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Kettner Edelmetalle
24.02.2026
19:57 Uhr

EU und Mexiko kurz vor Handelsabkommen – doch Trumps Schatten könnte alles zunichtemachen

Fast ein Jahrzehnt zäher Verhandlungen, politische Umwälzungen auf beiden Seiten des Atlantiks und nun, kurz vor der Ziellinie, droht ein unberechenbarer Faktor das gesamte Vorhaben zu torpedieren: Donald Trump. Die Europäische Union und Mexiko stehen unmittelbar vor der Unterzeichnung eines modernisierten Handelsabkommens – doch die geopolitischen Verwerfungen, die der US-Präsident mit seiner aggressiven Handelspolitik ausgelöst hat, werfen einen langen Schatten über das Projekt.

Ein Abkommen mit leidvoller Vorgeschichte

Das sogenannte „EU-Mexico Modernized Global Agreement" aktualisiert ein Freihandelsabkommen aus dem Jahr 2000 und wurde im Januar 2025 inhaltlich abgeschlossen. Seitdem arbeiten Handelsexperten beider Seiten daran, den Text in juristisch wasserdichte Formulierungen zu gießen und in alle 24 Amtssprachen der EU zu übersetzen. Eigentlich sollte das Ganze ein diplomatischer Selbstläufer sein – ein hübsches Foto für Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, Ratspräsident António Costa und Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum.

Doch so einfach ist es nicht. Bereits 2018 hatten beide Seiten eine Einigung verkündet, nur um dann durch den Regierungswechsel in Mexiko wieder an den Verhandlungstisch zurückgeworfen zu werden. Die linksnationalistische Morena-Partei unter Andrés Manuel López Obrador hatte die staatliche Kontrolle über Energieversorger zu einem Kernpunkt ihres Programms gemacht – was eine komplett neue Verhandlungsrunde erzwang. Erst im Januar 2025 konnte man sich erneut einigen.

Trumps „Donroe-Doktrin" als Damoklesschwert

Das eigentliche Problem sitzt in Washington. Mexiko ist der wichtigste Handelspartner der Vereinigten Staaten. Der jährliche Warenhandel zwischen beiden Ländern beläuft sich auf gewaltige 840 Milliarden Dollar – das Zehnfache des mexikanisch-europäischen Handelsvolumens. Und Trump, der bereits in seiner ersten Amtszeit mit dem Versprechen einer Grenzmauer nach oben gespült wurde, hat seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus im Januar 2025 die Daumenschrauben weiter angezogen: Zusatzzölle, Drohungen mit Militärschlägen gegen mexikanische Drogenkartelle und eine Rhetorik, die an Kalte-Kriegs-Zeiten erinnert.

Besonders brisant: Das nordamerikanische Freihandelsabkommen USMCA – Nachfolger des legendären NAFTA – steht Anfang Juli zur Überprüfung an. Die Trump-Administration hat unmissverständlich signalisiert, dass sie grundlegende Änderungen anstrebt oder das Abkommen möglicherweise ganz aufkündigen könnte. In diesem aufgeheizten Klima ein Handelsabkommen mit der EU zu unterzeichnen – mit allem diplomatischen Pomp, der dazugehört – könnte ein Weißes Haus provozieren, das die Dominanz über die westliche Hemisphäre zu einer strategischen Priorität erklärt hat.

Ein EU-Diplomat, der anonym bleiben wollte, bestätigte, dass die mexikanische Seite die Verhandlungen bewusst verlangsame – aus purer Angst vor amerikanischen Vergeltungsmaßnahmen. Man kann es den Mexikanern kaum verdenken.

Mexikos gefährliche Abhängigkeit

Die Tragik der Situation liegt in Mexikos wirtschaftlicher Struktur. Über die vergangenen drei Jahrzehnte hat das Land seine Integration in die amerikanische Lieferkette massiv vertieft. US-Unternehmen nutzten die niedrigeren Löhne, um Fabriken südlich der Grenze zu errichten, die alles von Autoteilen über Flugzeugkomponenten bis hin zu Toastern und Kühlschränken zurück in die Vereinigten Staaten liefern. Das Ergebnis war respektables Wachstum und eine stärker industrialisierte Volkswirtschaft als die rohstofflastigen südamerikanischen Ökonomien – aber eben auch eine erschreckende Abhängigkeit von einem einzigen Partner.

Renata Zilli, Forscherin am European Centre for International Political Economy mit Sitz in Mexiko-Stadt, brachte es auf den Punkt: Die USA seien für jedes Land eine wichtige Variable im Handel, für Mexiko jedoch ein absolut entscheidender Partner. Die gemischte Agenda aus Sicherheitsfragen, dem Fentanyl-Problem und Handelsstreitigkeiten verkompliziere die Lage enorm. Mexikos oberste Priorität sei es derzeit, die Beziehung zu den USA zu managen.

