
Libanons Goldschatz im Visier: Wenn Politiker das letzte Tafelsilber verscherbeln wollen
Ein Vorschlag sorgt im krisengeschüttelten Libanon für Aufruhr, der symptomatisch für den Umgang politischer Eliten mit Staatsvermögen steht: Der libanesische Industrieminister Joe Issa el-Khoury hat öffentlich angeregt, einen erheblichen Teil der nationalen Goldreserven zu veräußern. Der Erlös soll angeblich den geschädigten Bankkunden zugutekommen. Doch wer genau profitiert hier wirklich – und wer zahlt am Ende die Zeche?
Der dreiste Plan: Gold gegen Anleihen
In einem Beitrag auf der Plattform X präsentierte Khoury seinen Vorschlag mit erstaunlicher Nonchalance. Gold im Wert von rund 15 Milliarden Dollar solle verkauft werden, um damit zinslose Investmentanleihen zu erwerben. Diese Papiere würden dann an Einleger mit Guthaben von mehr als 100.000 Dollar verteilt. Der Minister verkauft dies als Verbesserung des bestehenden Finanzlückengesetzes – ein strukturierterer Weg zur Rückzahlung großer Einlagen, wie er behauptet.
Die Begründung klingt zunächst bestechend: Die libanesischen Goldreserven hätten sich seit Beginn der Finanzkrise 2019 im Wert mehr als verdreifacht. Von etwa 14 Milliarden Dollar seien sie auf über 45 Milliarden Dollar angestiegen. Mit rund 286,8 Tonnen Gold belegt der Libanon weltweit Platz 20 und in der arabischen Welt den zweiten Rang hinter Saudi-Arabien.
Die Empörung der Bevölkerung
Doch die libanesische Öffentlichkeit durchschaut das Manöver. Die Reaktionen fielen schnell und heftig aus. Kritiker argumentieren völlig zu Recht, dass ein solcher Goldverkauf die Last des Bankenzusammenbruchs von den eigentlich Verantwortlichen – den Banken und politischen Entscheidungsträgern – auf die gesamte Gesellschaft verlagern würde. Das Gold, so die einhellige Meinung, stelle den letzten finanziellen Sicherheitsanker des Landes dar.
Die Gegner fordern stattdessen Rechenschaftspflicht, die Rückforderung veruntreuter Gelder sowie grundlegende Reformen bei den Banken und der Zentralbank.
Der Goldverkauf würde zwar kurzfristige Erleichterung schaffen, aber keine Gerechtigkeit. Die wahren Profiteure der Krise – korrupte Politiker und Bankiers – kämen einmal mehr ungeschoren davon, während das Volksvermögen geopfert wird.
Ein Lehrstück für Europa
Was sich im Libanon abspielt, sollte auch deutschen Bürgern zu denken geben. In Krisenzeiten greifen Regierungen weltweit gerne auf das Staatsvermögen zurück, um die Folgen politischen Versagens zu kaschieren. Die geschätzten Verluste der libanesischen Finanzkrise belaufen sich auf mindestens 70 Milliarden Dollar – eine Summe, die seither vermutlich weiter gestiegen ist.
Gold hat sich einmal mehr als das erwiesen, was es seit Jahrtausenden ist: der ultimative Wertspeicher in unsicheren Zeiten. Während Papierwährungen und Bankeinlagen im Libanon praktisch wertlos wurden, hat sich der Goldbestand mehr als verdreifacht. Diese Entwicklung unterstreicht, warum physische Edelmetalle als Bestandteil eines diversifizierten Portfolios unverzichtbar sind.
Die zeitlose Bedeutung von Gold
Der Fall Libanon zeigt exemplarisch, warum Bürger gut beraten sind, einen Teil ihres Vermögens in physischen Edelmetallen zu halten. Gold und Silber sind nicht von Bankensystemen oder politischen Entscheidungen abhängig. Sie können nicht durch Inflation entwertet oder durch Bankenzusammenbrüche vernichtet werden. In einer Welt zunehmender wirtschaftlicher Unsicherheit und fragwürdiger politischer Entscheidungen bieten sie einen Schutz, den keine Papierwährung gewähren kann.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist für seine Investitionsentscheidungen selbst verantwortlich und sollte vor einer Anlageentscheidung eigene Recherchen durchführen sowie gegebenenfalls professionelle Beratung in Anspruch nehmen.

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