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Kettner Edelmetalle
06.04.2026
21:25 Uhr

Das alte Schlachtross der FDP: Kubicki will eine sterbende Partei retten

Es ist ein Bild, das man sich auf der Zunge zergehen lassen muss: Ein 74-jähriger Berufspolitiker, seit 56 Jahren Parteimitglied, wirft sich in die Bresche für eine Partei, die politisch längst auf der Intensivstation liegt. Wolfgang Kubicki, einst scharfzüngiger Bundestagsvizepräsident und liberales Urgestein, hat seine Kandidatur für den FDP-Parteivorsitz offiziell verteidigt – und dabei Sätze formuliert, die zwischen Selbstironie und blanker Verzweiflung changieren.

„Lieber ein altes Schlachtross als ein lahmes Steckenpferd"

Mit diesem markigen Spruch konterte Kubicki die Kritik aus den eigenen Reihen, namentlich von der FDP-Europaabgeordneten Marie-Agnes Strack-Zimmermann. Man muss kein politischer Analyst sein, um zu erkennen, was hier passiert: Eine Partei, die bei der vorgezogenen Bundestagswahl im Februar 2025 krachend an der Fünfprozenthürde scheiterte und seither in der bundespolitischen Bedeutungslosigkeit versinkt, sucht händeringend nach einem Rettungsanker. Und findet – einen Veteranen.

Kubicki selbst gibt sich dabei erstaunlich nüchtern. Er sei nicht die Zukunft der FDP, räumte er gegenüber dem Tagesspiegel ein. Aber er wolle, dass seine Partei überhaupt noch eine Zukunft habe. Ein Satz, der in seiner schonungslosen Ehrlichkeit mehr über den Zustand der Liberalen verrät als jede Wahlanalyse.

Lindners letzter Rat aus dem Park

Besonders pikant ist die Rolle, die der ehemalige Parteivorsitzende Christian Lindner bei Kubickis Entscheidung gespielt haben soll. Lindner, der die FDP erst in die Regierung und dann in den Abgrund führte, habe Kubicki am Telefon erklärt, die Partei sei am Ende, sollte dieser nicht die Führung übernehmen. Kubickis Reaktion darauf ist bezeichnend: Er nannte Lindner ein „lustiges Kerlchen", das nun gutes Geld in der freien Wirtschaft verdiene und den Kinderwagen durch den Park schiebe.

Man könnte diese Anekdote als amüsante Randnotiz abtun. Doch sie offenbart ein tieferliegendes Problem. Derselbe Mann, der als Finanzminister die Ampelkoalition zum Platzen brachte und damit maßgeblich zum Niedergang seiner eigenen Partei beitrug, gibt nun vom Seitenrand aus Ratschläge. Es ist die Quintessenz einer politischen Klasse, die Verantwortung delegiert, statt sie zu übernehmen.

Ein Jahr – oder das endgültige Aus

Kubicki hat sich selbst eine Frist gesetzt, die an Dramatik kaum zu überbieten ist. Bis zu den FDP-Vorstandswahlen im Mai 2027 müsse ein Erfolg sichtbar sein – andernfalls sei es „endgültig" vorbei für ihn. Ob er damit nur sich selbst oder die gesamte Partei meint, ließ er wohlweislich offen. Sein erklärtes Ziel: die FDP wieder über die Fünfprozenthürde hieven. Ein Unterfangen, das angesichts der aktuellen Umfragewerte einem politischen Lazarus-Effekt gleichkäme.

Innerparteilicher Machtkampf zeichnet sich ab

Doch Kubicki ist nicht der einzige Aspirant auf den Chefposten. Henning Höne, Landeschef in Nordrhein-Westfalen, will auf dem Bundesparteitag Ende Mai ebenfalls kandidieren. Für ihn sprach sich bislang allerdings nur Strack-Zimmermann öffentlich aus – ansonsten herrschte im FDP-Vorstand auf Nachfrage eisiges Schweigen. Kubicki hingegen konnte offenbar mehrere Vorstandsmitglieder hinter sich versammeln. Der Machtkampf zwischen dem erfahrenen Haudegen und dem jüngeren Herausforderer dürfte die ohnehin geschwächte Partei weiter beschäftigen.

Die Frage, die sich der geneigte Beobachter stellen muss, ist eine grundsätzliche: Braucht Deutschland überhaupt noch eine FDP? Die Liberalen haben in den vergangenen Jahren nahezu jede Chance verspielt, sich als verlässliche ordnungspolitische Kraft zu profilieren. Statt konsequent für Steuersenkungen, Bürokratieabbau und wirtschaftliche Freiheit zu kämpfen, verlor sich die Partei in Koalitionstaktik und Selbstdarstellung. Das Ergebnis ist bekannt.

Unter der neuen Großen Koalition aus CDU/CSU und SPD unter Bundeskanzler Friedrich Merz fehlt eine echte marktwirtschaftliche Opposition im Bundestag schmerzlich. Das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen, die ausufernde Staatsverschuldung, die immer weiter steigende Abgabenlast – all das schreit geradezu nach einer liberalen Stimme, die den Finger in die Wunde legt. Doch diese Stimme ist verstummt, seit die FDP den Sprung ins Parlament verpasst hat.

Ein Symptom, nicht die Lösung

Kubickis Kandidatur ist letztlich ein Symptom für den desolaten Zustand der deutschen Parteienlandschaft insgesamt. Wenn ein 74-Jähriger als letzte Hoffnung einer einstmals stolzen Partei gilt, dann sagt das weniger über Kubicki aus als über das Fehlen einer neuen Generation, die bereit wäre, echte Verantwortung zu übernehmen. Deutschland braucht dringend Politiker, die nicht nur verwalten, sondern gestalten – die den Mut haben, unbequeme Wahrheiten auszusprechen und gegen den Strom zu schwimmen.

Ob das alte Schlachtross Kubicki diesen Karren tatsächlich aus dem Dreck ziehen kann, darf bezweifelt werden. Aber eines muss man ihm lassen: Den Mut, es zu versuchen, hat er. Das ist mehr, als man von vielen seiner Parteikollegen behaupten kann.

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