Die Festnahme Maduros als Eskalationssignal

Dass Trump in seiner zweiten Amtszeit nicht nur mit Worten droht, hat die Festnahme des venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro durch US-Spezialeinheiten eindrucksvoll demonstriert. Dieser beispiellose Vorgang hat die Spannungen in der gesamten Region dramatisch verschärft und dürfte in Mexiko-Stadt die Alarmglocken schrillen lassen. Wer glaubt, Washington würde vor drastischen Maßnahmen in der eigenen Nachbarschaft zurückschrecken, der irrt gewaltig.

Chance oder Risiko – das Dilemma der Unterzeichnung

Mexikos Wirtschaftsminister Marcelo Ebrard hat die Hoffnung geäußert, das Abkommen mit der EU noch bis Ende Mai unterzeichnen zu können. Doch die Meinungen darüber, ob eine schnelle Unterzeichnung klug wäre, gehen auseinander.

Juan Carlos Baker, ehemaliger mexikanischer Vize-Handelsminister und heute Akademiker an der Panamerikanischen Universität, argumentierte, dass eine zügige Unterzeichnung Mexiko gerade deshalb nützen könnte, weil sie der Trump-Administration zeige, dass das Land auch andere Freunde habe. Man müsse seine Optionen erweitern, so Baker, der selbst an den Verhandlungen beteiligt gewesen war, bevor die Morena-Partei an die Macht kam.

„Es ist nur Positionierung. Wir kaufen am meisten und verkaufen ihnen am meisten. Wenn man Mexiko aus der Lieferkette nimmt, nimmt man dem Auto das Rad ab."

Baker zeigte sich zuversichtlich, dass die USA letztlich ein aktualisiertes USMCA ratifizieren würden. Ob dieser Optimismus gerechtfertigt ist, bleibt abzuwarten – Trumps Handelspolitik hat sich nach dem Urteil des Supreme Court, der seine weitreichenden Zölle vergangene Woche kippte, ohnehin in einem Zustand der Unordnung befunden. Der Präsident hat daraufhin einen neuen, vorübergehenden globalen Zoll von 10 Prozent unter Section 122 des Trade Act von 1974 angekündigt. Für Mexiko läge der effektive Satz dank des USMCA bei lediglich 5,2 Prozent.

Was bedeutet das für Europa?

Für die Europäische Union wäre das modernisierte Abkommen ein strategischer Gewinn – zumindest auf dem Papier. Es würde die Integration der mexikanischen, stark auf Fertigung ausgerichteten Wirtschaft mit der europäischen Industrie vertiefen, insbesondere im Automobilsektor. Zudem würde es europäischen Investitionen in Mexiko den Weg ebnen. In Zeiten, in denen Trump mit seinen 20-Prozent-Zöllen auf EU-Importe den transatlantischen Handel belastet, wäre jede Diversifizierung der Handelsbeziehungen ein willkommener Lichtblick.

Doch man sollte sich keinen Illusionen hingeben. Die EU hat in den vergangenen Jahren eine bemerkenswerte Unfähigkeit bewiesen, Handelsabkommen tatsächlich über die Ziellinie zu bringen – man denke nur an das endlose Drama um das Mercosur-Abkommen. Und solange Brüssel mehr damit beschäftigt ist, ideologische Regulierungsprojekte voranzutreiben, statt handfeste wirtschaftliche Interessen zu verfolgen, wird Europa im globalen Wettbewerb weiter an Boden verlieren.

Für Deutschland, dessen Automobilindustrie von engeren Handelsbeziehungen mit Mexiko profitieren könnte, wäre eine Unterzeichnung grundsätzlich positiv. Doch die neue Große Koalition unter Friedrich Merz hat bislang wenig erkennen lassen, dass sie die handelspolitische Offensive fährt, die das Land so dringend bräuchte. Stattdessen werden Milliarden in Sondervermögen versenkt, die kommende Generationen belasten werden – während die eigentlichen Wachstumstreiber vernachlässigt werden.

Unsichere Zeiten erfordern sichere Werte

Die aktuelle geopolitische Gemengelage – von Trumps Zollchaos über die Eskalation im Nahen Osten bis hin zur fragilen europäischen Wirtschaftslage – zeigt einmal mehr, wie schnell sich vermeintliche Gewissheiten in Luft auflösen können. Handelsabkommen werden verhandelt, verschoben, torpediert. Währungen schwanken, Lieferketten brechen. In solchen Zeiten erweisen sich physische Edelmetalle wie Gold und Silber als das, was sie seit Jahrtausenden sind: ein verlässlicher Anker der Vermögenssicherung, unabhängig von den Launen einzelner Staatschefs oder den Irrungen und Wirrungen internationaler Handelspolitik.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener, gründlicher Recherche basieren. Wir übernehmen keine Haftung für finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden.

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