
Pekings Silber-Wette: Chinesischer Milliardär setzt Milliarden gegen den Edelmetall-Boom

Während westliche Anleger fieberhaft in Edelmetalle flüchten, schwimmt ein chinesischer Rohstoff-Titan gegen den Strom. Bian Ximing, ein zurückgezogen lebender Milliardär aus der Provinz Zhejiang, hat die größte Short-Position auf Silber an der Shanghaier Terminbörse aufgebaut – und verdient damit gerade ein Vermögen.
Vom Chaos zur Rohstoff-Dynastie
Geboren 1963 in Zhuji, mitten in einer der turbulentesten Phasen der chinesischen Geschichte, hat sich Bian Ximing zu einem der einflussreichsten Rohstoffhändler Asiens entwickelt. Im Jahr 2003 erwarb er Zhongcai Futures Co., das Herzstück seines heutigen Handelsimperiums. Der Milliardär, der einen Großteil seiner Zeit in Gibraltar verbringt, machte bereits seit Anfang 2022 fast drei Milliarden Dollar mit bullischen Wetten auf Gold-Kontrakte an der Shanghaier Börse.
Im Mai 2025 setzte er dann alles auf Kupfer – überzeugt davon, dass das Metall für Chinas technologiegetriebene Zukunft und den globalen Energiewandel unverzichtbar sei. Seine Position belief sich auf nahezu 90.000 Tonnen des roten Metalls.
Die große Silber-Wette gegen den Markt
Doch nun hat Bian eine spektakuläre Kehrtwende vollzogen. Laut Analysen von Börsendaten hält er mittlerweile die größte Netto-Short-Position auf Silber an der Shanghaier Terminbörse. Eine Wette, die ihn zum modernen Gegenspieler der legendären Hunt-Brüder macht, die in den späten 1970er Jahren versuchten, den Silbermarkt zu monopolisieren – und dabei spektakulär scheiterten.
„Bian's Big Short ist die Antithese zur bullischen Marktmanipulation der Hunt-Brüder."
Die Strategie ist nicht ohne Risiko. Bereits im vergangenen August baute Bian zunächst eine Long-Position auf, die ihm über 1,3 Milliarden Yuan Gewinn einbrachte. Im November begann er jedoch, seine Position zu drehen – ein Versuch, den Höhepunkt der Rally zu erwischen. Dabei geriet er zeitweise auf die Verliererseite.
Timing ist alles
Ende Januar beschleunigte Bian seine Short-Positionen dramatisch. Am 28. Januar stieg seine Position auf etwa 18.000 Lots, zwei Tage später – als Silber in Shanghai ein Allzeithoch erreichte – bereits auf 28.000 Lots. Heute hält er Short-Positionen im Umfang von etwa 450 Tonnen Silber, verteilt auf 30.000 Kontrakte.
Der scharfe Preisverfall der vergangenen Woche – Silber ist um mehr als 40 Prozent von seinen Rekordhochs gefallen – hat Bian einen Buchgewinn von rund zwei Milliarden Yuan, etwa 288 Millionen Dollar, beschert. Nach Abzug früherer Verluste dürfte sein Nettogewinn bei etwa einer Milliarde Yuan liegen.
Was bedeutet das für Edelmetall-Anleger?
Die Geschichte zeigt einmal mehr die extreme Volatilität der Rohstoffmärkte. Während kurzfristige Spekulanten wie Bian von Preisschwankungen profitieren können, bleibt für den langfristig orientierten Anleger die fundamentale Frage: Wohin steuern die Edelmetallpreise wirklich?
Physisches Gold und Silber haben über Jahrhunderte ihren Wert als Vermögenssicherung bewiesen – unabhängig von den Wetten einzelner Spekulanten. Gerade in Zeiten geopolitischer Unsicherheiten und einer zunehmend fragwürdigen Geldpolitik westlicher Zentralbanken bieten Edelmetalle eine solide Absicherung gegen Kaufkraftverlust und systemische Risiken.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist selbst für seine Investitionsentscheidungen verantwortlich und sollte vor dem Kauf von Wertpapieren oder Rohstoffen eine unabhängige Beratung in Anspruch nehmen sowie eigene Recherchen durchführen.

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