
Krypto-Gipfel in Trumps Privatclub: Wall-Street-Elite trifft auf Familienbusiness
Was passiert, wenn die mächtigsten Köpfe der amerikanischen Finanzwelt in einem privaten Luxusclub zusammenkommen – organisiert von den Söhnen des amtierenden Präsidenten, die gleichzeitig ein milliardenschweres Krypto-Imperium aufbauen? Genau das geschieht diese Woche in Mar-a-Lago, und die Brisanz dieses Treffens kann kaum überschätzt werden.
Die Crème de la Crème der Finanzwelt gibt sich die Ehre
Donald Trump Jr. und Eric Trump, die beiden ältesten Söhne des US-Präsidenten, haben zum sogenannten „World Liberty Forum" geladen – und die Gästeliste liest sich wie ein Who's Who der globalen Finanzindustrie. David Solomon, Vorstandschef von Goldman Sachs, wird ebenso erwartet wie Jenny Johnson, die Chefin des 1,7 Billionen Dollar schweren Vermögensverwalters Franklin Templeton. Hinzu kommen Lynn Martin, Präsidentin der New Yorker Börse, und Adena Friedman, CEO der Nasdaq. Namen, die in der Finanzwelt Gewicht haben. Enormes Gewicht.
Doch damit nicht genug. Auch hochrangige Regierungsvertreter sollen auftreten: Michael Selig, Vorsitzender der Commodity Futures Trading Commission – also jener Behörde, die maßgeblich über die Regulierung von Kryptowährungen mitentscheidet –, Kelly Loeffler von der Small Business Administration sowie Jacob Helberg, Unterstaatssekretär für Wirtschaftsangelegenheiten im Außenministerium. Eine bemerkenswerte Mischung aus Regulierern und Regulierten, die sich unter dem Dach eines Trump-Familienunternehmens versammelt.
World Liberty Financial: Das Krypto-Imperium der Trump-Familie
Organisiert wird das Forum von World Liberty Financial, einem Krypto-Unternehmen, das die Trump-Familie kurz vor der Präsidentschaftswahl 2024 ins Leben rief. Und dieses Unternehmen ist alles andere als ein Nebenprojekt. Laut Analysen habe die Trump-Familie allein im ersten Amtsjahr des Präsidenten mehr als eine Milliarde Dollar durch Krypto-Projekte eingenommen. Das Hauptprodukt, der an den US-Dollar gekoppelte Stablecoin USD1, habe bereits über fünf Milliarden Dollar im Umlauf und sei damit zum fünftgrößten Stablecoin weltweit aufgestiegen.
Besonders pikant: Nur wenige Tage vor Trumps Amtseinführung im Januar 2025 erwarb ein Investmentvehikel mit Verbindungen zur Königsfamilie von Abu Dhabi einen 49-prozentigen Anteil an World Liberty Financial – für satte 500 Millionen Dollar. Man muss kein Verschwörungstheoretiker sein, um hier gewisse Verflechtungen zu erkennen, die zumindest Fragen aufwerfen.
Interessenkonflikt oder Geschäft wie üblich?
Sechs von Reuters befragte Rechts- und Ethikexperten waren sich zwar einig, dass das Forum einzigartig sei, gingen in ihrer Bewertung jedoch auseinander. Chris Swartz, ein ehemaliger Anwalt des US-Ethikbüros, der unter beiden Trump-Administrationen tätig gewesen sei, äußerte sich besorgt. Jede vernünftige Person müsse ernsthafte Fragen zur Angemessenheit dieser Veranstaltung haben, so Swartz. Die Trump-Familie nutze das öffentliche Amt ihres Patriarchen zum Vorteil ihrer privaten Krypto-Geschäfte – ein Vorwurf, der schwer wiegt.
Andere Stimmen relativierten. Andy Grewal, Juraprofessor an der University of Iowa, merkte an, dass es nicht ungewöhnlich sei, wenn sich Wirtschaftsführer mit der aktuellen Regierung zu arrangieren versuchten. Die Präsidentschaft bringe unvermeidliche Interessenkonflikte mit sich – es liege letztlich an den Wählern zu entscheiden, wem sie ethisches Handeln zutrauten.
Das Weiße Haus blockt ab
Die offizielle Linie des Weißen Hauses ist erwartungsgemäß eindeutig. Eine Sprecherin erklärte, die Vermögenswerte des Präsidenten befänden sich in einem Trust, der von seinen Kindern verwaltet werde, und es gebe „keine Interessenkonflikte". Der Rechtsberater des Weißen Hauses fügte hinzu, der Präsident sei an keinen Geschäftsabschlüssen beteiligt, die seine verfassungsmäßigen Pflichten berührten. Freilich wird Trump als Begünstigter des Trusts nach seinem Ausscheiden aus dem Amt Zugang zu den erwirtschafteten Erträgen haben. Ein Detail, das man nicht übersehen sollte.
Ein Sprecher von World Liberty Financial verglich die Veranstaltung mit etablierten Branchenkonferenzen wie der Milken Institute Global Conference und betonte, es gehe darum, „Beziehungen zu vertiefen und die Dominanz des US-Dollars in der digitalen Wirtschaft auszubauen". Medien seien eingeladen, die Redner würden nicht bezahlt, und Ankündigungen würden öffentlich geteilt. Zudem wolle man die größten Online-Promoter des hauseigenen Krypto-Tokens WLFI und des USD1-Stablecoins einladen.
Ein Lehrstück über Macht und Geld
Was sich in Mar-a-Lago abspielt, ist im Grunde ein Lehrstück darüber, wie eng Politik und Wirtschaft in den Vereinigten Staaten mittlerweile verflochten sind. Während europäische Politiker – allen voran die deutsche Bundesregierung – sich in ideologischen Grabenkämpfen um Gendersprache und Klimaneutralität verlieren, schaffen die Amerikaner unter Trump knallharte wirtschaftliche Fakten. Man mag die Methoden kritisieren, doch die Entschlossenheit, mit der hier Wirtschaftspolitik betrieben wird, nötigt zumindest Respekt ab.
Für den deutschen Beobachter bleibt die bittere Erkenntnis: Während in Berlin ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen beschlossen wird, das kommende Generationen mit Schulden belastet, ohne dass ein klarer wirtschaftlicher Mehrwert erkennbar wäre, positionieren sich die USA als globaler Vorreiter in der digitalen Finanzwelt. Ob man Trumps Familienbusiness nun als dreisten Interessenkonflikt oder als cleveres Unternehmertum betrachtet – die Dynamik, die der Kryptomarkt unter seiner Präsidentschaft entfaltet, ist bemerkenswert.
Präsident Trump selbst soll übrigens nicht bei dem Forum auftreten – anders als bei einem Dinner im Mai, bei dem er die größten Käufer seines Meme-Coins persönlich ehrte. Ein feiner Unterschied, der juristisch relevant sein dürfte, an der grundsätzlichen Problematik jedoch wenig ändert.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Kryptowährungen und andere digitale Vermögenswerte unterliegen erheblichen Kursschwankungen und Risiken. Jeder Anleger ist selbst dafür verantwortlich, sich umfassend zu informieren und eigenständige Anlageentscheidungen zu treffen. In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit und inflationärer Tendenzen können physische Edelmetalle wie Gold und Silber eine sinnvolle Ergänzung zur Vermögenssicherung in einem breit diversifizierten Portfolio darstellen.
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