
Handwerk und Bundeswehr: Praktika in Uniform als Rettungsanker gegen den Fachkräftemangel?
Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) prescht mit einem bemerkenswerten Vorstoß vor: Künftig sollen Wehrdienstleistende während ihrer Dienstzeit Praktika im Handwerk absolvieren können. Was auf den ersten Blick wie eine pragmatische Idee klingt, offenbart bei genauerem Hinsehen die ganze Dramatik einer Branche, die seit Jahren verzweifelt um Nachwuchs ringt – und einer Politik, die das Problem jahrelang sträflich ignoriert hat.
Vom Kasernenhof in die Werkstatt
Konkret schweben dem ZDH ein- bis mehrtägige Praktika vor, die fest im Wehrdienst verankert werden sollen. Die Logik dahinter ist bestechend einfach: Wer beim Bund bereits Behelfsstraßen baut, Brücken errichtet, Fahrzeuge wartet oder Energie- und Wasserversorgungssysteme instand hält, der bringt ohnehin schon handwerkliches Geschick mit. Warum also nicht diese Berührungspunkte systematisch nutzen, um junge Menschen für eine Karriere im Handwerk zu begeistern?
Ein ZDH-Sprecher betonte, dass der Wehrdienst darüber hinaus überfachliche Kompetenzen wie Teamfähigkeit, Zuverlässigkeit und Resilienz stärke – Eigenschaften, die in jedem Handwerksbetrieb Gold wert seien. Man könnte fast meinen, die Bundeswehr sei das bessere Berufsorientierungsprogramm als so manches schulische Praktikum, bei dem Jugendliche drei Wochen lang Kaffee kochen und Akten sortieren.
Die bittere Wahrheit hinter der Initiative
So begrüßenswert der Vorstoß auch sein mag – er ist zugleich ein Armutszeugnis. Denn er zeigt, wie dramatisch die Lage im deutschen Handwerk tatsächlich ist. Hunderttausende Stellen bleiben unbesetzt, Meisterbetriebe finden keine Nachfolger, und ganze Gewerke drohen auszusterben. Jahrzehntelang hat die Politik den akademischen Weg glorifiziert, während das Handwerk – einst Rückgrat der deutschen Wirtschaft – zum Stiefkind degradiert wurde. Jeder sollte studieren, so das Mantra. Das Ergebnis? Ein Land voller Politikwissenschaftler und Soziologen, in dem man monatelang auf einen Klempner warten muss.
Dass ausgerechnet die Bundeswehr nun als Rekrutierungsplattform für das Handwerk herhalten soll, hat durchaus eine gewisse Ironie. Denn auch die Streitkräfte selbst leiden unter massivem Personalmangel. Der ZDH räumt denn auch ein, dass eine engere Kooperation helfen solle, dem „zeitweisen Entzug von Arbeits- und Fachkräften für das personalintensive Handwerk entgegenzuwirken". Mit anderen Worten: Man will verhindern, dass der Wehrdienst dem Handwerk noch mehr dringend benötigte junge Leute entzieht.
Ein Schritt in die richtige Richtung – aber bei weitem nicht genug
Grundsätzlich verdient die Initiative Anerkennung. Die Verbindung von Wehrdienst und Berufsorientierung ist ein kluger Ansatz, der an bewährte Traditionen anknüpft. In früheren Jahrzehnten, als der Wehrdienst noch Pflicht war, haben unzählige junge Männer beim Bund erstmals praktische Fähigkeiten erworben, die ihnen später im Berufsleben zugutekamen. Dass man diesen Gedanken nun wiederbeleben will, zeugt von einem gewissen Realitätssinn.
Doch Praktika allein werden das Handwerk nicht retten. Was es braucht, ist ein grundlegender Mentalitätswandel in der Gesellschaft. Der Meisterbrief muss wieder den gleichen Stellenwert genießen wie ein Hochschulabschluss. Handwerker müssen angemessen entlohnt werden. Und die Politik muss endlich aufhören, mit immer neuen bürokratischen Auflagen die Betriebe zu erdrosseln. Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz wäre gut beraten, hier entschlossen gegenzusteuern – statt sich in ideologischen Debatten zu verlieren, die keinem Handwerksmeister auch nur einen einzigen Lehrling bescheren.
Deutschland war einmal das Land der Tüftler und Macher. Es wird höchste Zeit, dass wir uns auf diese Stärke zurückbesinnen – ob in Uniform oder in der Werkstatt.
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