
Drostens Zensur-Fantasien: Wenn der Pandemie-Prophet die Pressefreiheit kassieren will

Es gibt Aussagen, die lassen einem den Kaffee kalt werden. Und dann gibt es Aussagen von Christian Drosten. Der einstige Chefvirologe der Republik, dessen Wort während der Corona-Jahre gleichbedeutend mit politischer Direktive war, hat in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung nun offen ausgesprochen, was viele Bürger ohnehin längst geahnt haben: Er hält wenig von einer freien, kritischen Presse – und noch weniger von Menschen, die seine Linie hinterfragen.
„Berufsständische Qualitätssicherung“ – Neusprech für Zensur
Wörtlich ließ Drosten verlauten, er glaube, „dass eine berufsständische Qualitätssicherung ganz wichtig ist, im Bereich der Publizistik, des Journalismus, des Films, des Podcasts“. Man muss diesen Satz zweimal lesen, um seine ganze Tragweite zu erfassen. Ein Mann, der während der Pandemie wesentlichen Einfluss auf Grundrechtseinschränkungen historischen Ausmaßes hatte, fordert nun allen Ernstes eine Filterinstanz, die darüber wachen solle, welche Stimmen, welche Meinungen, welche kritischen Berichte überhaupt noch das Licht der Öffentlichkeit erblicken dürfen.
Garniert wird dieser Vorstoß mit einer rhetorischen Volte: Es gehe ihm angeblich nicht um „das Unterbinden mit Druck“, sondern um eine „gewollte Filterwirkung“. Wer hier Orwell'sche Anklänge vernimmt, hat den richtigen Riecher. Eine „gewollte Filterwirkung“ ist nichts anderes als Zensur – nur eben mit einem Etikett versehen, das sich besser auf Podiumsdiskussionen verkaufen lässt.
Staatlich alimentierte Wahrheitsproduktion?
Drosten regt zudem an, „qualitätsgesicherte Informationsquellen“ finanziell zu fördern. Im Klartext: Steuergeld solle dorthin fließen, wo „die richtige“ Berichterstattung produziert wird. Wer entscheidet, was qualitätsgesichert ist? Drosten lässt diese Frage geschickt offen, deutet aber an, es müsse nicht zwingend „die Politik von oben herab“ sein. Stattdessen sollten Berufsstände selbst regulieren – ein Konstrukt, das in der Geschichte Deutschlands schon einmal hervorragend funktioniert hat. Die Erinnerung daran sollte uns warnen, nicht ermutigen.
„Nicht relevant“: Drostens Verachtung für Kritiker
Bemerkenswert ist auch, wie Drosten mit der Kritik an seiner Rolle während der Pandemie umgeht. Auf die breite Skepsis gegenüber seinen Empfehlungen angesprochen, antwortet er mit einer Mischung aus Arroganz und Geschichtsklitterung: Es habe sich ohnehin nur um „einige wenige Journalisten“ gehandelt, deren Kritik er als „nicht relevant“ einstuft. Wer die zahllosen Demonstrationen, die Petitionen, die wissenschaftlichen Gegenstimmen und das tiefe Misstrauen weiter Bevölkerungsschichten miterlebt hat, weiß, wie wirklichkeitsfern diese Einschätzung ist.
Die Kritik sei zudem nicht inhaltlicher, sondern persönlicher Natur gewesen, behauptet Drosten. Eine erstaunliche Aussage angesichts der Tatsache, dass renommierte Mediziner, Statistiker und Juristen sich substantiiert mit seinen Modellen, seinen PCR-Empfehlungen und seinen politischen Stellungnahmen auseinandergesetzt haben. Wer Kritik pauschal als „substanzlos“ abtut, demonstriert vor allem eines: die Unfähigkeit zur Selbstreflexion.
Die 160.000-Toten-Behauptung
Erst im November verteidigte Drosten vor dem Corona-Untersuchungsausschuss des Thüringer Landtags die Pandemiestrategie der Regierung und behauptete, ohne den Lockdown im Frühjahr 2020 hätte es 160.000 zusätzliche Todesfälle gegeben. Eine Zahl, die in den Raum geworfen wird, als wäre sie naturwissenschaftliche Gewissheit – tatsächlich aber auf Modellrechnungen basiert, deren Grundannahmen sich kritisch hinterfragen lassen. Was wir wissen: Bei Beginn des Lockdowns war das Infektionsgeschehen bereits rückläufig. Was wir auch wissen: Eine Aufarbeitung der damaligen Politik, ihrer Akteure und ihrer Folgen steht in Deutschland weiterhin aus.
Was der Vorgang über unsere Gesellschaft verrät
Dass ein einflussreicher Wissenschaftler wie Drosten ohne nennenswerten Aufschrei der politischen und medialen Establishments offen Zensurfantasien artikulieren darf, ist symptomatisch für den Zustand unserer Demokratie. Die Pressefreiheit, einst Herzstück der freiheitlichen Grundordnung, wird zur Verhandlungsmasse, sobald sie unbequem wird. Wer von „Qualitätssicherung“ spricht, meint die Sicherung der eigenen Deutungshoheit. Und wer Kritiker als „nicht relevant“ abtut, dem geht es nicht um Wahrheit, sondern um Macht.
In Zeiten, in denen Vertrauen in staatliche Institutionen und etablierte Medien historische Tiefststände erreicht, sollten Wissenschaftler eigentlich darum bemüht sein, dieses Vertrauen durch Transparenz und Demut zurückzugewinnen. Stattdessen erleben wir das Gegenteil: einen Reflex der Selbstrechtfertigung, gepaart mit dem Wunsch, die unliebsame Debatte gleich ganz abzustellen. Genau diese Haltung ist es, die das Vertrauen weiter zerstört.
Sachwerte als Schutzwall gegen die Übergriffe der Mächtigen
Der Vorgang reiht sich ein in eine längere Kette von Versuchen, den Korridor des Sagbaren immer weiter einzuengen. Wer in solchen Zeiten klug handelt, verlässt sich nicht allein auf staatliche Versprechen oder mediale Beruhigungspillen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als das bewährt, was Papiergeld und politische Versprechungen oft nicht sind: verlässlich, unabhängig und außerhalb des Zugriffs ideologischer Eiferer. Sie gehören in jedes breit gestreute Vermögensportfolio – nicht als Spekulation, sondern als Anker in stürmischen Zeiten.
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