
Maduros Festnahme: Das venezolanische Drogennetzwerk operiert weiter – doch die Anklage bröckelt

Die spektakuläre Festnahme des venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro durch US-Spezialkräfte hat weltweit für Aufsehen gesorgt. Doch während Washington seinen vermeintlichen Triumph feiert, zeigen sich bereits erste Risse in der offiziellen Darstellung. Das berüchtigte „Cartel de los Soles" – jenes Netzwerk, das als Hauptbegründung für die drastische Aktion diente – bleibt nicht nur aktiv, sondern die Anschuldigungen gegen Maduro selbst geraten zunehmend ins Wanken.
Ein Kartell ohne klassische Struktur
Nach Angaben von US-Ermittlern handelt es sich beim „Cartel de los Soles" um ein loses Geflecht aus Militärs, Geheimdienstmitarbeitern und Politikern, das seit Jahren am internationalen Kokainhandel beteiligt sein soll. Die Struktur reiche von einfachen Soldaten bis in die höchsten Offiziersränge der venezolanischen Streitkräfte. Das Kokain werde meist in Kolumbien produziert und über venezolanisches Territorium in Richtung Karibik und Nordamerika geschmuggelt. Offiziere sollen dabei gegen Bezahlung die Transporte absichern.
Experten betonen jedoch, dass dieses Netzwerk keine klassische Organisation mit klarer Führungsstruktur darstelle. Auch ohne Maduro könnten lokale Akteure – von Militärs bis zu paramilitärischen Gruppen – weiterhin vom lukrativen Drogengeschäft profitieren. Eine Zerschlagung des Systems durch die Festnahme eines einzelnen Mannes erscheint daher mehr als fraglich.
Die Anklage wackelt bedenklich
Besonders brisant: Das US-Justizministerium unter Pam Bondi musste bereits einräumen, dass zentrale Behauptungen gegen Maduro auf tönernen Füßen stehen. Der Begriff „Cartel de los Soles" sei tatsächlich ein Slangausdruck, der in den 1990er Jahren von venezolanischen Medien erfunden wurde, um Beamte zu beschreiben, die Drogengeld als Bestechungsgelder annahmen. Die ursprüngliche Anklage von 2020 erwähnte das Kartell noch 32-mal und bezeichnete Maduro als dessen „Anführer". Ein überarbeitetes Dokument nach seiner Festnahme behauptet nun lediglich, er habe das Drogengeld-Patronagesystem „unterstützt".
Diese Kehrtwende erinnert fatal an andere fragwürdige Begründungen für amerikanische Interventionen – man denke nur an Tony Blairs berüchtigtes „Dossier" vor dem Irakkrieg 2003. Die dilettantische Vorbereitung solcher Aktionen scheint sich zu wiederholen.
Geopolitische Interessen hinter der Fassade
Kritiker vermuten hinter der Aktion weniger den Kampf gegen Drogen als vielmehr handfeste wirtschaftliche Interessen. Venezuela verfügt über die größten nachgewiesenen Ölreserven der Welt. Maduros Bestrebungen, die Ölquellen zu verstaatlichen und den Petro-Dollar zu unterlaufen, dürften in Washington auf wenig Gegenliebe gestoßen sein. Dass ausgerechnet US-Banken wie JP Morgan als Anlaufstellen für dubiose Gelder gelten, während man gleichzeitig gegen lateinamerikanische Staatschefs vorgeht, entbehrt nicht einer gewissen Ironie.
Die Verstrickungen der amerikanischen Geheimdienste in den internationalen Drogenhandel sind seit Jahrzehnten dokumentiert. Dass der CIA sich wiederholt „schwarzes Geld" durch solche Geschäfte beschafft hat, ist kein Geheimnis – wird aber in der aktuellen Berichterstattung geflissentlich ausgeblendet.
Ein gefährlicher Präzedenzfall
Was bleibt, ist ein gefährlicher Präzedenzfall: Ein amtierender Staatschef wird von einer fremden Macht festgenommen und vor deren Gerichte gestellt. Die Begründung dafür bröckelt bereits, doch der mediale Nachhall wird an Maduro haften bleiben. Die eigentlichen Profiteure des Drogenhandels – ob in Venezuela, Kolumbien oder den Vereinigten Staaten – dürften ihre Geschäfte derweil ungestört fortsetzen.
Die Frage, die sich stellt: Geht es Washington tatsächlich um den Kampf gegen Drogen und Korruption, oder nutzt man diese Vorwürfe lediglich als Vorwand für geopolitische Machtspiele? Die Geschichte lehrt uns, bei solchen Aktionen genau hinzuschauen – und die offiziellen Verlautbarungen mit der gebotenen Skepsis zu betrachten.
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