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16.02.2026
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Münchner Sicherheitskonferenz: Europa zwischen Selbstbehauptung und transatlantischer Ernüchterung

Münchner Sicherheitskonferenz: Europa zwischen Selbstbehauptung und transatlantischer Ernüchterung

Was für ein Schauspiel im Bayerischen Hof. Die 62. Münchner Sicherheitskonferenz ist Geschichte – und sie hinterlässt ein Europa, das zwischen trotzigem Aufbegehren und der nüchternen Erkenntnis seiner eigenen Schwäche schwankt. Während die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas das amerikanische „Bashing" gegen den alten Kontinent zurückwies, wurde hinter den Kulissen deutlich, wie tief die Risse im transatlantischen Fundament mittlerweile reichen.

Kallas kontert Washington – doch wie überzeugend ist Europas Selbstbewusstsein?

Die estnische Spitzendiplomatin fand deutliche Worte. Europa stehe keineswegs vor dem „Untergang seiner Zivilisation", wie manche in Washington suggerierten. Das „woke, dekadente Europa" – so die Vorwürfe aus US-Regierungskreisen – sei ein Zerrbild, das mit der Realität wenig gemein habe. Man sei miteinander verflochten gewesen, sei es noch und werde es auch in Zukunft bleiben, betonte Kallas. Schöne Worte. Doch die Frage drängt sich auf: Reicht rhetorische Entschlossenheit, wenn die militärischen Fähigkeiten Europas seit Jahrzehnten systematisch vernachlässigt wurden?

Genau hier liegt der wunde Punkt. Während Kallas die amerikanische Kritik als überzogen zurückwies, musste selbst Bundeskanzler Friedrich Merz in seiner Eröffnungsrede eine „Kluft" im transatlantischen Verhältnis eingestehen. US-Außenminister Marco Rubio gab sich zwar versöhnlich und bekannte sich zur Partnerschaft mit Europa – verband dies allerdings unmissverständlich mit der Erwartung, dem Kurs von Präsident Trump zu folgen. Eine Liebeserklärung mit Bedingungen, wenn man so will.

China wittert seine Chance

Während Europa und Amerika miteinander hadern, positioniert sich Peking geschickt als vermeintlich verlässlicher Partner. Chinas Außenminister Wang Yi warb bei seinem Treffen mit Kanzler Merz unverhohlen für eine „umfassende strategische Partnerschaft" auf „neuer Ebene". Deutschland solle ein „stabilisierender Anker" für die strategischen Beziehungen werden, so Wang. Man muss kein Geopolitik-Experte sein, um zu erkennen, was hier gespielt wird: China nutzt die transatlantische Verunsicherung eiskalt aus, um einen Keil zwischen die westlichen Verbündeten zu treiben.

Dass Merz Ende Februar erstmals als Kanzler nach Peking reisen soll, unterstreicht die Brisanz dieser Entwicklung. Seine erste Asien-Reise hatte er wohlweislich nach Indien geführt – ein Signal, das in Peking durchaus registriert wurde. Nun aber scheint die Anziehungskraft des chinesischen Marktes und die Verlockung einer strategischen Alternative zu Washington stärker zu werden. Ein gefährliches Spiel, denn wer glaubt, Pekings Avancen seien uneigennützig, der hat die kommunistische Parteiführung gründlich missverstanden.

Nawalny: Der Beweis für Putins Mordapparat

Abseits der großen geopolitischen Linien lieferte die Konferenz auch einen erschütternden Befund. Europäische Staaten – darunter Deutschland, Großbritannien, Schweden und die Niederlande – haben nachgewiesen, dass der russische Oppositionelle Alexej Nawalny mit dem hochpotenten Nervengift Epibatidin ermordet wurde. Bundesaußenminister Johann Wadephul sprach von einem Gift, dessen Wirkung 200 Mal stärker sei als Morphium und das die Atemmuskulatur lähme. Die Opfer erstickten qualvoll.

Nawalnys Witwe Julia Nawalnaja brachte es auf den Punkt: Nun habe man den Beweis, dass Wladimir Putin ein Mörder sei. Es ist bereits der zweite dokumentierte Giftanschlag auf Nawalny – nach dem Nowitschok-Attentat von 2020, das er nur dank der Ärzte der Berliner Charité überlebte. Dass er dennoch nach Russland zurückkehrte, zeugt von einem Mut, der in der heutigen politischen Landschaft seinesgleichen sucht. Sein Tod im Straflager von Charp im Februar 2024 war kein Zufall, sondern kalkulierter Staatsmord.

