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Kettner Edelmetalle
13.04.2026
06:02 Uhr

Gasspeicher auf historischem Tief: VNG fordert staatlichen Notfallplan – droht Deutschland ein kalter Winter?

Gasspeicher auf historischem Tief: VNG fordert staatlichen Notfallplan – droht Deutschland ein kalter Winter?

Während die Bundesregierung noch vor wenigen Wochen vorsichtige Entspannungssignale aussendete, zeichnet sich an der deutschen Gasfront ein Bild ab, das an die dunkelsten Tage der Energiekrise 2022 erinnert. Der Leipziger Gashändler VNG – einer der größten Gasversorger des Landes – schlägt Alarm und fordert von der Politik einen konkreten Notfallplan für den kommenden Winter. Die Zahlen sprechen eine unmissverständliche Sprache.

Historisches Tief: Nur noch 22 Prozent in den Speichern

Anfang April lagen die deutschen Gasspeicher bei gerade einmal 22,18 Prozent Füllstand – ein historisches Tief, das selbst hartgesottene Energieexperten aufhorchen lässt. Zum Vergleich: Die gesetzliche Vorgabe schreibt bis zum 1. November eine Füllhöhe von mindestens 80 Prozent vor. Das bedeutet, dass die Versorger in nur gut sechseinhalb Monaten die Speicher nahezu vervierfachen müssten. Ein Kraftakt, der unter normalen Marktbedingungen schon ambitioniert wäre – unter den aktuellen Umständen grenzt er an eine Herkulesaufgabe.

Besonders brisant: Ein kurzzeitiger Aufwärtstrend bei der Einspeicherung, der Regierung und Versorger noch Anfang April zu optimistischen Einschätzungen verleitete, erwies sich als trügerisches Zwischenhoch. Statt weiterer Befüllung floss aus den Kavernen- und Porenspeichern trotz des Rekordtiefs weiterhin Gas ab. Die grünen Pluswerte auf den europäischen Übersichtsseiten verwandelten sich rasch wieder in bedrohliches Rot.

Wenn sich Einlagern nicht mehr lohnt

Das eigentliche Problem liegt tiefer als bloße Füllstände. Es ist die Marktlogik selbst, die unter dem aktuellen Preisdruck zusammenbricht. Normalerweise funktioniert das Speichergeschäft nach einem simplen Prinzip: Im Sommer günstig einkaufen, einlagern, im Winter teurer verkaufen. Die Differenz – der sogenannte Sommer-Winter-Spread – ist der wirtschaftliche Anreiz für die Unternehmen.

Doch genau dieser Spread ist praktisch verschwunden. VNG-Chef Ulf Heitmüller machte die Dramatik mit einer eindrücklichen Zahl deutlich: Zeitweise habe der Spread bei minus sechs Euro pro Megawattstunde gelegen. Wer unter diesen Bedingungen Gas einlagere, betreibe wirtschaftlichen Selbstmord – oder, wie Heitmüller es formulierte, „Harakiri". Kein privatwirtschaftliches Unternehmen kann es sich leisten, Milliarden in Vorräte zu investieren, die beim Verkauf weniger einbringen als der Einkaufspreis.

Die Geister von 2022

Die Parallelen zur Energiekrise 2022 sind unübersehbar. Damals musste der Bund über die Trading Hub Europe selbst am Weltmarkt Gas einkaufen – und zahlte dafür die astronomische Summe von mehr als 13 Milliarden Euro. Geld, das letztlich der Steuerzahler aufbrachte. Heitmüller warnt eindringlich davor, dass ein verspätetes Eingreifen den Staat erneut deutlich teurer zu stehen kommen könnte. Die Politik solle sich jetzt Gedanken machen, wie sie die Speicher füllen könne, falls die Unternehmen das nicht aus eigener Kraft leisten könnten.

Man fragt sich unweigerlich: Hat die Politik aus den Fehlern der Vergangenheit wirklich gelernt? Oder stolpert Deutschland sehenden Auges in die nächste Versorgungskrise, während man sich in Berlin mit bürokratischen Verordnungen und ideologischen Klimavorgaben beschäftigt?

Iran-Krieg treibt LNG-Preise in die Höhe

Verschärft wird die Lage durch die geopolitischen Verwerfungen im Nahen Osten. Der eskalierende Iran-Konflikt bedroht wichtige Routen für LNG-Tanker und hält die Einkaufspreise auf einem Niveau, das eine wirtschaftlich sinnvolle Einspeicherung zusätzlich erschwert. Zwar löse der Krieg nach Einschätzung von VNG kurzfristig noch keine akute Versorgungskrise aus, doch die indirekten Folgen – steigende Transportkosten, verunsicherte Märkte, ein verschärfter globaler Wettbewerb um verfügbare LNG-Ladungen – sind bereits spürbar.

