
Perfide Masche eines Kulturbeamten: 250 Frauen bei Bewerbungsgesprächen systematisch gedemütigt

Ein Fall, der selbst abgebrühte Beobachter fassungslos macht, erschüttert derzeit Frankreich. Die Pariser Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen ehemaligen Beamten des französischen Kulturministeriums wegen sexueller Übergriffe und schwerwiegender Eingriffe in die Intimsphäre von rund 250 Frauen. Was sich über Jahre hinweg in den Amtsstuben von Paris und Straßburg abspielte, liest sich wie das Drehbuch eines verstörenden Psychothrillers.
Harntreibende Mittel im Bewerbungskaffee
Die Vorgehensweise des Beschuldigten war ebenso perfide wie systematisch. Bei Bewerbungsgesprächen soll er den ahnungslosen Frauen harntreibende Substanzen in Kaffee oder Tee gemischt haben. Die Folgen waren vorhersehbar und vom Täter offenkundig beabsichtigt: Die Bewerberinnen gerieten in akute Notlagen, mussten vor seinen Augen urinieren oder nässten sich sogar ein. In einigen Fällen soll der Mann die entwürdigenden Situationen fotografisch dokumentiert haben.
Besonders perfide: Der Beamte lockte seine Opfer häufig unter dem Vorwand eines entspannteren Gesprächs zu Spaziergängen ins Freie – fernab jeder Toilette. So trieb er die Frauen gezielt in noch demütigendere Situationen. Eine Betroffene berichtete dem Sender BFMTV, dass ihr der Mann sogar bis in die Toilette gefolgt sei, um sie beim Urinieren zu belauschen. Eine andere Frau schilderte, wie sie in Straßburg notgedrungen auf offener Straße ihre Notdurft verrichten musste, während der Täter scheinheilig seinen Mantel vor sie hielt.
Akribische Buchführung des Grauens
Das wahre Ausmaß der Taten kam erst 2018 ans Licht, als der Beamte bei einer Dienstbesprechung dabei erwischt wurde, wie er heimlich unter dem Tisch die Beine einer Unterpräfektin fotografierte. Was die Ermittler anschließend auf seinem Computer fanden, übertraf alle Befürchtungen: Neben zahlreichen Fotos von Frauenbeinen entdeckten sie eine minutiös geführte Datei, in der der Mann seine Übergriffe dokumentiert hatte. Namen, Datum, Uhrzeit der Medikamentenverabreichung und die jeweiligen Konsequenzen für die Opfer – alles säuberlich notiert wie in einem perversen Buchhaltungssystem.
Behördenversagen und schleppende Ermittlungen
Was die Betroffenen zusätzlich empört: Die Ermittlungen gegen den längst suspendierten Beamten ziehen sich seit Jahren hin, ohne dass es bisher zu einem Gerichtsverfahren gekommen wäre. Noch skandalöser erscheint, dass es dem Mann offenbar gelang, während des laufenden Verfahrens unter falschem Namen an einer Hochschule in der Normandie zu unterrichten. Ein Systemversagen, das Fragen aufwirft.
Die Staatsanwaltschaft kündigte nun an, die Ermittlungen in diesem Jahr abschließen zu wollen. Betroffene Frauen, die bisher keine Aussage gemacht haben, werden aufgerufen, sich bei den Fahndern zu melden. Die erhoffte Stelle, auf die sich die gedemütigten Frauen beworben hatten, erhielten sie übrigens meist nicht. Der Täter hatte offenbar nicht nur sadistische Neigungen, sondern auch die Macht, über berufliche Schicksale zu entscheiden.

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