
Amerikanische Farmer am Abgrund: Weltrekordhalter gibt 3.000 Hektar auf – droht eine Nahrungsmittelkrise?

Was sich derzeit in den ländlichen Regionen der Vereinigten Staaten abspielt, sollte auch hierzulande die Alarmglocken schrillen lassen. Alex Harrell, einer der renommiertesten Landwirte Amerikas und zweifacher Weltrekordhalter im Sojaanbau, hat in einem dramatischen Schritt fast die Hälfte seiner bewirtschafteten Fläche aufgegeben. Die Botschaft ist unmissverständlich: Die Landwirtschaft steckt in einer existenziellen Krise.
Wenn selbst die Besten aufgeben müssen
Der 36-jährige Harrell aus dem Südwesten Georgias bewirtschaftete bis vor kurzem noch 6.000 Acres – umgerechnet etwa 2.400 Hektar – mit Mais, Sojabohnen, Baumwolle und Weizen. Doch im November 2025 zog er die Reißleine. In nur drei Wochen informierte er zwölf Verpächter darüber, dass er ihre Flächen nicht mehr bearbeiten werde. Eine Reduktion um satte 45 Prozent seiner Anbaufläche.
„Ich kann nicht für den Rest des Landes sprechen, aber hier in der Gegend kürzen die alteingesessenen Landwirte entweder zurück, geben auf, rutschen in die Insolvenz oder klammern sich an jeden Strohhalm", beschreibt Harrell die verzweifelte Lage seiner Berufskollegen. Seine Worte wiegen schwer, denn dieser Mann ist kein Durchschnittsfarmer. Am 13. August 2024 erzielte er mit 218,28 Bushel pro Acre den höchsten Sojaertrag, der jemals dokumentiert wurde – und übertraf damit seinen eigenen Weltrekord aus dem Vorjahr.
Die brutale Mathematik der Landwirtschaft
Die Zahlen, die Harrell präsentiert, sind erschütternd. Düngemittel, Pflanzenschutzmittel und Maschinenkosten seien innerhalb kurzer Zeit um 300 Prozent gestiegen. Gleichzeitig befänden sich die Rohstoffpreise im Keller. „Wenn man drei Jahre oder länger nur auf der Stelle tritt, was den Nettogewinn angeht, muss irgendwas nachgeben", erklärt der Landwirt nüchtern.
„Die Gleichung ist nicht kompliziert. Wir bezahlen buchstäblich dafür, zu farmen – anstatt fürs Farmen bezahlt zu werden."
Um seine Entscheidung zu treffen, entwickelte Harrell ein eigenes Bewertungssystem. Jede gepachtete Fläche wurde nach sieben Kriterien mit Schulnoten von A bis F bewertet: Entfernung zum Hof, Bodenqualität, Wasserquelle, Bewässerungsart, Produktivität bezüglich staatlicher Programme, Wildschäden durch Hirsche und Wildschweine sowie die Pachthöhe. Jedes Stück Land, das in mehr als zwei Kategorien eine Note zwischen C und F erhielt, wurde abgestoßen.
Selbst langjährige Partnerschaften enden
Besonders bitter: Unter den aufgegebenen Flächen befand sich auch der allererste bewässerte Acker, den Harrell jemals gepachtet hatte – Land, auf dem er 16 bis 17 Ernten eingefahren hatte. „Es war Zeit, sie loszulassen. So schlimm steht es um die Agrarwirtschaft hier", gesteht er ein. Und fügt hinzu: „In mancher Hinsicht glaube ich, dass das Schlimmste noch kommt, aber die Leute realisieren das noch nicht."
Die Pachtpreise für bewässertes Land in seiner Region liegen typischerweise zwischen 275 und 330 Dollar pro Acre. Wie reagierten die Verpächter auf Harrells Kündigung? Ein einziger bot an, die Pacht etwas zu senken. Die meisten scheinen die Dramatik der Situation noch nicht begriffen zu haben. „Sie sind es gewohnt, dass zehn Leute Schlange stehen, um ihr Land zu pachten", erklärt Harrell. „Diesmal werden die Leute nicht ihre Türen einrennen. Es wird definitiv keinen Bieterwettbewerb geben."
2026 droht brachliegendes Ackerland
Die Warnung des Weltrekordhalters ist unmissverständlich: Schon 2025 gab es in seiner Region bewässertes Land, das nicht bestellt wurde. Für 2026 erwartet er deutlich mehr. „Ich sehe es mit meinen eigenen Augen in Echtzeit. Leute gehen einfach weg", berichtet er. „Ackerland ohne Ernte" – so beschreibt er das drohende Szenario.
Harrell hat seinen Aktionsradius drastisch verkleinert. Vor der Reduzierung erstreckte sich sein Betrieb 34 Kilometer nach Osten, 48 Kilometer nach Westen und jeweils 24 Kilometer nach Norden und Süden. Nun liegt seine entfernteste Fläche nur noch etwa 16 Kilometer entfernt. „Wenn man Treibstoff, Arbeit, Zeit und Versicherung betrachtet, die mit dem Fahren auf der Straße verbunden sind, bringt einen das um, sobald man einen Traktor auf die Autobahn setzt."
Das Ende der Wachstumslogik
Die alte Weisheit, dass größere Betriebe effizienter wirtschaften können, gilt für Harrell nicht mehr. „So habe ich früher gedacht: Einfach mehr Fläche bewirtschaften, die Inputkosten pro Hektar senken, und das löst alles. Nicht mehr." Im Südosten der USA bedeute eine zu große Ausdehnung in neun von zehn Fällen Ertragseinbußen, weil die Kulturen nicht mehr optimal betreut werden könnten.
Die Anforderungen an einen Farmer im Südosten seien schlicht andere als im Mittleren Westen. Bewässerung, Unkrautbekämpfung, wiederholte Fungizidanwendungen, Arbeitslogistik und Wildschäden durch Hirsche und Wildschweine – all das schaffe ein endloses Aufholspiel. „Ein einziger Tag Verzögerung bei der Bewässerung kostet uns Ertrag", betont Harrell.
Was bedeutet das für Deutschland und Europa?
Die Krise der amerikanischen Landwirtschaft sollte auch hierzulande als Warnsignal verstanden werden. Explodierende Inputkosten, volatile Rohstoffpreise und eine Politik, die Landwirte zunehmend im Stich lässt – diese Probleme sind nicht auf die USA beschränkt. Während in Deutschland ideologiegetriebene Auflagen die Bauern zusätzlich belasten, zeigt das Beispiel Harrell, wohin der Weg führen kann: zu brachliegenden Äckern und einer gefährdeten Nahrungsmittelversorgung.
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