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Kettner Edelmetalle
10.02.2026
06:49 Uhr

Energiewende am Scheideweg: Grüne toben über Reiches Netzpaket – doch wer hat das Chaos eigentlich angerichtet?

Es ist ein Schauspiel, das man in der deutschen Energiepolitik nur allzu gut kennt: Diejenigen, die jahrelang den planwirtschaftlichen Ausbau erneuerbarer Energien ohne Rücksicht auf physikalische Realitäten vorangetrieben haben, schreien nun am lautesten, wenn jemand versucht, die Scherben zusammenzukehren. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hat mit ihrem geplanten „Netzpaket" offenbar einen Nerv getroffen – vor allem bei den Grünen, die sich in ihrer Empörung kaum noch zu bremsen wissen.

Worum es beim Netzpaket tatsächlich geht

Der noch unveröffentlichte Gesetzentwurf der Ministerin verfolgt ein im Grunde simples Ziel: Der Ausbau von Wind- und Solaranlagen soll künftig stärker an die tatsächliche Leistungsfähigkeit der Stromnetze gekoppelt werden. Klingt vernünftig? Ist es auch. Denn was nützen Tausende Windräder und Solarpaneele, wenn der produzierte Strom schlicht nicht dorthin transportiert werden kann, wo er gebraucht wird?

Konkret sieht das Netzpaket vor, dass besonders belastete Netzgebiete als „kapazitätslimitiert" ausgewiesen werden können. Für Neuanschlüsse in diesen Regionen soll ein sogenannter Redispatch-Vorbehalt gelten – das bedeutet: Wer dort eine neue Anlage ans Netz bringt, erhält im Falle einer Abregelung durch den Netzbetreiber keine Entschädigung mehr. Darüber hinaus sollen Investoren in erneuerbare Energien künftig den Netzausbau mitfinanzieren, und es sollen sogar Anschlussverweigerungen möglich werden.

Die grüne Empörungsmaschinerie läuft auf Hochtouren

Grünen-Vize Sven Giegold sprach umgehend von einer „Zubaublockade per Gesetz". Das Vorhaben schaffe Unsicherheit und werde Investitionen massiv ausbremsen, so der Politiker. Deutschland brauche „jetzt stärkere und digitalere Netze, nicht weniger Erneuerbare". Man reibt sich verwundert die Augen. Denn war es nicht ausgerechnet die grüne Regierungsbeteiligung unter Robert Habeck, die den Ausbau der Erneuerbaren mit ideologischem Eifer voranpeitschte, ohne sich auch nur ansatzweise um die nötige Infrastruktur zu kümmern?

Besonders pikant: Giegold kritisiert, dass Ministerin Reiche Gaskraftwerke mit Subventionen fördern wolle – verschweigt dabei aber geflissentlich, dass sein eigener Parteikollege Habeck als Wirtschaftsminister exakt dasselbe vorgesehen hatte. Die Doppelmoral könnte kaum offensichtlicher sein.

Das eigentliche Problem: Jahrelange Planungsfehler

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Im Jahr 2024 beliefen sich die Redispatch-Kosten auf geschätzte 2,8 Milliarden Euro. Allein die Entschädigungszahlungen an Anlagenbetreiber, deren Strom wegen Netzüberlastung nicht abgenommen werden konnte, summierten sich auf rund 554 Millionen Euro – und das war bereits ein Rückgang gegenüber den 807 Millionen Euro im Jahr 2021. Diese astronomischen Summen zahlt am Ende niemand anderes als der deutsche Stromkunde über die Netzentgelte. Ein System, das den Bürger systematisch zur Kasse bittet, während es gleichzeitig Strom produziert, der nirgendwohin fließen kann.

Deutschland hat mittlerweile rund 210 Gigawatt an Erzeugungskapazität installiert, erneuerbare Energien machten 2025 etwa 59 Prozent der Stromerzeugung aus. Auf dem Papier klingt das beeindruckend. In der Realität ist es ein vollendetes Paradoxon: Der Erzeugungsausbau mag ein Erfolg sein, doch das System drumherum – Netze, Speicher, Flexibilitätsmechanismen – wurde schlicht nicht mitgebaut. Das Ergebnis sind negative Strompreise, massive Netzengpässe und Milliardenverluste, die der Steuerzahler schultern muss.

