
Bürokratie-Wahnsinn: Umweltbundesamt erklärt Christstollen zum Fast-Food-Snack
Die deutsche Bürokratie hat wieder zugeschlagen – und diesmal trifft es ausgerechnet ein jahrhundertealtes Kulturgut. Das Umweltbundesamt (UBA) hat in seiner unendlichen Weisheit entschieden, dass ein 750 Gramm schwerer Weihnachtsstollen neuerdings als "To-Go-Produkt" zu klassifizieren sei. Man könne schließlich direkt aus der Folie hineinbeißen, wie bei einem Schokoriegel. Diese realitätsferne Einschätzung würde zum Lachen reizen, wäre sie nicht so teuer für Bäcker und Verbraucher.
Neue Abgabenlast für traditionelles Handwerk
Die Konsequenzen dieser bürokratischen Meisterleistung sind erheblich: Bäcker müssen sich nun beim Einwegkunststofffondsgesetz registrieren und für jedes Kilogramm verwendeter Folie 90 Cent Abgabe entrichten. Mehr Formulare, mehr Bürokratie, mehr Kosten – als hätte das deutsche Handwerk nicht schon genug unter der aktuellen Wirtschaftspolitik zu leiden.
Bäckermeister Ricardo Fischer, der auf TikTok fast 400.000 Follower erreicht, bringt es auf den Punkt: Die Vorstellung, jemand würde in einen dreiviertel Kilogramm schweren Stollen "einfach so wie in einen Schokoriegel" beißen, sei völlig absurd. Der Brotsommelier ruft seine Kollegen zum gemeinsamen Widerstand auf – die Einspruchsfrist läuft noch bis Anfang September.
Handwerk wehrt sich gegen Willkür
Auch der Zentralverband des Deutschen Handwerks läuft Sturm gegen diese Regelung. Präsident Jörg Dittrich findet deutliche Worte: "Das ist Irrsinn! Es ist unmöglich, einen 750-Gramm-Stollen an einem Stück zu essen." Er spricht von Willkür und fordert betroffene Betriebe auf, Einspruch einzulegen.
"Stollen ist kein To-Go-Snack, sondern Kulturgut"
Diese Worte des Bäckermeisters Fischer treffen den Nagel auf den Kopf. Während die Ampel-Koalition zwar Geschichte ist, leben ihre bürokratischen Auswüchse offenbar munter weiter. Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz hatte versprochen, den Mittelstand zu entlasten – stattdessen werden traditionelle Handwerksbetriebe mit immer neuen Auflagen überzogen.
Verbraucher zahlen die Zeche
Besonders perfide: Das Umweltbundesamt gibt unumwunden zu, dass Preiserhöhungen "nicht auszuschließen" seien. Man habe schließlich keinen Einfluss darauf, ob die Hersteller die Mehrkosten weitergeben. Diese Scheinheiligkeit ist kaum zu überbieten – natürlich werden die Kosten am Ende beim Verbraucher landen.
Die vorgeschlagenen "Alternativen" ohne Kunststoff sind dabei kaum mehr als ein schlechter Witz. Ob diese wirtschaftlich tragfähig sind, interessiert die Behörde offenbar nicht. Hauptsache, die Regulierungsmaschinerie läuft weiter.
Ein Symptom größerer Probleme
Diese absurde Stollen-Posse ist symptomatisch für ein viel größeres Problem: Eine aufgeblähte Bürokratie, die sich verselbstständigt hat und fernab jeder Lebensrealität agiert. Während andere Länder ihre Wirtschaft entfesseln, erstickt Deutschland in einem Wust aus Vorschriften, Formularen und Abgaben.
Selbst die Einwegkommission hatte sich gegen diese Auslegung ausgesprochen und betont, dass die Portionsgröße gerade keine Einordnung als Einwegverpackung rechtfertige. Doch was kümmert das Umweltbundesamt schon die Meinung von Experten?
Es bleibt zu hoffen, dass der massive Widerstand aus dem Handwerk Wirkung zeigt. Denn wenn wir nicht einmal mehr unseren traditionellen Christstollen vor bürokratischem Irrsinn schützen können, was bleibt dann noch von deutscher Kultur und Tradition? Die neue Bundesregierung täte gut daran, solche Auswüchse schnellstmöglich zu beenden – auch wenn man bei einem 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für "Infrastruktur" wenig Hoffnung auf echte Entbürokratisierung haben darf.
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