
Luftverkehrssteuer gesenkt – doch der deutsche Flugstandort bleibt ein Sanierungsfall

Die neue Große Koalition unter Bundeskanzler Friedrich Merz hat sich dazu durchgerungen, die Luftverkehrssteuer zum 1. Juli 2026 zu senken. Ein längst überfälliger Schritt, möchte man meinen. Doch wer glaubt, damit sei der deutsche Luftverkehrsstandort gerettet, der irrt gewaltig. Die Probleme sitzen tiefer, die Belastungen sind struktureller Natur – und die Ticketpreise werden keinen Cent sinken.
Ein Tropfen auf den heißen Stein
Was die Bundesregierung als Entlastung verkauft, ist in Wahrheit nicht mehr als die Rücknahme einer Fehlentscheidung der gescheiterten Ampelkoalition. Im Jahr 2024 hatte die rot-grün-gelbe Regierung die Luftverkehrssteuer drastisch angehoben: Bei Kurzstrecken bis 2.500 Kilometer stieg der Satz von 12,73 auf 15,53 Euro, bei Mittelstrecken von 32,25 auf 38,72 Euro und bei Langstrecken von 58,06 auf satte 70,83 Euro. Diese Erhöhungen werden nun zurückgenommen – nicht mehr, nicht weniger.
Bundeskanzler Merz beziffert die finanzielle Entlastung für die Branche auf rund 350 Millionen Euro. Klingt nach viel, ist aber angesichts der Gesamtbelastung ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Steuermindereinnahmen sollen über den Verkehrshaushalt kompensiert werden – was letztlich bedeutet, dass der Steuerzahler an anderer Stelle zur Kasse gebeten wird.
Die wahren Kostentreiber bleiben unangetastet
Das eigentliche Problem liegt jedoch nicht allein bei der Luftverkehrssteuer. Der deutsche Flugstandort leidet unter einer erdrückenden Abgabenlast, die sich in den vergangenen Jahren nahezu verdoppelt hat. Die Entgelte für Flugsicherung und Sicherheitskontrollen sind kontinuierlich gestiegen, ebenso die Gebühren für Bodenabfertigung – vom Check-in über den Ramp Service bis hin zur Cateringlogistik.
Der Branchenverband BDL bestätigt, was Branchenkenner längst wissen: Die staatlich veranlassten Abgaben haben sich seit 2019 nahezu verdoppelt. Eine simple Reduzierung der Luftverkehrssteuer kann diese enorme Zusatzlast nicht kompensieren. Um den Standort wieder wettbewerbsfähig zu machen, bedürfte es eines grundlegenden Umdenkens in der Politik – doch davon ist wenig zu spüren.
Ryanair hat längst die Konsequenzen gezogen
Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair hat bereits im Oktober angekündigt, mit Beginn des Winterflugplans 2025 rund 800.000 Sitzplätze und 24 Verbindungen an neun deutschen Flughäfen zu streichen. Berlin, Hamburg, Köln/Bonn, Memmingen – überall wurden Kapazitäten abgebaut. Die Botschaft ist unmissverständlich: Deutschland ist für Airlines schlicht zu teuer geworden.
Ticketpreise werden nicht sinken
Wer nun hofft, als Passagier von der Steuersenkung zu profitieren, wird bitter enttäuscht werden. Der Luftfahrtexperte Heinrich Großbongardt bringt es auf den Punkt: Die Vorstellung, die Steuersenkung könne nennenswert neue Verbindungen anziehen, sei „politisches Wunschdenken". Und weiter: „Die Preise für Flugtickets werden dadurch keinen Cent sinken."
Der zentrale Kostenfaktor für Ticketpreise ist und bleibt der Kerosinpreis. Und dieser wird durch die CO₂-Steuer systematisch in die Höhe getrieben. Im Rahmen der EU-Klimaziele müssen Airlines Zertifikate im europäischen Emissionshandelssystem erwerben – eine Belastung, die sich direkt auf die Ticketpreise auswirkt und langfristig weiter steigen wird.
Die Klimapolitik als Standortkiller
Es ist eine bittere Ironie: Während die Bundesregierung mit einer Hand die Luftverkehrssteuer senkt, dreht sie mit der anderen Hand an der CO₂-Preisschraube. Erst zum Jahreswechsel wurde die CO₂-Steuer für die Sektoren Gebäude und Verkehr erneut angehoben. Private Verbraucher sehen sich dadurch mit steigenden Kosten beim Tanken und Heizen konfrontiert – und die Luftfahrtbranche leidet gleichermaßen.
Die neue Bundesregierung hat die Klimaneutralität bis 2045 sogar im Grundgesetz verankert. Ein Schritt, der Generationen auf Jahre hinaus verpflichten wird, die Kosten dieser ideologiegetriebenen Politik durch Steuern und Abgaben zu finanzieren. Friedrich Merz hatte versprochen, keine neuen Schulden zu machen – das 500 Milliarden Euro schwere Sondervermögen für Infrastruktur spricht eine andere Sprache.
Ein Standort im Niedergang
Der Flughafenverband ADV gibt sich optimistisch und erwartet nach der Steuersenkung einen Anstieg der Passagierzahlen: 5,2 Prozent mehr auf europäischen Verbindungen, 2,9 Prozent mehr auf Inlandsflügen und 3,1 Prozent mehr auf der Langstrecke. Doch diese Prognosen wirken angesichts der strukturellen Probleme wie Zweckoptimismus.
Die Wahrheit ist: Der deutsche Luftverkehrsstandort wurde über Jahre systematisch kaputtreguliert. Die Ampelkoalition hat mit ihrer ideologischen Klimapolitik den Grundstein für den Niedergang gelegt, und die neue Große Koalition scheint nicht willens oder in der Lage zu sein, das Ruder grundlegend herumzureißen. Eine Steuersenkung, die lediglich eine frühere Erhöhung rückgängig macht, ist kein Aufbruch – sie ist bestenfalls Schadensbegrenzung.
Deutschland braucht eine Politik, die Wirtschaft und Infrastruktur stärkt, statt sie durch immer neue Abgaben und Regulierungen zu erdrosseln. Doch solange die Klimaideologie das politische Handeln dominiert, wird der Flugstandort Deutschland weiter unter Druck stehen – und die Bürger werden die Zeche zahlen.
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