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Kettner Edelmetalle
28.01.2026
07:19 Uhr

Mehrwertsteuersenkung in der Gastronomie: Verbraucher gehen leer aus

Mehrwertsteuersenkung in der Gastronomie: Verbraucher gehen leer aus

Was als Entlastung für den gebeutelten deutschen Bürger gedacht war, entpuppt sich als milliardenschweres Geschenk an die Systemgastronomie. Seit Januar 2026 gilt für Speisen in Restaurants nur noch ein Mehrwertsteuersatz von sieben statt 19 Prozent – doch bei den Gästen kommt von dieser Ersparnis so gut wie nichts an. Eine erschreckende Bilanz, die einmal mehr zeigt, wie politische Maßnahmen an der Realität vorbeigehen.

Rechnerisch möglich, praktisch inexistent: Die ausgebliebene Preissenkung

Die Mathematik wäre eigentlich simpel gewesen. Rein rechnerisch hätten die Preise in deutschen Restaurants um etwa zehn Prozent sinken können. Der Burger für 16,18 Euro statt 18 Euro, die Pizza für 13,44 Euro statt knapp 15 Euro – so hätte es aussehen können, wenn die Gastronomen die Steuersenkung an ihre Kundschaft weitergegeben hätten. Doch die Realität sieht anders aus, und zwar dramatisch anders.

Eine umfassende Auswertung von Speisekarten zwölf großer Systemgastronomien offenbart das ganze Ausmaß der Enttäuschung: Bei der Mehrheit der untersuchten Ketten hat sich an den Preisen schlichtweg überhaupt nichts verändert. Die erhoffte Entlastung für Familien und Menschen mit kleinerem Budget? Ein frommer Wunsch, der an der Gier der Konzerne zerschellt.

McDonald's: Viel Lärm um fast nichts

Besonders pikant ist der Fall McDonald's. Der Fast-Food-Riese hatte im Dezember vollmundig angekündigt, etwas an Familien und Gäste mit kleinerem Budget zurückgeben zu wollen. Die Realität? Eine lächerliche Preissenkung von gerade einmal 0,97 Prozent. Sechs Menüs wurden vergünstigt, während 82 Artikel unverändert blieben. Dabei profitiert allein McDonald's von der Steuersenkung mit geschätzten 140 Millionen Euro jährlich – ein Betrag, der nun fast vollständig in die Konzernkassen fließt.

„Das wirkt auf mich eher wie eine reine PR-Aktion", urteilt Steuerexpertin Dominika Langenmayr von der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt vernichtend.

KFC dreht den Spieß sogar um

Während manche Ketten wenigstens den Anschein wahren und symbolische Preissenkungen vornehmen, geht die Fastfood-Kette KFC noch einen Schritt weiter in die falsche Richtung. Statt günstiger zu werden, stiegen die Preise dort im Durchschnitt sogar um 1,3 Prozent. Nur drei von 31 untersuchten Produkten wurden billiger. Die Begründung des Unternehmens klingt wie Hohn in den Ohren der Verbraucher: Die Franchisepartner erhielten durch die abgesenkte Mehrwertsteuer finanziellen Spielraum für Investitionen, die „spürbaren Mehrwert für die Gäste schaffen" würden.

Die üblichen Ausreden der Branche

Die Rechtfertigungen der Gastronomen gleichen sich wie ein Ei dem anderen. Gestiegener Mindestlohn, höhere Rohstoff- und Energiekosten, allgemeiner Investitionsdruck – das Repertoire an Ausflüchten ist so vorhersehbar wie ermüdend. L'Osteria etwa teilt mit, die Maßnahme schaffe den notwendigen Spielraum, um die Preise nicht sofort weiter zu erhöhen. Eine bemerkenswerte Verdrehung der Tatsachen: Aus einer Entlastung für Verbraucher wird kurzerhand ein Argument dafür, die Preise nicht noch stärker anzuheben.

3,5 Milliarden Euro Steuergelder – für wen eigentlich?

Die Nichtregierungsorganisation Foodwatch hatte bereits im Frühjahr 2025 gewarnt, dass eine Gastro-Mehrwertsteuersenkung vor allem ein Steuergeschenk für die Fast-Food-Branche sei. Diese Warnung hat sich nun in erschreckender Weise bewahrheitet. Rund 3,5 Milliarden Euro verzichtet der deutsche Staat 2026 auf Steuereinnahmen – Geld, das fast ausschließlich der Branche zugutekommt und nicht etwa den Bürgern, für die es eigentlich gedacht war.

Besonders bitter: Die kleinen Restaurants auf dem Land, die ohnehin mit niedrigen Umsätzen kämpfen, profitieren kaum von der Steuersenkung. Es handelt sich um eine umsatzabhängige Subvention, die vor allem den großen Systemgastronomien nützt. Die Schere zwischen Konzernen und inhabergeführten Betrieben wird damit weiter geöffnet.

Lichtblicke sind rar gesät

Fairerweise muss erwähnt werden, dass es vereinzelte positive Beispiele gibt. Peter Pane und Nordsee senken prozentual am stärksten die Preise. Bei Frittenwerk hängt die Weitergabe stark vom Standort ab – in manchen Filialen wurde die Mehrwertsteuersenkung komplett weitergegeben, in anderen stiegen die Preise sogar. Diese Uneinheitlichkeit zeigt, dass es durchaus möglich wäre, die Verbraucher an der Entlastung teilhaben zu lassen – wenn der Wille vorhanden wäre.

Ein weiteres Beispiel für politisches Versagen

Diese Entwicklung reiht sich nahtlos ein in eine Serie politischer Fehlentscheidungen, bei denen gut gemeinte Maßnahmen ihr Ziel verfehlen. Die Bundesregierung hatte die Mehrwertsteuersenkung im Dezember 2025 im Rahmen eines Steuerentlastungspakets beschlossen – mit dem ausdrücklichen Ziel, dass die Steuersenkung an Verbraucherinnen und Verbraucher weitergegeben wird. Doch ohne verbindliche Vorgaben oder Kontrollen bleibt dieser Wunsch ein frommer.

Studien aus Finnland und Schweden, wo die Mehrwertsteuer für Restaurants bereits vor Jahren gesenkt wurde, hätten die Verantwortlichen warnen müssen: Die allermeisten Restaurants geben Steuersenkungen nicht weiter. Doch offenbar hat niemand in Berlin diese Erkenntnisse zur Kenntnis genommen – oder man hat sie bewusst ignoriert.

Der deutsche Steuerzahler finanziert also einmal mehr ein Geschenk an die Wirtschaft, von dem er selbst nichts hat. Während die Konzernkassen klingeln, bleibt dem Bürger nur die bittere Erkenntnis, dass seine Interessen in der politischen Entscheidungsfindung offenbar keine Rolle spielen. Ein Trauerspiel, das sich in diesem Land leider allzu oft wiederholt.

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