
Eisige Realität: Deutschlands LNG-Versorgung bricht dramatisch ein – Gasmangel rückt näher
Während die politische Klasse in Berlin nicht müde wird, die Bürger mit Durchhalteparolen zu beruhigen, sprechen die nackten Zahlen eine ganz andere Sprache. Die deutschen LNG-Importe sind in der vergangenen Woche regelrecht eingebrochen – um satte 43 Prozent gegenüber der Vorwoche. Nur noch rund 1.396 Gigawattstunden verflüssigtes Erdgas erreichten die Bundesrepublik. Das ist der niedrigste Wert seit April des vergangenen Jahres. Mitten im Winter.
Die Zahlen, die niemand hören will
Man muss sich diese Dimension auf der Zunge zergehen lassen: Machten LNG-Importe in der Vorwoche noch elf Prozent der gesamten Brutto-Gasimporte aus, waren es zuletzt nur noch magere sechs Prozent. Am tatsächlichen Verbrauch gemessen dürfte der Anteil auf vier bis fünf Prozent geschrumpft sein – finale Daten der Bundesnetzagentur stehen noch aus. Über den gesamten Winter hinweg, seit November, bewegten sich die wöchentlichen LNG-Lieferungen stets zwischen 2.230 und 3.235 Gigawattstunden. Der aktuelle Wert liegt mehr als 800 Gigawattstunden unter dem bisherigen Tiefstand. Ein Ausreißer? Vielleicht. Aber einer, der in einer ohnehin angespannten Lage das Potenzial hat, zur Katastrophe zu werden.
Habecks Erbe: Wenn die Ostsee zufriert
Besonders pikant ist die Ursache eines Teils dieses Einbruchs. Am LNG-Terminal vor Rügen – jenem Prestigeprojekt, das der ehemalige Wirtschaftsminister Robert Habeck einst als Meilenstein der Energiesicherheit feierte – war die Ostsee derart vereist, dass nicht einmal die Arkona, Deutschlands größter Ostsee-Eisbrecher, den ankernden Gastanker befreien konnte. Ein weiteres Schiff, das den Hafen Lubmin ansteuern wollte, musste von einem Eisbrecher eskortiert werden, um überhaupt sein Ziel zu erreichen. Die Ironie könnte kaum größer sein: Ausgerechnet jene Infrastruktur, auf die Berlin seine gesamte Versorgungsstrategie stützt, wird von der Natur ausgebremst – und das in einem Winter, den manche Klimaaktivisten wohl am liebsten aus dem Kalender streichen würden.
Man fragt sich unweigerlich: Hat bei der Planung dieser milliardenschweren Terminals eigentlich irgendjemand bedacht, dass es in der Ostsee im Winter auch mal Eis geben könnte? Oder war man in den Berliner Ministerien so sehr mit der „Energiewende" beschäftigt, dass solch banale meteorologische Grundlagen schlicht vergessen wurden?
Die Niederlande als Rettungsanker – doch wie lange noch?
Kurzfristig konnte der Einbruch bei den LNG-Importen durch erhöhte Gaslieferungen aus den Niederlanden kompensiert werden. Die niederländischen Einfuhren stiegen im Wochenvergleich um gut 1.100 Gigawattstunden – was ziemlich exakt dem LNG-Rückgang entspricht. Doch diese Rechnung hat einen gewaltigen Haken: Die niederländischen Gasreserven befinden sich auf einem ähnlich niedrigen Niveau wie die deutschen. Die Niederlande können und werden nicht ewig als Lückenbüßer für Deutschlands verfehlte Energiepolitik einspringen.
Und genau hier offenbart sich das ganze Ausmaß des strategischen Versagens. Seit dem politisch gewollten Verzicht auf russisches Pipeline-Gas hat Deutschland sich in eine Abhängigkeit von LNG-Lieferungen begeben, die weder preislich noch logistisch mit der früheren Versorgung vergleichbar ist. Die Nord-Stream-Pipelines – von denen eine Leitung nach wie vor intakt sein soll – liegen ungenutzt auf dem Meeresgrund. Bezahltes Gas, das nicht fließt. Eine funktionierende Infrastruktur, die aus ideologischen Gründen brachliegt.
Speicher im freien Fall
Die deutschen Gasspeicher sind mittlerweile auf unter 27 Prozent Füllstand gesunken. Ein Rückgriff auf diese Reserven ist kaum noch möglich, ohne die ohnehin prekäre Lage weiter zu verschärfen. Laut Berechnungen des Branchenverbands DVGW könnten – abhängig vom weiteren Wetterverlauf – im April sämtliche deutschen Gasspeicher vollständig leer sein. Und dabei handelt es sich keineswegs um ein Worst-Case-Szenario, sondern um eine durchaus realistische Projektion, sollten die Temperaturen weiterhin unter dem Durchschnitt bleiben.
Die Bundesregierung unter Friedrich Merz hat bislang gebetsmühlenartig wiederholt, die LNG-Infrastruktur in Deutschland und Europa sei „inzwischen gut ausgebaut" und die Gasversorgung daher sichergestellt. Doch was nützt die beste Infrastruktur, wenn keine Schiffe anlegen können? Was nützen Terminals, wenn die Zufahrtswege vereist sind? Was nützen Beschwichtigungen, wenn die Speicher leerlaufen?
Ein selbstverschuldetes Desaster
Es ist ein Trauerspiel, das seinesgleichen sucht. Deutschland, einst Europas wirtschaftliches Kraftzentrum, steht vor der realen Gefahr einer Gasmangellage – nicht etwa wegen einer Naturkatastrophe oder eines unvorhersehbaren Ereignisses, sondern als direkte Folge politischer Entscheidungen. Der überstürzte Ausstieg aus der Kernenergie, die ideologisch motivierte Abkehr von russischem Gas, die naive Hoffnung auf eine „grüne" Energiezukunft, die in der Realität an simplem Wintereis scheitert – all das summiert sich zu einem energiepolitischen Offenbarungseid.
In wenigen Wochen drohen ernsthafte Versorgungsengpässe mit erheblichen Preissteigerungen – je nach Entwicklung der Wetterlage möglicherweise sogar regionale Ausfälle.
Die deutschen Bürger, die schon jetzt unter explodierenden Energiekosten ächzen, werden einmal mehr die Zeche zahlen. Für eine Politik, die sie nicht gefragt hat. Für ideologische Experimente, deren Scheitern mit jedem kalten Wintertag offensichtlicher wird. Und für eine politische Klasse, die lieber Arbeitskreise einberuft und Monitoring betreibt, als rechtzeitig für eine sichere und bezahlbare Energieversorgung zu sorgen.
In Zeiten wie diesen zeigt sich einmal mehr, wie wichtig es ist, Vermögenswerte zu besitzen, die nicht von politischen Fehlentscheidungen oder fragilen Lieferketten abhängen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrtausende als krisenfester Wertspeicher bewährt – unabhängig davon, ob die Ostsee zufriert oder die nächste politische Fehlkalkulation die Energiepreise in die Höhe treibt. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio können sie einen wertvollen Beitrag zur Vermögenssicherung leisten.

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