
Pjöngjangs atomare Drohgebärden: Kim Jong-un will Nukleararsenal massiv aufstocken
Während die Welt ohnehin an zahlreichen geopolitischen Brandherden lodert, gießt Nordkoreas Diktator Kim Jong-un nun weiteres Öl ins Feuer. Der selbsternannte „Oberste Führer" hat den Ausbau seines Atomwaffenarsenals zur absoluten Priorität erklärt – und verknüpft dies mit einer bemerkenswerten Mischung aus Drohungen und scheinbarer Dialogbereitschaft.
Mehr Sprengköpfe, mehr Raketen, mehr künstliche Intelligenz
Es sei der „feste Wille" seiner Partei, die nukleare Schlagkraft des Landes weiter auszubauen, ließ Kim über die staatliche Nachrichtenagentur KCNA verlauten. Konkret plane das Regime, die Anzahl der Atomwaffen zu erhöhen und die nuklearen Einsatzmittel erheblich zu erweitern. Auf der Wunschliste des Diktators stehen demnach leistungsfähigere Interkontinentalraketen, U-Boot-gestützte Abschussvorrichtungen und – man höre und staune – Angriffssysteme mit künstlicher Intelligenz. Ein Land, dessen Bevölkerung hungert, investiert also lieber in die Perfektionierung des eigenen Vernichtungspotenzials.
Das Stockholmer Internationale Friedensforschungsinstitut SIPRI schätzte zuletzt, dass Nordkorea bereits über rund 50 Atomsprengköpfe verfüge und genügend spaltbares Material für weitere 40 besitze. Zahlen, die angesichts der jüngsten Ankündigungen wohl bald nach oben korrigiert werden dürften.
Zuckerbrot und Peitsche: Kims doppeltes Spiel mit Washington
Gleichzeitig signalisierte der nordkoreanische Machthaber eine gewisse Gesprächsbereitschaft gegenüber den USA – freilich nicht ohne eine dreiste Vorbedingung. Washington müsse zunächst den Nuklearstatus Nordkoreas offiziell anerkennen. Erst dann gebe es „keinen Grund, warum wir nicht gut mit den USA auskommen können", so Kim. Eine Forderung, die in ihrer Unverfrorenheit kaum zu überbieten ist: Man baut illegal Massenvernichtungswaffen und verlangt dann, dass die Weltgemeinschaft dies als Normalzustand akzeptiert.
Bemerkenswert ist, dass Kim bislang sämtliche Annäherungsversuche von US-Präsident Donald Trump abgelehnt hatte. Der südkoreanische Geheimdienst spekulierte laut Berichten, dass Trump den nordkoreanischen Diktator möglicherweise im Rahmen seiner China-Reise Ende März treffen könnte. Ob es tatsächlich zu einem solchen Gipfel kommt, bleibt jedoch höchst ungewiss.
Südkorea als „feindlichster Feind"
Besonders alarmierend sind Kims Äußerungen gegenüber dem Nachbarn im Süden. Er bezeichnete Südkorea als den „feindlichsten Feind" und schmähte die versöhnliche Haltung der dortigen Regierung als „plump, trügerisch und ungeschliffen". Nordkorea könne „willkürliche Maßnahmen ergreifen", sollte Seoul ein „unangemessenes Verhalten" an den Tag legen. Und als wäre das nicht genug, schob Kim noch eine kaum verhüllte Vernichtungsdrohung hinterher: Ein „vollständiger Zusammenbruch Südkoreas" könne nicht ausgeschlossen werden.
Solche Worte sind mehr als bloße Rhetorik. Sie offenbaren die gefährliche Unberechenbarkeit eines Regimes, das sich durch keinerlei internationale Normen gebunden fühlt und dessen Machthaber offenbar fest entschlossen ist, die koreanische Halbinsel dauerhaft am Rande eines Konflikts zu halten.
Dynastische Nachfolge: Kims Tochter rückt ins Rampenlicht
Für zusätzlichen Gesprächsstoff sorgte die Anwesenheit von Kims Tochter Ju-ae bei der abschließenden Militärparade in Pjöngjang. Die junge Frau stand demonstrativ neben ihrem Vater auf der Tribüne – ein Bild, das Beobachter als weiteres Indiz dafür werten, dass Kim sie als seine Nachfolgerin aufbaut. Der südkoreanische Geheimdienst hatte zuvor entsprechende Einschätzungen veröffentlicht. Die kommunistische Dynastie, so scheint es, plant bereits die nächste Generation der Unterdrückung.
In Zeiten, in denen die internationale Ordnung ohnehin unter enormem Druck steht – vom Ukraine-Krieg über die Eskalation im Nahen Osten bis hin zu den globalen Handelskonflikten –, sind Nordkoreas nukleare Ambitionen eine weitere düstere Erinnerung daran, wie fragil der Weltfrieden tatsächlich ist. Und während westliche Regierungen sich in ideologischen Grabenkämpfen um Gendersternchen und Klimaziele verlieren, rüstet ein totalitäres Regime ungehindert auf. Man fragt sich unwillkürlich, ob die Prioritäten in den Hauptstädten Europas noch die richtigen sind.
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