
Politisches Erdbeben auf der Insel: Hochkarätiger Tory-Überläufer stärkt Farages Reform UK

Was sich in den vergangenen Tagen in Großbritannien abspielt, dürfte so manchem Beobachter des politischen Establishments die Sprache verschlagen. Robert Jenrick, ehemaliger Minister unter Boris Johnson und amtierender Abgeordneter im britischen Unterhaus, hat den Konservativen den Rücken gekehrt und sich Nigel Farages aufstrebender Partei Reform UK angeschlossen. Ein Paukenschlag, der die ohnehin angeschlagenen Tories in eine noch tiefere Krise stürzt.
Ein Minister rechnet ab
Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Farage ließ Jenrick keinen Zweifel daran, was ihn zu diesem drastischen Schritt bewogen hat. Der Niedergang Großbritanniens, so der frühere Wohnungsminister, sei das Werk beider Volksparteien – sowohl der Konservativen als auch von Labour. Explodierende Staatsverschuldung, unkontrollierte Migration und eine erdrückende Steuerlast hätten das Land in eine Abwärtsspirale getrieben, aus der es mit den etablierten Kräften keinen Ausweg gebe.
Besonders bemerkenswert sind Jenricks lobende Worte für Farage. Dieser sei die „allzu oft einsame Stimme des gesunden Menschenverstands" gewesen, während das politische Establishment die Augen vor den drängenden Problemen verschlossen habe. Eine Aussage, die wie ein Donnerschlag durch die Reihen der britischen Konservativen hallen dürfte.
Chaos bei den Tories
Die Reaktion der konservativen Parteiführung offenbart das ganze Ausmaß der Nervosität. Noch bevor Jenrick seinen Wechsel offiziell verkünden konnte, hatte Parteichefin Kemi Badenoch ihn bereits aus dem Schattenkabinett entlassen und seine Mitgliedschaft suspendiert. Farage kommentierte dieses Vorgehen mit spitzer Zunge: Badenoch habe „voreilig gehandelt", denn zum Zeitpunkt des Ausschlusses sei der Wechsel noch gar nicht endgültig beschlossen gewesen. Ein peinlicher Fauxpas, der die Panik im Tory-Lager nur allzu deutlich macht.
Jenricks beeindruckende Karriere
Der Überläufer ist keineswegs ein politisches Leichtgewicht. Seit 2014 sitzt Jenrick ununterbrochen im Parlament, seinen Wahlkreis Newark gewann er teilweise mit über 50 Prozent der Stimmen. Unter Theresa May diente er als Staatssekretär im Finanzministerium, Boris Johnson machte ihn zum Minister für Wohnen, Gemeinden und Kommunalverwaltung. Seinen Rücktritt als Staatssekretär für Immigration unter Rishi Sunak im Dezember 2023 begründete er damit, dass ihm ein Asylabkommen mit Ruanda nicht weit genug ging – ein klares Signal seiner migrationskritischen Haltung.
Reform UK auf dem Vormarsch
Mit Jenricks Wechsel stellt Reform UK nun sechs Abgeordnete im House of Commons. Doch damit nicht genug: Bereits am Montag hatte Farage den Übertritt des ehemaligen Bildungsministers Nadhim Zahawi verkünden können. Am Mittwoch folgten 21 Kommunalpolitiker, davon 15 von den Tories. Die Partei wächst in einem Tempo, das selbst optimistische Beobachter überrascht.
Farage kündigte zudem an, dass demnächst sogar ein prominenter Labour-Politiker zu Reform UK wechseln werde. Gleichzeitig erhöhte er den Druck auf potenzielle Überläufer: Nach den Kommunalwahlen im Mai werde seine Partei keine Parteiübertritte mehr akzeptieren. Wer wechseln wolle, müsse sich jetzt entscheiden.
Umfragen sprechen eine deutliche Sprache
Die aktuellen Umfragewerte dürften den etablierten Parteien schlaflose Nächte bereiten. Reform UK führt mit etwa 30 Prozent – weit vor Tories, Labour und selbst den Grünen, die zuletzt zu den großen Parteien aufschließen konnten. Durch die Schwäche der ehemals dominierenden Kräfte erscheinen Wahlkreissiege mit vergleichsweise kleinen relativen Mehrheiten vielerorts möglich. Der nächste reguläre Wahltermin steht zwar erst im Sommer 2029 an, doch die politische Landschaft Großbritanniens hat sich bereits jetzt fundamental verändert.
Ein Lehrstück für Deutschland?
Was sich auf der Insel abspielt, sollte auch hierzulande aufmerksam verfolgt werden. Farage demonstriert eindrucksvoll, wie eine konservative Bewegung durch geschicktes Agieren und klare Botschaften das politische Establishment vor sich hertreiben kann. Die Themen, die Reform UK stark machen – Migrationskontrolle, Steuersenkungen, nationale Souveränität – sind auch in Deutschland von brennender Aktualität. Während die britischen Konservativen in der Bedeutungslosigkeit zu versinken drohen, zeigt Farage, dass es einen Weg gibt, die Unzufriedenheit der Bürger in politische Kraft umzuwandeln.
Die kommenden Monate werden zeigen, ob Reform UK seinen Höhenflug fortsetzen kann. Eines steht jedoch bereits fest: Das politische Großbritannien erlebt gerade einen Umbruch historischen Ausmaßes – und Nigel Farage sitzt fest im Sattel.
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