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01.02.2026
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Kurdische Autonomieträume in Syrien endgültig zerplatzt

Kurdische Autonomieträume in Syrien endgültig zerplatzt

Was sich über Monate abzeichnete, ist nun bittere Realität geworden: Der Traum der syrischen Kurden von einer eigenständigen Selbstverwaltung im Nordosten des Landes liegt in Trümmern. Die syrische Armee unter Präsident Ahmad Al-Sharaa hat in einem überraschend schnellen Feldzug die Stellungen der SDF (Syria Democratic Forces) überrannt und damit ein weiteres Kapitel im endlosen Leidensweg des kurdischen Volkes aufgeschlagen.

Der Zusammenbruch kam schneller als erwartet

Der Angriff begann Mitte Januar in den kurdisch bewohnten Stadtteilen Aleppos – und entwickelte sich binnen weniger Tage zu einem militärischen Desaster für die SDF. Besonders pikant: Nur zwei Tage nachdem die USA ihre einstigen Verbündeten aufgefordert hatten, ihre Kämpfer aus Aleppo abzuziehen, verloren die Kurden nicht nur ihren Einfluss in der Region, sondern auch die Kontrolle über das größte Ölfeld des Landes. Ein Verlust, der schwerer wiegt als jede militärische Niederlage.

Die Euphrat-Provinzen Raqqa und Deir al-Zor fielen wie Dominosteine. Erst an der Grenze zur mehrheitlich kurdisch bewohnten Provinz Hasaka kam der Vormarsch vorläufig zum Stillstand. Doch die dort geltende Waffenruhe, die eigentlich die Verlegung von ISIS-Häftlingen in den Irak ermöglichen soll, hängt am seidenen Faden.

Das Kartenhaus der Petro-Dollars

Die Gründe für den raschen Kollaps der SDF sind vielschichtig – und entlarven zugleich die Fragilität des gesamten kurdischen Projekts. Die SDF propagierte zwar offiziell eine libertäre, basisdemokratische und säkulare Ordnung, doch diese postmoderne Vision fand unter den arabischen Stämmen Syriens kaum echte Anhänger. Was die arabischen Kämpfer an die SDF band, waren nicht hehre Ideale, sondern schlicht und ergreifend Geld.

Durch die Kontrolle der syrischen Ölquellen und den Erdölschmuggel via Irak verfügte die SDF über Milliarden Dollar. Mit diesen Petro-Dollars erkaufte sie sich die Loyalität arabischer Stammesführer. Schätzungen zufolge stammte mindestens die Hälfte der SDF-Kämpfer aus der arabischen Bevölkerung Nordost-Syriens. Als der bewaffnete Konflikt ausbrach, taten diese genau das, was zu erwarten war: Sie wechselten die Fronten.

Ankara zieht die Fäden im Hintergrund

Die Türkei, die Al-Sharaa maßgeblich zur Machtübernahme in Damaskus verhalf, lehnt jede Form kurdischer Selbstverwaltung kategorisch ab. Für Ankara ist die PYD nichts anderes als eine Unterorganisation der PKK – und damit ein Sicherheitsrisiko ersten Ranges. Präsident Erdogan pochte von Beginn an auf die sofortige Auflösung der SDF und die Errichtung einer Sicherheitszone entlang der syrisch-türkischen Grenze.

Die neue syrische Regierung unter Al-Sharaa taktierte entsprechend: einen Schritt vorwärts, zwei Schritte zurück. Eine regionale Selbstverwaltung kam nie ernsthaft in Frage. Die Integration der SDF als eigenständiger Block in die syrische Armee wurde ebenso abgelehnt. Was blieb, war das Angebot einer individuellen Eingliederung von Offizieren und Soldaten – eine Kapitulation auf Raten.

Washington wendet sich ab

Besonders bitter für die Kurden dürfte die Haltung der USA sein. Die Trump-Administration, einst engster Verbündeter im Kampf gegen den Islamischen Staat, hat die SDF faktisch fallengelassen. US-Botschafter Tom Barrack erklärte vergangene Woche unmissverständlich, die Daseinsberechtigung für eine Sicherheitspartnerschaft zwischen den USA und der SDF sei „weitgehend abgelaufen". Die Zusammenarbeit habe primär der Dezimierung des IS gedient – ein limitiertes Ziel, das nun erreicht sei.

Washington nimmt offenkundig mehr Rücksicht auf die Interessen seines NATO-Verbündeten Türkei als auf die Schicksale jener Kurden, die jahrelang als Bodentruppen gegen den IS dienten und dabei Tausende Kämpfer verloren.

Die Zukunft: Integration oder Unterdrückung?

Präsident Al-Sharaa hat seine Bedingungen unmissverständlich formuliert: Präsenz der Regierung in allen Gebieten, bedingungslose Integration der Streitkräfte in die syrische Armee und keine eigene kurdische Verwaltung. Die provisorische Verfassung erkennt zwar die ethnische Vielfalt Syriens an, betont jedoch gleichzeitig die arabisch-islamische Identität des Landes. Institutionelle Garantien für Minderheitenrechte? Fehlanzeige.

Al-Sharaa versuchte zuletzt, die kurdische Bevölkerung zu beruhigen. Die Kurden seien ein wichtiger Bestandteil Syriens, dürften ihre Sprache und Kultur ausüben. Doch solche Lippenbekenntnisse haben in der Geschichte des Nahen Ostens selten lange Bestand gehabt. Der Traum von einem föderalen Rojava – einem kurdischen Westkurdistan – ist vorerst ausgeträumt.

Die Entwicklung in Syrien zeigt einmal mehr, wie schnell sich geopolitische Konstellationen verschieben können – und wie wenig auf internationale Zusagen Verlass ist. Die Kurden, seit Jahrzehnten zwischen den Mühlsteinen regionaler und globaler Mächte zerrieben, stehen erneut vor einer ungewissen Zukunft.

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