
AfD-Führung stoppt Sellner-Auftritt: Wenn die Partei ihre eigenen Leute zurückpfeift

Ein bemerkenswerter Vorgang erschüttert die Alternative für Deutschland: Die Parteispitze um Alice Weidel und Tino Chrupalla hat eine von eigenen Abgeordneten geplante Veranstaltung mit dem österreichischen Aktivisten Martin Sellner kurzerhand unterbunden. Was auf den ersten Blick wie konsequentes Handeln wirkt, offenbart bei genauerem Hinsehen die tiefen Gräben innerhalb der Partei.
Ehepaar Kotré organisierte Vortrag zur „Remigration"
Der Bundestagsabgeordnete Steffen Kotré und seine Frau Lena, ihrerseits Landtagsabgeordnete in Brandenburg, hatten für den 22. Januar einen Vortrag im brandenburgischen Luckenwalde organisiert. Der Titel des geplanten Events: „Remigration in Theorie und Praxis". Sellner selbst sollte als Redner auftreten, das Ehepaar Kotré war ebenfalls als Teilnehmer angekündigt. Die Ankündigung erfolgte öffentlich über die Plattform X – ein Umstand, der die Parteispitze offenbar völlig überraschte.
Der Brandenburger AfD-Landesvorsitzende René Springer stellte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur unmissverständlich klar, dass der Landesvorstand von der Planung und Durchführung der Veranstaltung keinerlei Kenntnis gehabt habe. Eine bemerkenswerte Aussage, die Fragen aufwirft: Wie kann es sein, dass zwei prominente Mandatsträger eine derart brisante Veranstaltung ohne jegliche Abstimmung mit der Parteiführung organisieren?
Bundesvorstand hatte bereits zu Distanz geraten
Nach Informationen der Welt war Sellner im vergangenen Jahr mehrfach Thema in den Sitzungen des AfD-Bundesvorstands. Dort sei den Parteimitgliedern geraten worden, zu dem Österreicher auf Abstand zu gehen. Sellner gilt als führende Figur der Identitären Bewegung, die vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestuft wird. Ein Umgang mit ihm birgt für die AfD erhebliche Risiken – nicht zuletzt im Hinblick auf das laufende Verbotsverfahren und die öffentliche Wahrnehmung der Partei.
Nach einem Gespräch zwischen Chrupalla, Weidel, Springer und Steffen Kotré gehe man nun davon aus, dass die Veranstaltung nicht stattfinden werde, erklärte Chrupalla. Die Formulierung lässt Spielraum für Interpretationen: Eine verbindliche Absage klingt anders.
Disziplinlosigkeit oder bewusste Provokation?
Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf die internen Spannungen innerhalb der AfD. Während die Parteiführung offensichtlich bemüht ist, gewisse Grenzen einzuhalten und sich von als toxisch geltenden Akteuren fernzuhalten, scheinen Teile der Basis und einzelne Mandatsträger andere Vorstellungen zu haben. Die Frage, ob es sich bei der Aktion des Ehepaars Kotré um bloße Disziplinlosigkeit oder eine bewusste Provokation handelte, bleibt vorerst unbeantwortet.
Für die AfD kommt der Vorfall zur Unzeit. In einer Phase, in der die Partei versucht, sich als regierungsfähige Alternative zu präsentieren, sorgen solche Alleingänge für erheblichen Erklärungsbedarf. Die schnelle Intervention der Parteispitze zeigt zwar Handlungsfähigkeit, doch der Schaden für das ohnehin angespannte Verhältnis zwischen verschiedenen Parteiflügeln dürfte beträchtlich sein.
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