
Eskalation im Persischen Golf: Sechs Handelsschiffe unter Beschuss – Ölversorgung in akuter Gefahr

Was sich in der Nacht zum Mittwoch in den Gewässern des Persischen Golfs und der Straße von Hormus abspielte, liest sich wie ein Kriegsbulletin – und genau das ist es auch. Sechs Handelsschiffe wurden innerhalb weniger Stunden von Projektilen, Drohnen und sprengstoffbeladenen Booten attackiert. Ein Besatzungsmitglied kam ums Leben, drei weitere gelten als vermisst. Die Handelsschifffahrt in einer der wichtigsten Wasserstraßen der Welt steht praktisch still. Und die Welt schaut zu.
Iranische Revolutionsgarden machen Ernst
Die Angriffe markieren eine dramatische Eskalation im Konflikt zwischen dem Iran und den amerikanisch-israelischen Streitkräften. Seit dem Beginn der Militärschläge gegen den Iran am 28. Februar hat sich die Lage in der Region kontinuierlich verschärft. Mindestens 16 Schiffe wurden seither in der Region getroffen – eine Zahl, die man sich auf der Zunge zergehen lassen muss. Die Revolutionsgarden hatten unmissverständlich angekündigt, dass sie keinen „einzigen Liter Öl" mehr aus dem Nahen Osten in die USA, nach Israel oder zu deren Partnern durchlassen würden, sollten die Angriffe auf den Iran fortgesetzt werden. Nun setzen sie diese Drohung offenbar mit brutaler Konsequenz um.
Besonders beunruhigend: Die Revolutionsgarden bekannten sich erstmals zu einem direkten Beschuss durch iranische Kämpfer. Das thailändisch geflaggte Frachtschiff Mayuree Naree wurde in der Straße von Hormus von zwei Projektilen getroffen, der Maschinenraum geriet in Brand. Drei Besatzungsmitglieder werden vermisst und sollen im Maschinenraum eingeschlossen sein. Die übrigen 20 Seeleute konnten evakuiert werden und befinden sich im Oman in Sicherheit. Bilder der thailändischen Marine zeigen dichte schwarze Rauchschwaden, die aus dem Heck des Schiffes quellen – ein verstörendes Sinnbild für die Verwundbarkeit des globalen Handels.
Irakische Ölhäfen komplett lahmgelegt
In irakischen Gewässern traf es zwei Tanker besonders schwer. Die unter der Flagge der Marshallinseln fahrende Safesea Vishnu und die maltesisch registrierte Zefyros wurden von sprengstoffbeladenen iranischen Booten attackiert, während sie im Schiff-zu-Schiff-Verladegebiet innerhalb irakischer Hoheitsgewässer lagen. Beide Schiffe standen in Flammen. Ein Besatzungsmitglied wurde tot aus dem Wasser geborgen. 25 weitere Seeleute konnten von einem Boot der irakischen Hafengesellschaft gerettet werden, doch die Suche nach weiteren Vermissten dauerte an.
Die Konsequenz ließ nicht lange auf sich warten: Sämtliche irakischen Ölhäfen stellten ihren Betrieb vollständig ein. Lediglich die kommerziellen Häfen blieben in Betrieb. Für ein Land wie den Irak, dessen Staatshaushalt zu über 90 Prozent von Öleinnahmen abhängt, ist dies ein wirtschaftlicher Schlag von enormer Tragweite. Und für den Weltmarkt? Die Straße von Hormus ist die Lebensader des globalen Ölhandels – rund ein Fünftel der weltweiten Ölproduktion passiert diese schmale Meerenge. Die Ölpreise schossen bereits auf Niveaus, die seit 2022 nicht mehr gesehen wurden.
