
Ölpreis-Explosion zermalmt die größten Hedgefonds der Welt – Milliardenverluste in nur einer Woche
Es ist ein Blutbad an der Wall Street, wie man es selten erlebt. Die mächtigsten und vermeintlich klügsten Köpfe der Finanzwelt wurden in der vergangenen Woche von einer Ölpreis-Rallye überrollt, die ihresgleichen sucht. Hunderte Millionen Dollar – aufgelöst in Rauch. Die Ironie dabei: Ausgerechnet jene Fonds, die sich mit ihren ausgeklügelten Algorithmen und Armeen von Analysten für unverwundbar hielten, standen auf der falschen Seite des Trades.
Der Krieg gegen den Iran als Katalysator
Auslöser des Debakels war die militärische Eskalation im Nahen Osten. Nachdem die USA und Israel am 28. Februar eine Serie von Angriffen auf iranische Führungsziele und strategische Einrichtungen gestartet hatten, schoss der Rohölpreis auf nahezu 120 Dollar pro Barrel empor. Die Sorge vor massiven Förderausfällen trieb die Märkte in Panik – und mit ihnen jene Hedgefonds in den Abgrund, die massiv auf fallende Ölpreise gewettet hatten.
Dass Short-Positionen auf Öl zu den beliebtesten Konsens-Trades der Hedgefonds-Branche gehörten, war bereits Ende 2025 absehbar gewesen. Rekordhohe Leerverkaufspositionen trafen auf eine geopolitische Realität, die sich nicht an die Modelle der Quant-Strategen hielt. Ein klassischer Short Squeeze – brutal und gnadenlos.
Die Verlustliste liest sich wie ein Who's Who der Finanzwelt
Citadel, das Flaggschiff von Ken Griffin, verlor mit seinem Wellington-Fonds zwei Prozent in einer einzigen Woche. Besonders das Makro-Geschäft habe gelitten, heißt es. Dabei war der Fonds bis Ende Februar noch mit 2,9 Prozent im Plus gewesen.
Millennium Management unter Izzy Englander, das stolze 86,7 Milliarden Dollar verwaltet, musste einen Verlust von rund 1,5 Milliarden Dollar in der Woche bis zum 6. März hinnehmen. Was vom Jahresgewinn übrig blieb? Magere 0,75 Prozent. Zwei Monate Arbeit – praktisch ausradiert.
ExodusPoint traf es womöglich am härtesten: Der Multi-Strategie-Fonds gab sämtliche Jahresgewinne auf einen Schlag ab. 2,6 Prozent Plus bis Ende Februar – alles weg. Steve Cohens Point72 verlor 1,1 Prozent in der Woche, während Marshall Waces Eureka-Fonds mit einem Minus von 3,7 Prozent die schmerzhafteste Delle verzeichnete.
Balyasny verliert seinen Star-Analysten
Besonders aufschlussreich ist der Fall von Balyasny Asset Management. Der Fonds verlor in der vergangenen Woche 3,5 Prozent – und seinen prominentesten Rohstoff-Strategen gleich mit. Damien Courvalin, den Balyasny 2023 nach 16 Jahren bei Goldman Sachs abgeworben hatte, wo er als einer der renommiertesten Ölanalysten der Wall Street galt, hat das Unternehmen verlassen. Courvalin hatte bei Goldman die Forschungsabteilung geleitet, als die Bank Anfang 2020 korrekt einen Ölpreiseinbruch vorhergesagt hatte – damals fielen die Preise sogar unter null. Diesmal dürfte seine bärische Einschätzung zum Verhängnis geworden sein.
Dominoeffekte weit über den Ölmarkt hinaus
Die Verwerfungen beschränkten sich keineswegs auf den Energiesektor. Aktien, Anleihen und andere Anlageklassen erlebten einen breiten Ausverkauf. Hedgefonds, die auf den britischen Zinsmarkt gesetzt hatten, wurden ebenfalls kalt erwischt: Die Unruhen im Nahen Osten erzwangen eine dramatische Neubewertung der geldpolitischen Erwartungen der Bank of England. Die Rendite zweijähriger britischer Staatsanleihen schnellte innerhalb von fünf Tagen um 35 Basispunkte nach oben – die schlimmste Woche seit über drei Jahren.
Hinzu kamen ein schwacher US-Arbeitsmarktbericht und wachsende Nervosität rund um die Private-Credit-Branche, die die ohnehin angespannte Stimmung weiter belasteten. Erst Trumps Zusicherung, der Konflikt werde sich „sehr bald" lösen, brachte eine gewisse Beruhigung.
Die eigentliche Gefahr lauert noch
Die entscheidende Frage, die sich nun stellt, ist weitaus beunruhigender als die bisherigen Verluste: Wird das erzwungene Abbauen von Risikopositionen – das sogenannte Degrossing – auch den gewaltigen Basis-Trade erfassen? Dieser Trade, bei dem Hedgefonds winzige Preisunterschiede zwischen Staatsanleihen und Futures mit enormem Hebel ausnutzen, ist seit Jahren der wichtigste Gewinnmotor der Multi-Strategie-Fonds. Als genau dieser Trade im März 2020 implodierte, musste die US-Notenbank mit massiven Rettungspaketen einspringen. Die Parallelen sind beunruhigend.
Was diese Entwicklung einmal mehr eindrucksvoll demonstriert: In Zeiten geopolitischer Verwerfungen und extremer Marktvolatilität erweisen sich die vermeintlich sophistizierten Strategien der Finanzindustrie als erschreckend fragil. Während Hedgefonds Milliarden verbrennen, zeigt sich einmal mehr der zeitlose Wert physischer Edelmetalle als Krisenversicherung. Gold, das in Zeiten geopolitischer Unsicherheit traditionell als sicherer Hafen fungiert, dürfte auch in den kommenden Wochen von der Flucht aus risikobehafteten Anlagen profitieren. Wer sein Vermögen langfristig schützen möchte, sollte die Beimischung physischer Edelmetalle in ein breit diversifiziertes Portfolio ernsthaft in Betracht ziehen.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener, gründlicher Recherche basieren. Wir übernehmen keine Haftung für finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden. Konsultieren Sie im Zweifelsfall einen qualifizierten Finanzberater.

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