Politiker, der einst als Hoffnungsträger einer konservativen Wende in den Niederlanden galt, wirkte sichtlich getroffen. „Ich finde es sehr traurig und auch unnötig." Besonders pikant: Nach eigenen Angaben habe er den Aufstand „nicht kommen sehen". Eine bemerkenswerte Aussage für einen Politiker, der sich stets als scharfsinnigen Analytiker der politischen Landschaft präsentierte.
Die Rebellen um den designierten Fraktionsvorsitzenden Gideon Markuszower haben offenbar genug von dem, was sie als Einmannshow empfinden. In einem Brandbrief an Wilders forderten sie weitreichende Reformen: Die Partei, deren einziges Mitglied tatsächlich Wilders selbst ist, solle sich für neue Mitglieder öffnen, ihren Mandatsträgern mehr Spielraum gewähren und sich inhaltlich breiter aufstellen.
Vernichtende Kritik am Führungsstil
Die Vorwürfe der Abtrünnigen haben es in sich. „Die Kampagne kam zum Erliegen, weil der Spitzenkandidat keine Lust mehr hatte", heißt es in dem Dokument. Eine Ohrfeige für Wilders, der sich jahrelang als unermüdlicher Kämpfer gegen die Islamisierung Europas inszenierte. Die PVV sei mehr als „ein Mann mit einem Twitter-Account", betonten die Rebellen – eine Spitze, die sitzt.
Besonders schwer wiegt der Vorwurf mangelnder Koalitionsbereitschaft. In einer Zeit, in der sich eine Minderheitsregierung aus D66, CDA und VVD anbahnt, hätte die PVV durchaus Einfluss nehmen können. „Das Land ist bereit für Lösungen und nicht nur für Kritik", mahnten die Abweichler. Die PVV müsse zeigen, dass sie mehr als „scharfe Islamkritik" zu bieten habe.
Die Folgen der Wahlschlappe
Der Hintergrund dieser Zerreißprobe ist die desaströse Unterhauswahl im Oktober 2025. Nachdem die PVV die Regierung von Premierminister Dick Schoof verlassen hatte, stürzte sie auf 16,7 Prozent ab und verlor fast ein Drittel ihrer Sitze. Ein Absturz, der offenbar tiefe Gräben in der Partei aufgerissen hat.
Wilders selbst räumte Fehler ein: „Wir haben Sitze verloren, dafür bin ich mitverantwortlich." Doch am harten Oppositionskurs will er festhalten – eine Strategie, die seine ehemaligen Mitstreiter offensichtlich nicht mehr mittragen wollen.
Ein Warnsignal für konservative Bewegungen in Europa
Die Spaltung der PVV sollte konservativen und rechten Parteien in ganz Europa zu denken geben. Sie zeigt, wie fragil politische Bewegungen sein können, die zu stark auf eine einzelne Führungsfigur zugeschnitten sind. Ohne demokratische Strukturen, ohne echte Mitgliederbeteiligung, ohne programmatische Breite droht selbst der erfolgreichsten Protestbewegung der Zerfall.
Die linksliberale D66 wird durch diese Entwicklung zur stärksten Kraft im 151-köpfigen Unterhaus – eine bittere Ironie für alle, die auf eine konservative Wende in den Niederlanden gehofft hatten. Schlimmer noch: D66 arbeitet bereits an einem Gesetzesentwurf, der Parteien dazu verpflichten soll, mehr als ein Mitglied zuzulassen. Die Rebellen um Markuszower befürchten sogar ein mögliches PVV-Verbot.
Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass der Kampf für traditionelle Werte und gegen unkontrollierte Migration mehr braucht als markige Tweets und scharfe Rhetorik. Er braucht Strukturen, Teamarbeit und die Bereitschaft, auch unbequeme Kompromisse einzugehen. Ob Wilders diese Lektion noch lernen kann, darf bezweifelt werden.
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