Söder mahnt zur Besonnenheit – und hat damit recht

Einer der bemerkenswertesten Auftritte gelang ausgerechnet Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. Während andere sich in antiamerikanischer Rhetorik übten, warnte der CSU-Chef eindringlich vor einem Bruch mit Washington. Europa sei „nicht annähernd in der Lage" – weder militärisch, noch sicherheitspolitisch, digital oder ökonomisch –, ohne die USA auszukommen. Das transatlantische Verhältnis sei wie eine „Beziehungskiste": Eine Delle, ja. Aber man solle nicht vorschnell ausziehen.

Besonders hellsichtig war Söders Einschätzung zum Thema europäischer Atomschirm. Merz hatte stolz verkündet, erste Gespräche mit Frankreichs Präsident Macron über eine europäische nukleare Abschreckung aufgenommen zu haben. Söder konterte nüchtern: Der französische Schirm sei „zu klein und auch nicht so gut ausgestattet wie der amerikanische". Ergänzend könne er sein – aber ohne die Amerikaner gehe es schlicht nicht. Eine Einschätzung, die NATO-Generalsekretär Mark Rutte im Wesentlichen teilte.

Verteidigungsausgaben: Deutschland auf dem richtigen Weg – endlich

Immerhin: In einem Punkt herrschte seltene Einigkeit. Deutschland müsse mehr in seine Verteidigung investieren. Rutte lobte die deutschen Pläne, die Verteidigungsausgaben bis 2029 auf über 150 Milliarden Euro zu verdoppeln. Wadephul mahnte, jetzt schlage „die Stunde Europas". Und selbst der scheidende Verteidigungsminister Boris Pistorius räumte ein, dass die USA zu Recht erwarteten, dass Europa „Stück für Stück die Verantwortung für die konventionelle Abschreckung und Verteidigung" übernehme.

Dass diese Einsicht erst nach Jahrzehnten der Vernachlässigung kommt – nach einer Ära Merkel, in der man sich lieber an russisches Gas klammerte als in die Bundeswehr zu investieren –, ist freilich ein Armutszeugnis. Nicht umsonst lobte der US-NATO-Botschafter Matthew Whitaker den neuen Kanzler mit den Worten: „Merz ist ein besserer Kanzler als Merkel." Ein Satz, der in seiner Schlichtheit mehr über das Versagen der vergangenen 16 Jahre aussagt als jede politikwissenschaftliche Analyse.

Iran-Proteste: Ein Volk begehrt auf

Am Rande der Konferenz demonstrierten rund 250.000 Menschen in München gegen das iranische Regime – deutlich mehr als erwartet. Der Exil-Oppositionelle Reza Pahlavi, Sohn des 1979 gestürzten Schahs, kündigte an, den „Übergang" zu einer säkularen, demokratischen Zukunft anführen zu wollen. Auch Selenskyj forderte ein sofortiges Ende der Mullah-Herrschaft und verwies auf die kontinuierliche Lieferung iranischer Drohnen an Russland, mit denen Menschen getötet und Infrastruktur zerstört werde.

Die schiere Größe der Demonstration zeigt, dass die Sehnsucht nach Freiheit und Demokratie im iranischen Volk ungebrochen ist. Ob die internationale Gemeinschaft diesmal den Mut aufbringt, mehr als nur warme Worte zu liefern, bleibt abzuwarten.

Das Fazit: Europa muss liefern – nicht nur reden

Die Münchner Sicherheitskonferenz 2025 hat eines überdeutlich gemacht: Die Ära des bequemen Sich-Versteckens hinter dem amerikanischen Schutzschild ist vorbei. Europa steht vor der Wahl, entweder endlich die militärische, wirtschaftliche und diplomatische Substanz aufzubauen, die seinen Ansprüchen gerecht wird – oder zum Spielball zwischen Washington, Moskau und Peking zu werden.

Konferenz-Leiter Wolfgang Ischinger sprach von einem „größeren Geist der europäischen Entschlossenheit". Entschlossenheit ist gut. Aber sie muss sich in Taten messen lassen, nicht in Sonntagsreden. Und hier liegt das eigentliche Problem: Jahrzehnte der Abrüstung, der wirtschaftlichen Abhängigkeit von autoritären Regimen und der ideologischen Selbstbeschäftigung haben Europa in eine Lage gebracht, in der selbst die entschlossensten Worte hohl klingen, solange ihnen keine konkreten Fähigkeiten folgen.

In Zeiten wie diesen, in denen geopolitische Verwerfungen die Weltwirtschaft erschüttern und die Zukunft der westlichen Sicherheitsarchitektur auf dem Spiel steht, erweisen sich physische Edelmetalle wie Gold und Silber einmal mehr als verlässlicher Anker der Vermögenssicherung. Wer sein Portfolio klug diversifizieren möchte, sollte die Beimischung von Edelmetallen als zeitlose Absicherung gegen politische und wirtschaftliche Unsicherheiten ernsthaft in Betracht ziehen.

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