
Historischer Tiefstand: Deutschlands Gasspeicher so leer wie nie zuvor

Die eisige Kälte, die Deutschland derzeit fest im Griff hält, offenbart schonungslos die Versäumnisse der vergangenen Jahre in der Energiepolitik. Mit einem Füllstand von gerade einmal 53 Prozent starten die deutschen Gasspeicher ins Jahr 2026 – der niedrigste Wert seit Beginn der Datenerfassung im Jahr 2011. Ein Alarmsignal, das die Bundesnetzagentur erstaunlich gelassen zur Kenntnis nimmt, während die Branche bereits vor drohenden Engpässen warnt.
Deutschland hinkt Europa hinterher
Die Zahlen des Verbandes der europäischen Gasinfrastrukturbetreiber sprechen eine deutliche Sprache. Während Deutschland mit seinen mageren 53 Prozent kämpft, liegt der europäische Durchschnitt bei respektablen 59 Prozent. Doch der eigentliche Vergleich schmerzt noch mehr: Italien verfügt über 72 Prozent Füllstand, Polen über 80 Prozent und Portugal gar über stolze 93 Prozent. Im Schnitt waren die deutschen Speicher zum gleichen Zeitpunkt in den Vorjahren satte 20 Prozentpunkte voller.
Wie konnte es so weit kommen? Die Antwort liegt in einer Energiepolitik, die jahrelang ideologischen Wunschvorstellungen folgte, statt pragmatische Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Der überstürzte Ausstieg aus der Kernenergie, die naive Abhängigkeit von russischem Gas und das blinde Vertrauen in erneuerbare Energien haben Deutschland in eine prekäre Lage manövriert.
Bundesnetzagentur gibt sich betont entspannt
Die Bundesnetzagentur verbreitet derweil demonstrative Gelassenheit. In ihrem aktuellen Lagebericht heißt es, die Versorgung sei stabil und die Gefahr einer angespannten Gasversorgung werde als gering eingeschätzt. Man verweist auf die Importmöglichkeiten über norwegische Pipelines, die fünf deutschen LNG-Terminals sowie zusätzliche Kapazitäten über Frankreich und Belgien.
„Die Bundesnetzagentur schätzt die Gefahr einer angespannten Gasversorgung im Augenblick als gering ein."
Doch diese Beschwichtigungen wirken angesichts der Faktenlage geradezu fahrlässig. Denn gleichzeitig räumt die Behörde ein, dass ein sparsamer Gasverbrauch „dennoch wichtig" bleibe, da aufgrund der europäischen Importabhängigkeit „immer Risiken verbleiben". Ein Widerspruch, der Bände spricht.
Speicherbetreiber schlagen Alarm
Deutlich kritischer sieht die Initiative Energien Speichern (INES) die Situation. Der Zusammenschluss der deutschen Speicherbetreiber warnte bereits im November vor möglichen Engpässen bei einem außergewöhnlich kalten Januar. INES-Geschäftsführer Sebastian Heinermann formuliert es unmissverständlich: Die Speicherbefüllung für den Winter 2025/26 reiche für den Fall eines extrem kalten Winters trotz der neuen LNG-Importkapazitäten nicht aus.
Und genau dieser extrem kalte Winter scheint nun Realität zu werden. Meteorologen prognostizieren für die kommende Woche Temperaturen zwischen minus 15 und minus 20 Grad in einigen Teilen der Bundesrepublik. Der Deutsche Wetterdienst hat bereits eine amtliche Warnung mit Alarmstufe Gelb für ganz Deutschland verhängt. Ein Ende der Kälte sei nicht abzusehen – dieser Januar könnte der erste seit 2017 werden, der unter dem langjährigen Temperaturschnitt liegt.
Preisschock droht den Verbrauchern
Selbst wenn die physische Versorgung gesichert bleibt, droht den deutschen Verbrauchern ein weiterer Schlag ins Kontor. Experten warnen vor möglichen Preisschocks, falls die Versorger zur Sicherung der Gasreserven kurzfristig mehr Flüssiggas auf dem Weltmarkt kaufen müssen. Patrick Pouyanné, Chef des französischen Energiekonzerns TotalEnergies, mahnte bereits vor steigenden Gaspreisen durch Europas zunehmende Abhängigkeit von amerikanischem LNG.
Die bittere Wahrheit: US-amerikanisches Flüssiggas kostet die EU laut Eurostat-Daten doppelt so viel wie einst das russische Pipelinegas. Die Zeche für die energiepolitischen Fehlentscheidungen der Vergangenheit zahlt am Ende der deutsche Bürger – mit höheren Heizkosten, steigenden Strompreisen und einer Industrie, die unter den explodierenden Energiekosten ächzt.
Die Lehren aus der Krise
Die aktuelle Situation zeigt einmal mehr, wie dringend Deutschland eine Energiepolitik benötigt, die Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit in den Mittelpunkt stellt. Die fünf seit Ende 2024 installierten LNG-Terminals waren ein notwendiger Schritt, doch sie können die strukturellen Probleme nicht lösen. Es braucht eine ehrliche Bestandsaufnahme und den Mut, ideologische Scheuklappen abzulegen – bevor der nächste kalte Winter kommt.
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