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Kettner Edelmetalle
19.05.2026
13:47 Uhr

Kerosin-Schock im Anflug: Wie die Luftfahrtbranche den deutschen Urlauber für dumm verkauft

Kerosin-Schock im Anflug: Wie die Luftfahrtbranche den deutschen Urlauber für dumm verkauft

Es ist ein Schauspiel, das man so nur aus Konzernzentralen und Politbüros kennt: Während sich der Kerosinpreis in Europa seit Ende Februar nahezu verdoppelt hat und die Internationale Energieagentur (IEA) vor handfesten Versorgungsengpässen warnt, treten die Granden der deutschen und europäischen Luftfahrtbranche vor die Mikrofone und verkünden – Entwarnung. Keine Sorge, liebe Kunden. Alles im Griff. Bitte weiter buchen, bitte weiter zahlen.

Wenn der Konzernchef beruhigt, sollte der Verbraucher misstrauisch werden

TUI-Vorstandschef Sebastian Ebel sprach gegenüber Welt TV von einer „relativ komfortablen" Lage in Deutschland. Ryanair-Chef Michael O'Leary erklärte, das Risiko einer Versorgungsunterbrechung nehme ab. Die Botschaft: keine Panik. Die Realität sieht freilich anders aus. Wer wissen will, wie es wirklich um die Branche bestellt ist, sollte nicht jenen lauschen, die Sommerbuchungen verkaufen wollen, sondern jenen, die offen rechnen. Wizz-Air-Chef József Váradi etwa räumte gegenüber Reuters ein, dass Ersatzlieferungen Kerosin derzeit für rund 1.400 Dollar pro Tonne beschafft werden müssten – das Doppelte des Vorkriegsniveaus.

Die IEA hatte bereits Mitte April gewarnt, dass mehrere europäische Länder in den kommenden Wochen mit einer beginnenden Kerosin-Knappheit konfrontiert sein könnten. Pikantes Detail: Vor Kriegsausbruch stammten rund 75 Prozent der europäischen Netto-Kerosinimporte aus dem Mittleren Osten. Und die Straße von Hormus, eine der zentralen Lieferrouten, bleibt blockiert.

Made in Germany: Das hausgemachte Versorgungsdesaster

Für Deutschland kommt ein weiteres, hausgemachtes Problem hinzu. Russland stoppte zum 1. Mai 2026 den Transit von Rohöl über die Druschba-Pipeline. Direkt betroffen: die PCK-Raffinerie Schwedt, die Berlin und Brandenburg mit Kerosin, Diesel und Benzin versorgt – inklusive des chronisch geplagten Flughafens BER. Wer jahrelang Pipelines kappt, Raffinerien stilllegt und sich aus ideologischen Gründen von verlässlichen Energiequellen verabschiedet, sollte sich nicht wundern, wenn am Ende die Tankwagen ausbleiben. Die Frage, warum man hierzulande in den vergangenen Jahren so viele Raffineriekapazitäten abgebaut hat, wird in den Hauptstadtredaktionen lieber nicht gestellt.

Warum die Branche schweigt – und der Kunde zahlt

Der unabhängige Luftfahrtanalyst John Strickland brachte es gegenüber ntv auf den Punkt: Der Sommer sei die wichtigste Ertragsperiode für Airlines, und natürlich wolle man den Kunden versichern, dass sie beruhigt buchen könnten. Übersetzt heißt das: Erst kassieren, dann erklären. Denn Kerosin macht zwischen 20 und 40 Prozent der Betriebskosten einer Fluggesellschaft aus – es ist der mit Abstand größte einzelne Kostenfaktor. Verdoppeln sich die Preise, kann nur eines passieren: Sie landen am Ende auf der Rechnung des Kunden.