Der Atomausstieg als Brandbeschleuniger

Man kann die aktuelle Misere der deutschen Energiepolitik nicht verstehen, ohne den überhasteten Atomausstieg in die Analyse einzubeziehen. Die letzten drei deutschen Kernkraftwerke wurden im April 2023 abgeschaltet – zu einem Zeitpunkt, als die Infrastruktur für Alternativen bei Weitem noch nicht bereitstand. Es war ein ideologisch motivierter Schritt, der Deutschland seiner zuverlässigsten und CO₂-ärmsten Grundlastquelle beraubte und das Land in eine noch stärkere Abhängigkeit von volatilen Erneuerbaren und importiertem Gas trieb.

Dass nun ausgerechnet eine Technikhistorikerin öffentlich einen „Fahrplan zurück zur Kernkraft" diskutiert, zeigt, wie weit sich die Debatte inzwischen von den grünen Dogmen der vergangenen Jahre entfernt hat. Die Realität hat die Ideologie eingeholt – und sie ist gnadenlos.

Systemproblem statt Erzeugungsproblem

Treffend analysierte ein Kommentator auf der Plattform X die Lage: Die Energiewende sei kein Erzeugungs-, sondern ein Systemproblem. Aus politischer Opportunität habe man den Ausbau der Erneuerbaren vorangetrieben, aber nicht den von Netzen, Speichern und Flexibilitätsmechanismen. Der Netzausbau sei verzögert und bürokratisch blockiert worden. Das ist keine Naturkatastrophe, sondern das Ergebnis politischen Versagens – eines Versagens, für das vor allem jene Parteien Verantwortung tragen, die nun am lautesten protestieren.

Reiches Ansatz: Pragmatismus statt Ideologie?

Man mag zum Netzpaket stehen, wie man will – eines muss man Ministerin Reiche zugutehalten: Sie versucht zumindest, die Energiewende vom Kopf auf die Füße zu stellen. Die Idee, den Zubau erneuerbarer Energien an die tatsächliche Netzkapazität zu koppeln, ist kein Angriff auf die Energiewende, sondern ein überfälliger Akt der Vernunft. Wer ein Haus baut, beginnt schließlich auch nicht mit dem Dach.

Dass die Grünen dies als „Blockade" brandmarken, offenbart vor allem eines: ihre Unfähigkeit, die Konsequenzen der eigenen Politik anzuerkennen. Jahrelang wurde der Ausbau von Windrädern und Solaranlagen als Allheilmittel gepriesen, während die unbequeme Frage nach Netzkapazitäten, Speichertechnologien und Versorgungssicherheit systematisch verdrängt wurde. Nun, da die Rechnung auf dem Tisch liegt, zeigt man empört auf andere.

Die deutsche Energiepolitik steht an einem Scheideweg. Entweder man setzt den ideologisch getriebenen Kurs fort und produziert weiter Strom, der nirgendwohin fließen kann – oder man besinnt sich auf technische und wirtschaftliche Realitäten. Für den deutschen Bürger, der bereits heute mit den höchsten Strompreisen Europas kämpft, wäre Letzteres ein Segen. Ob die neue Große Koalition den Mut aufbringt, diesen Weg konsequent zu gehen, bleibt allerdings abzuwarten. Die Erfahrung lehrt: In der deutschen Politik siegt allzu oft die Ideologie über den gesunden Menschenverstand.

„Deutschlands Energiewende ist ein vollendetes Paradoxon. Der Erzeugungsausbau ist ein Erfolg, aber das System drumherum wurde nicht mitgebaut."

Dieser Satz fasst das ganze Dilemma zusammen. Und er sollte all jenen zu denken geben, die glauben, man könne eine Industrienation mit Wunschdenken und Subventionen am Laufen halten. Die physikalischen Gesetze lassen sich eben nicht per Bundestagsbeschluss außer Kraft setzen – auch wenn manche Politiker das offenbar immer noch nicht begriffen haben.

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