
Möbel-Milliardär Krieger spendet an die AfD – und weigert sich, dafür zu kuschen

In einem politischen Klima, in dem schon ein freundliches Wort über die AfD ausreicht, um gesellschaftlich geächtet zu werden, sorgt eine nun öffentlich gewordene Parteispende für erhebliches Aufsehen. Der Berliner Möbel-Milliardär Kurt Krieger, Gründer der bekannten Einrichtungskette Höffner, hat der AfD im Jahr 2024 insgesamt 18.000 Euro zukommen lassen. Was in einer funktionierenden Demokratie eine Selbstverständlichkeit sein sollte – nämlich die finanzielle Unterstützung einer zugelassenen Partei – wird in Deutschland im Jahr 2026 offenbar zum Skandal hochstilisiert.
Die Fakten hinter der Aufregung
Wie aus dem jüngst veröffentlichten Rechenschaftsbericht der Bundestagsverwaltung hervorgeht, floss das Geld unter anderem an den AfD-Kreisverband Chemnitz. Dort hatte der mittlerweile 77-jährige Unternehmer 2023 das ehemalige Kaufhof-Gebäude erworben. Im Januar 2024 beschloss der Chemnitzer Stadtrat – mit den Stimmen der AfD – Teile der Stadtverwaltung in dem früheren Warenhaus unterzubringen. Formal wurde die Spende über die CMC Management GmbH abgewickelt, die inzwischen Kriegers 44-jähriger Tochter Stephanie gehört und ihren Sitz in Schönefeld an der südlichen Berliner Stadtgrenze hat.
Doch der erfahrene Geschäftsmann denkt gar nicht daran, sich hinter Firmenstrukturen zu verstecken. Gegenüber der Berliner Boulevardzeitung B.Z. stellte Krieger klar: „Das ist ja Familie." Er habe die Spende nicht provokant getätigt, schließlich werde ohnehin alles veröffentlicht. Eine erfrischende Offenheit, die man sich von so manchem Politiker in diesem Land wünschen würde.
Ein Unternehmer, der sich den Mund nicht verbieten lässt
Besonders bemerkenswert ist Kriegers Reaktion auf die unvermeidlichen Unterstellungen, die in Deutschland reflexartig folgen, sobald jemand die AfD unterstützt. Der Unternehmer wies den Vorwurf einer nationalsozialistischen Gesinnung entschieden zurück und verwies auf seine Biographie: Als Junge sei er bei den Falken gewesen, später habe er Pfarrer werden wollen. Eine solche Unterstellung sei „völlig fehlplatziert".
Stattdessen offenbarte Krieger eine politische Gelassenheit, die in der aufgeheizten deutschen Debattenkultur geradezu wohltuend wirkt. Es gebe „dufte Typen" in allen Parteien, erklärte er – und nannte ausgerechnet den Linken-Politiker Bodo Ramelow und den grünen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann als Beispiele. Seine zentrale Botschaft: Es sei nicht alles falsch, was die Linke sage, und eben auch nicht alles, was die AfD sage. Sein Unternehmen sei politisch völlig neutral.
Die eigentliche Frage, die niemand stellt
Man muss sich an dieser Stelle fragen, was es über den Zustand unserer Demokratie aussagt, wenn eine legale Parteispende von 18.000 Euro – ein Betrag, der für einen Milliardär mit einem von Forbes auf 1,1 Milliarden Euro geschätzten Vermögen kaum mehr als ein Rundungsfehler ist – landesweite Schlagzeilen produziert. Während Großkonzerne und Verbände seit Jahrzehnten Millionenbeträge an CDU, SPD, Grüne und FDP überweisen, ohne dass auch nur eine Augenbraue hochgezogen wird, reichen offenbar wenige tausend Euro an die AfD, um einen medialen Sturm zu entfachen.
Nach den gesetzlichen Vorgaben müssen Parteispenden von mehr als 10.000 Euro veröffentlicht werden – eine Transparenzregel, die für alle Parteien gleichermaßen gilt. Dass diese Transparenz nun ausgerechnet dazu genutzt wird, einen Unternehmer öffentlich an den Pranger zu stellen, dürfte kaum im Sinne des Gesetzgebers gewesen sein. Es entsteht vielmehr der Eindruck, dass in Deutschland eine Art informelle Zweiklassendemokratie entstanden ist: Spenden an die „richtigen" Parteien gelten als Bürgerpflicht, Spenden an die „falschen" als Charakterfehler.
Ein Signal, das über die Spende hinausweist
Kurt Kriegers Haltung steht exemplarisch für eine wachsende Zahl von Unternehmern und Bürgern, die sich nicht länger vorschreiben lassen wollen, welche politischen Positionen in diesem Land als akzeptabel gelten und welche nicht. In einer Zeit, in der die AfD in Berlin laut aktuellen Umfragen erstmals zur zweitstärksten Kraft aufgestiegen ist, erscheint die reflexhafte Empörung über jeden, der diese Partei unterstützt, zunehmend realitätsfern.
Die CMC Center Management GmbH betreut die Immobilien der von Krieger gegründeten Möbel-Höffner-Kette sowie weitere Objekte wie den Elbepark Dresden und das Chemnitz Center. Ob die mediale Aufregung dem Geschäft schadet oder nutzt, bleibt abzuwarten. Die Erfahrung zeigt allerdings, dass der deutsche Verbraucher pragmatischer ist, als es die Empörungsindustrie wahrhaben möchte. Wer ein gutes Sofa braucht, kauft es dort, wo Preis und Qualität stimmen – und nicht dort, wo die Parteispenden des Inhabers dem Zeitgeist entsprechen.

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