
Lindner rechnet ab: Merz scheitert an seinen eigenen Versprechen

Ein Jahr nach dem Amtsantritt von Friedrich Merz als Bundeskanzler meldet sich ausgerechnet jener Mann zu Wort, den der CDU-Chef einst zum politischen Sündenbock degradierte: Christian Lindner. Der frühere Bundesfinanzminister und langjährige FDP-Vorsitzende nutzt ein Interview mit der "Rheinischen Post", um mit der schwarz-roten Koalition schonungslos abzurechnen – und Merz dabei ein vernichtendes Zwischenzeugnis auszustellen.
Der Bumerang kehrt zurück
Lindner spart nicht mit pointierter Schärfe. Merz habe als Oppositionsführer schlichtweg unterschätzt, wie sehr Koalitionen mit linken Parteien bürgerliche Politik aushöhlen würden, so der frühere Finanzminister. Die Konsequenz sei eine Bilanz, die jeden bürgerlichen Wähler zur Verzweiflung treiben dürfte: höhere Schulden, höhere Steuern, mehr Bürokratie. Dass ausgerechnet ein Kanzler, der einst mit dem Versprechen einer wirtschaftspolitischen Wende angetreten sei, nun das Gegenteil dessen verantworte, was er versprochen habe, sei kein Zufall – sondern Folge einer fatalen Konstellation.
Besonders genüsslich erinnert Lindner an die einstigen Tiraden des CDU-Chefs gegen die FDP. Merz hatte den Liberalen in der Ampel-Koalition immer wieder vorgeworfen, sich nicht ausreichend gegen rot-grüne Politik gestemmt zu haben. Diese Kritik komme nun "wie ein Bumerang zurück", konstatiert Lindner trocken. Eine Genugtuung, die er kaum verbergen kann – und auch nicht verbergen müsste.
Kanzlerfähigkeit auf dem Prüfstand
Auf die Frage, ob Merz überhaupt das Zeug zum Kanzler habe, antwortet Lindner ausweichend, aber vielsagend: Das entscheide sich noch. Ein Satz, der mehr verrät als jede direkte Kritik. Mit kaum verhohlenem Spott verweist er auf den Vorgänger, der bei allen Defiziten zumindest den Mut besessen habe, Rot-Grün die sogenannte Zeitenwende abzuringen. Dass nun ausgerechnet Olaf Scholz als historisches Vorbild für Merz herhalten muss, dürfte im Konrad-Adenauer-Haus für Zähneknirschen sorgen.
Die Industrie verdunstet
Wirtschaftspolitisch zeichnet Lindner ein düsteres Bild. Die wirtschaftliche Substanz Deutschlands verdunste regelrecht, die Deindustrialisierung beschleunige sich. Schuld daran seien nicht allein geopolitische Verwerfungen, sondern auch die bittere Enttäuschung darüber, dass die versprochene Wirtschaftswende schlicht ausbleibe. Wer durch deutsche Industriegebiete fahre, sehe leerstehende Hallen, abgewickelte Produktionsstätten und Unternehmer, die längst die Koffer gepackt hätten.
Dass diese Diagnose nicht aus dem Mund eines beliebigen Oppositionspolitikers kommt, sondern von jemandem, der selbst die Staatsfinanzen verantwortete, verleiht ihr besonderes Gewicht. Lindner kennt die Mechanismen, er kennt die Tricks der Großkoalitionäre, und er weiß, wie schnell ein "Sondervermögen" von 500 Milliarden Euro die nächsten Generationen in eine Schuldknechtschaft treiben kann, aus der es kein Entrinnen gibt.
Die Quittung für gebrochene Versprechen
Was Merz im Wahlkampf versprochen hatte, klingt heute wie blanker Hohn: keine neuen Schulden, eine Wirtschaftswende, weniger Bürokratie, eine echte Migrationswende. Geliefert wurde das exakte Gegenteil. Das im Grundgesetz verankerte Klimaneutralitätsziel bis 2045, das gigantische Schuldenpaket, die Fortsetzung einer Migrationspolitik, die unsere Innenstädte unsicherer macht denn je – all das ist das Erbe einer Koalition, die ihre bürgerliche Maske spätestens nach der Wahl abgelegt hat.
Es ist eine bittere Ironie der Geschichte: Jene Wähler, die im Februar 2025 in Scharen zur Union zurückkehrten, weil sie auf eine echte Kursänderung hofften, schauen heute fassungslos auf eine Regierung, die sich von ihrer Vorgängerin in entscheidenden Fragen kaum noch unterscheidet. Die SPD diktiert weite Teile der Agenda, die Union liefert die Mehrheit – ein altes, erprobtes Spiel, das stets zu Lasten der Steuerzahler und der wirtschaftlichen Vernunft geht.
Was bleibt, ist die Sorge um Vermögen und Zukunft
Wer angesichts dieser Gemengelage auf staatliche Stabilität, solide Finanzpolitik oder gar wirtschaftspolitische Vernunft hofft, wird zunehmend enttäuscht. Die Inflation frisst sich weiter durch die Ersparnisse der Bürger, die Schuldenberge wachsen, und die politische Klasse hat offenbar keinen Plan, wie sie den Karren wieder aus dem Dreck ziehen will. In solchen Zeiten gewinnt die jahrhundertealte Weisheit der Vermögenssicherung durch physische Edelmetalle wieder enorm an Bedeutung. Gold und Silber haben jede Währungsreform, jede Hyperinflation und jede politische Verwerfung überdauert – ein Privileg, das weder Staatsanleihen noch Buchgeld für sich beanspruchen können.
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