Deutschland bezieht sein Gas mittlerweile aus mehreren Quellen: Der Löwenanteil fließt per Pipeline aus Norwegen, weitere Mengen stammen aus Aserbaidschan, und über die norddeutschen LNG-Terminals kommen Flüssiggas-Lieferungen an. VNG orderte 2024 sogar erstmals leitungsgebundenes Gas aus Algerien und verhandelt dort über größere Volumen. Doch ausgerechnet hier droht neues Ungemach.

EU-Bürokratie als Versorgungsrisiko

Die neue EU-Methan-Verordnung verlangt von Lieferanten außerhalb der Union detaillierte Nachweise über Emissionen bei Förderung und Produktion. Bei Verstößen drohen empfindliche Strafen. Was auf dem Papier nach vorbildlicher Klimapolitik klingt, entpuppt sich in der Praxis als handfestes Versorgungsrisiko. Heitmüller stellte unmissverständlich klar: „So wie der Stand heute ist, sind wir nicht in der Lage, neue Verträge mit Algerien zu machen."

Da haben wir es also wieder – die typisch europäische Regulierungswut, die in ihrer ideologischen Verbissenheit die Realitäten des Energiemarktes ignoriert. Während asiatische Konkurrenten Deutschland und Europa die LNG-Ladungen vor der Nase wegschnappen, beschäftigt sich Brüssel mit Emissionsnachweisen, die kein nordafrikanischer Lieferant in der geforderten Form erbringen kann. Man könnte fast meinen, die EU wolle ihre eigene Energieversorgung systematisch sabotieren.

Berlin zwischen Pragmatismus und Ideologie

Immerhin scheint Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche die Brisanz der Lage erkannt zu haben. Sie kündigte an, die Methan-Verordnung in Deutschland „pragmatisch und zurückhaltend" umzusetzen – ein bemerkenswerter Kurswechsel gegenüber der ideologiegetriebenen Energiepolitik der Vorgängerregierung. Darüber hinaus plant Berlin den Aufbau einer strategischen Gasreserve, die sich an der bewährten staatlichen Ölreserve orientieren könnte.

Es ist ein Schritt in die richtige Richtung, keine Frage. Doch ob dieser Pragmatismus rechtzeitig kommt, um die Speicher bis November auf das geforderte Niveau zu bringen, steht auf einem anderen Blatt. Die Uhr tickt, und jeder Tag ohne nennenswerte Einspeicherung macht die Aufgabe schwieriger – und teurer.

VNG steht solide da – doch das Gesamtbild beunruhigt

Das Leipziger Unternehmen selbst präsentiert sich trotz aller Warnungen in einer stabilen Position. Mit rund 400 belieferten Stadtwerken, Regionalversorgern und Industriekunden in Deutschland, Polen und Tschechien, einem 8000 Kilometer langen Leitungsnetz im Osten Deutschlands und vier großen Untergrundspeichern ist VNG ein Schwergewicht der deutschen Gasversorgung. Bei einem Umsatz von rund 18 Milliarden Euro und einem bereinigten EBITDA von 422 Millionen Euro stehe das Unternehmen wirtschaftlich solide da, betonte Heitmüller: „Wir verkaufen keine ungedeckten Schecks."

Doch die individuelle Stärke eines einzelnen Unternehmens kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Gesamtsystem unter enormem Druck steht. Die Kombination aus historisch niedrigen Speicherständen, fehlenden wirtschaftlichen Anreizen zur Einspeicherung, geopolitischen Risiken und regulatorischen Hürden ergibt ein toxisches Gemisch, das ohne entschlossenes staatliches Handeln kaum zu entschärfen sein dürfte.

Deutschland braucht Versorgungssicherheit statt Ideologie

Die aktuelle Situation offenbart einmal mehr die Verwundbarkeit der deutschen Energieversorgung – eine Verwundbarkeit, die nicht vom Himmel gefallen ist, sondern das Ergebnis jahrelanger politischer Fehlentscheidungen. Der überhastete Ausstieg aus der Kernenergie, die naive Abhängigkeit von russischem Gas, die ideologische Fixierung auf erneuerbare Energien ohne belastbare Backup-Strategie – all das rächt sich nun bitter.

Für den deutschen Bürger bedeutet die Lage vor allem eines: Unsicherheit. Unsicherheit darüber, ob die Heizung im nächsten Winter zuverlässig läuft. Unsicherheit darüber, was die Gasrechnung kosten wird. Und Unsicherheit darüber, ob die Politik diesmal schnell genug handelt – oder ob am Ende wieder der Steuerzahler mit Milliardensummen einspringen muss, weil man in Berlin zu lange gezögert hat.

In Zeiten derartiger wirtschaftlicher und geopolitischer Unsicherheiten zeigt sich einmal mehr der Wert physischer Edelmetalle als Instrument der Vermögenssicherung. Während Energiepreise schwanken, Währungen unter Druck geraten und staatliche Rettungsaktionen die Inflation weiter anheizen, bieten Gold und Silber seit Jahrtausenden einen verlässlichen Anker in stürmischen Zeiten.

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