Trumps markige Worte – und die Realität auf See
US-Präsident Donald Trump hatte vollmundig erklärt, Ölunternehmen sollten die Straße von Hormus ruhig nutzen, da „so gut wie die gesamte iranische Marine zerstört" sei. Er versicherte zudem, die USA seien bereit, jederzeit Marineeskorten bereitzustellen. Doch die Realität an der Wasseroberfläche erzählt eine gänzlich andere Geschichte. Die US-Marine hat seit Kriegsbeginn nahezu tägliche Anfragen der Schifffahrtsindustrie nach militärischem Geleitschutz durch die Straße von Hormus abgelehnt – mit der Begründung, das Angriffsrisiko sei derzeit zu hoch.
Man muss sich diese groteske Situation vergegenwärtigen: Der Präsident der mächtigsten Militärnation der Welt erklärt die Meerenge für sicher, während seine eigene Marine den Schutz verweigert, weil es zu gefährlich sei. Wer soll da noch Vertrauen in die Sicherheit der internationalen Schifffahrtsrouten haben? Die Diskrepanz zwischen politischer Rhetorik und operativer Realität könnte kaum größer sein.
Weitere Schiffe im Fadenkreuz
Neben den schweren Angriffen auf die Tanker und das thailändische Frachtschiff wurden drei weitere Schiffe beschädigt. Das japanisch geflaggte Containerschiff ONE Majesty erlitt leichten Schaden durch ein unbekanntes Projektil, während es rund 46 Kilometer nordwestlich von Ras Al Khaimah in den Vereinigten Arabischen Emiraten vor Anker lag. Der japanische Eigner Mitsui O.S.K. Lines bestätigte, dass eine Inspektion des Rumpfes geringfügige Schäden oberhalb der Wasserlinie ergeben habe. Das Schiff bleibe voll einsatzfähig.
Ein weiterer Massengutfrachter, die unter der Flagge der Marshallinseln fahrende Star Gwyneth, wurde etwa 93 Kilometer nordwestlich von Dubai von einem Projektil am Rumpf getroffen. Am frühen Donnerstagmorgen meldete die britische Seehandelsorganisation UKMTO dann noch einen Treffer auf ein Containerschiff nördlich von Jebel Ali in den VAE, der einen kleinen Brand verursachte. In allen drei Fällen blieben die Besatzungen unverletzt – ein Umstand, der angesichts der Intensität der Angriffe fast schon als Glück im Unglück bezeichnet werden muss.
Die Weltwirtschaft am seidenen Faden
Was wir hier erleben, ist nichts weniger als die Militarisierung einer der wichtigsten Handelsrouten der Welt. Handelsschiffe – unbewaffnet, langsam, verwundbar – werden zur Zielscheibe in einem Konflikt, den sie nicht begonnen haben und dem sie nichts entgegenzusetzen haben. Die Seeleute, die auf diesen Schiffen ihren Dienst tun, bezahlen mit ihrer Gesundheit und im schlimmsten Fall mit ihrem Leben für geopolitische Machtspiele.
Für Europa und insbesondere für Deutschland, das ohnehin unter einer schwächelnden Wirtschaft und explodierenden Energiekosten ächzt, sind diese Entwicklungen von existenzieller Bedeutung. Die neue Große Koalition unter Bundeskanzler Friedrich Merz wird sich fragen lassen müssen, welche Strategie sie für die Sicherung der Energieversorgung verfolgt. Denn eines ist klar: Wer sich in der Energiepolitik jahrelang von ideologischen Träumereien leiten ließ, statt auf Versorgungssicherheit und Diversifizierung zu setzen, steht nun vor den Scherben seiner eigenen Naivität.
In Zeiten wie diesen zeigt sich einmal mehr, warum physische Edelmetalle als Krisenwährung unverzichtbar sind. Wenn Handelsrouten blockiert werden, Ölpreise explodieren und geopolitische Konflikte eskalieren, bieten Gold und Silber jene Stabilität, die Papierwerte und digitale Versprechen nicht liefern können. Wer sein Vermögen schützen will, sollte die aktuellen Entwicklungen als unmissverständlichen Weckruf verstehen.
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