
Epstein-Skandal: Deutsche Gewerkschaft verstrickt sich in peinliche Erklärungsnot
Ein brisanter Fund in den Ermittlungsakten des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein wirft unbequeme Fragen auf – und führt direkt nach Deutschland. Ein Presseausweis, ausgestellt auf die inhaftierte Epstein-Vertraute Ghislaine Maxwell, trägt das Logo eines deutschen Journalistenverbandes. Die Gewerkschaft Verdi windet sich nun in Erklärungen, während die Öffentlichkeit fassungslos zurückbleibt.
Ein Dokument, das Fragen aufwirft
In den kürzlich veröffentlichten Epstein-Akten tauchten Scans eines internationalen Presseausweises auf, der auf Ghislaine Maxwell ausgestellt wurde. Das Dokument, gültig für das Jahr 2017, ist der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) innerhalb der Gewerkschaft Verdi zugeordnet. Es handelt sich um einen Ausweis der Internationalen Journalisten-Föderation – ein Dokument, das Journalisten Zugang zu Behörden, Ministerien und Veranstaltungen verschafft.
Die zentrale Frage drängt sich förmlich auf: Wie konnte eine Frau, die später wegen ihrer Schlüsselrolle in einem der größten Missbrauchsskandale der jüngeren Geschichte verurteilt wurde, einen solchen Ausweis erhalten? Welche journalistische Tätigkeit hat Maxwell jemals ausgeübt, die eine solche Akkreditierung rechtfertigen würde?
Verdi versteckt sich hinter Datenschutz
Die Reaktion der Gewerkschaft Verdi ist bezeichnend für den Umgang deutscher Institutionen mit unbequemen Wahrheiten. Man teilte mit, dass ein solcher internationaler Presseausweis für zwei Jahre gültig sei und demnach 2015 oder 2016 ausgestellt worden sein müsste. Dann folgt der entscheidende Satz:
„Zentral zugängliche Daten liegen uns zu einem mehr als zehn Jahre zurückliegenden Vorgang aber nicht vor."
Wie praktisch! Die Antragsunterlagen seien nach dem hauseigenen Datenschutzkonzept längst vernichtet worden. Eine Aufklärung sei daher nicht mehr möglich. Man fragt sich unwillkürlich, ob diese Löschpraxis nicht auch dazu dient, unangenehme Nachfragen im Keim zu ersticken. Wer hat den Antrag geprüft? Welche Nachweise wurden vorgelegt? All das bleibt im Dunkeln.
Maxwell verweigert die Aussage
Die Geschichte wird noch brisanter, wenn man den aktuellen Kontext betrachtet. Maxwell, die seit 2022 eine langjährige Haftstrafe verbüßt, sollte eigentlich vor einem Ausschuss des US-Repräsentantenhauses aussagen. Doch die 63-Jährige hat angekündigt, von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch zu machen. Statt Fragen zu beantworten, wolle sie lediglich eine vorbereitete Erklärung verlesen.
Der demokratische Abgeordnete Ro Khanna wies darauf hin, dass dieses Verhalten im Widerspruch zu Maxwells früheren Ankündigungen stehe. Offenbar hat die Verurteilte gute Gründe, ihr Wissen für sich zu behalten. Die Liste der mächtigen Männer, die mit Epstein verkehrten, liest sich wie ein Who's Who der globalen Elite – und viele Namen sind bis heute nicht öffentlich bekannt.
Ein System des Schweigens
Der Fall Epstein offenbart einmal mehr, wie eng die Netzwerke der Macht geknüpft sind. Ein Multimillionär betreibt jahrelang einen Missbrauchsring, dem Dutzende junge Frauen und Minderjährige zum Opfer fallen. Seine engste Vertraute erhält einen deutschen Presseausweis – und niemand kann oder will erklären, wie das möglich war. Epstein selbst starb 2019 unter mysteriösen Umständen im Gefängnis, bevor er weitere Aussagen hätte machen können.
Die deutsche Öffentlichkeit hat ein Recht darauf zu erfahren, wie eine mutmaßliche Komplizin eines Sexualstraftäters an einen Presseausweis eines deutschen Verbandes gelangen konnte. Dass Verdi sich hinter Datenschutzfristen versteckt, mag rechtlich einwandfrei sein – moralisch ist es ein Armutszeugnis. Die Aufklärung dieses Skandals darf nicht an bürokratischen Hürden scheitern.

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