Gabriel Felbermayr, Mitglied des Sachverständigenrats, prognostizierte bereits Mitte April im Deutschlandfunk klipp und klar: „Die Ticketpreise werden stark steigen." Rechtlich dürfen Reiseveranstalter Pauschalreisepreise bei gestiegenen Treibstoffkosten nachträglich anheben, sofern dies spätestens 20 Tage vor Reisebeginn angekündigt wird. TUI, Alltours und DERTOUR haben zwar versprochen, bereits gebuchte Reisen nicht zu verteuern. Für künftige Buchungen gilt dieses Versprechen jedoch nicht. Der Kerosinpreis wird stillschweigend in Katalog- und Onlinepreise eingepreist – ohne sichtbaren Zuschlag. So bleibt der Schock dezent, aber spürbar.

Geschäftsreisen: Der unsichtbare Wirtschaftsmotor stottert

Was viele übersehen: Es trifft nicht nur den Mallorca-Urlauber. Auch die exportorientierte deutsche Wirtschaft, ohnehin schon unter Druck durch Energiekosten, Bürokratie und steuerliche Daumenschrauben, wird zusätzlich belastet. Luftfracht wird teurer, Geschäftsreisen werden zur Rechenaufgabe. Laut Geschäftsreiseanalyse 2026 des Verbands Deutsches Reisemanagement (VDR) unternahmen deutsche Unternehmen im Jahr 2025 insgesamt 116,1 Millionen Geschäftsreisen mit einem Marktvolumen von 48,6 Milliarden Euro. VDR-Präsident Christoph Carnier brachte es auf den Punsch: Geschäftsreisen seien kein Overhead, sondern ein Frühindikator für Wirtschaftsdynamik. Wenn diese ins Stocken gerät, gerät auch der Motor der Volkswirtschaft ins Stottern.

Deutschland fliegt hinterher – und das nicht nur sprichwörtlich

Die Kerosin-Krise trifft eine Luftfahrtbranche, die sich von den Folgen der Corona-Maßnahmenpolitik bis heute nicht erholt hat. 207,2 Millionen Flugpassagiere zählten die deutschen Hauptverkehrsflughäfen im Jahr 2025 – immer noch 8,6 Prozent unter dem Rekordniveau von 2019. Im innerdeutschen Luftverkehr beträgt der Rückstand sogar 48,4 Prozent. Erst 2029, so die Prognose der ADV, soll das Vorkrisenniveau wieder erreicht werden. Während andere große Volkswirtschaften längst wieder durchstarten, hängt Deutschland in der Warteschleife fest. Ein Armutszeugnis – für den Standort und für eine Politik, die mit Luftverkehrssteuer, Sicherheitsgebühren, Flugsicherungsgebühren, Mehrwertsteuer und Emissionsbesteuerung den Standort systematisch verteuert. Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) hat diesen Belastungs-Cocktail wiederholt als zentrales Standortproblem benannt.

Vermögenssicherung in unsicheren Zeiten

Die Kerosin-Krise ist mehr als eine Petitesse für reisende Urlauber. Sie zeigt, wie verwundbar eine Volkswirtschaft ist, deren politische Führung jahrelang an ideologischen Leitplanken statt an wirtschaftlicher Vernunft gearbeitet hat. Wer geopolitische Lieferketten kappt, eigene Raffineriekapazitäten abbaut und gleichzeitig die heimische Industrie mit Abgaben überzieht, darf sich über steigende Preise nicht wundern. Inflationsdruck, Energiekrisen und politische Unwägbarkeiten sind zur Dauerschleife geworden. Wer in solchen Zeiten sein Vermögen schützen möchte, sollte sich nicht allein auf Papierwerte und Versprechen verlassen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als verlässlicher Anker bewährt – als sinnvolle Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio, das gegen Krisen wie diese gewappnet ist.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Die in diesem Artikel geäußerten Einschätzungen geben ausschließlich die Meinung der Redaktion auf Basis der vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser ist angehalten, eigenständig zu recherchieren und bei finanziellen, steuerlichen oder rechtlichen Entscheidungen qualifizierten fachlichen Rat einzuholen. Eine Haftung für Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Beitrags getroffen werden, wird ausdrücklich ausgeschlossen.

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