
Rheinland-Pfalz: AfD auf dem Weg zum nächsten historischen Rekord im Westen

Während sich CDU und SPD in Rheinland-Pfalz ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Führung einer ohnehin feststehenden Großen Koalition liefern, zeichnet sich am politischen Horizont eine Entwicklung ab, die das Establishment in Mainz nervös machen dürfte: Die AfD steht vor einem neuen Rekordergebnis in einem westdeutschen Bundesland. Und die Grünen? Die stürzen auf ein Achtjahres-Tief.
Das Duell der Gleichgesinnten
Laut der jüngsten Infratest-dimap-Umfrage für die ARD liegt die CDU mit Gordon Schnieder bei 29 Prozent, dicht gefolgt von der SPD unter Ministerpräsident Alexander Schweitzer mit 28 Prozent. Beide Parteien hätten im Vergleich zur vorherigen Erhebung jeweils einen Prozentpunkt zugelegt. Ein Fotofinish, das an die Verhältnisse in Baden-Württemberg erinnert – wo sich kürzlich ein ähnliches Schauspiel abspielte.
Doch was bedeutet dieses Duell eigentlich für den Bürger? Im Grunde herzlich wenig. Denn egal, ob Schnieder oder Schweitzer am Ende den Ministerpräsidentenposten besetzt – es wird eine schwarz-rote Koalition geben. Die inhaltlichen Unterschiede zwischen beiden Lagern sind dabei so marginal, dass man sich unwillkürlich fragt, worin der demokratische Mehrwert dieses vermeintlichen Wettbewerbs eigentlich bestehen soll. Deutschland bewegt sich zunehmend auf ein System zu, in dem zwei Großparteien die Macht unter sich aufteilen, während echte politische Alternativen systematisch ausgegrenzt werden.
Die AfD als eigentlicher Gewinner
Der wahre Paukenschlag dieser Umfrage verbirgt sich auf Platz drei. Die AfD kommt auf stabile 19 Prozent – und das in einem westdeutschen Bundesland, in dem sie bei der letzten Landtagswahl 2021 gerade einmal 8,3 Prozent erreichte. Ein Zugewinn von über elf Prozentpunkten wäre nichts weniger als eine tektonische Verschiebung in der politischen Landschaft von Rheinland-Pfalz.
Sollte sich dieses Ergebnis am Wahltag bestätigen, würde die AfD ihren erst vor wenigen Tagen in Baden-Württemberg aufgestellten Rekord von 18,8 Prozent in einem westdeutschen Bundesland erneut übertreffen. Ein Trend, der sich nicht mehr wegdiskutieren lässt – auch wenn das politische Establishment und die ihm nahestehenden Medien dies nach Kräften versuchen.
Grüne im freien Fall – und die FDP? Nicht mehr messbar
Besonders bemerkenswert ist der Absturz der Grünen auf nur noch acht Prozent. Es handelt sich um den niedrigsten Umfragewert dieser Partei in Rheinland-Pfalz seit über acht Jahren. Ausgerechnet jene Partei, die ein AfD-Verbot zur Bedingung für eine Koalitionsbeteiligung gemacht hatte, wird vom Wähler abgestraft. Die Ironie könnte kaum größer sein: Statt die AfD zu schwächen, scheinen derartige Verbotsphantasien den Zuspruch für die Alternative nur weiter zu befeuern.
Noch dramatischer trifft es die FDP. Die einstige Partei der Freiheit und des wirtschaftlichen Sachverstands ist in Rheinland-Pfalz schlicht nicht mehr messbar und wird nur noch unter den Sonstigen geführt. Ein politisches Todesurteil für eine Partei, die einst als unverzichtbarer Bestandteil der deutschen Demokratie galt. Die Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP, die noch in Mainz regiert, dürfte mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit abgewählt werden – ein Schicksal, das sie mit ihrer Schwesterkoalition auf Bundesebene teilt, die bekanntlich bereits im November 2024 spektakulär zerbrach.
Die SPD verliert massiv – trotz Amtsbonus
Auch wenn die SPD im direkten Vergleich mit der CDU noch mithalten kann, offenbart ein Blick auf die Zahlen von 2021 das ganze Ausmaß des Vertrauensverlustes. Von 35,7 Prozent auf 28 Prozent – das entspricht einem Minus von fast acht Prozentpunkten. Ministerpräsident Schweitzer mag in der Direktwahlfrage mit 41 Prozent gegenüber Schnieders 23 Prozent deutlich vorne liegen, doch dieser persönliche Vorsprung übersetzt sich offenkundig nicht in Stimmen für seine Partei.
Was sagt uns das? Die Bürger in Rheinland-Pfalz mögen den Amtsinhaber persönlich schätzen, aber sie haben das Vertrauen in die Politik seiner Partei verloren. Kein Wunder, angesichts einer Bilanz, die von steigenden Lebenshaltungskosten, explodierender Kriminalität und einer Energiepolitik geprägt ist, die Familien und Mittelstand gleichermaßen an den Rand der Belastbarkeit treibt.
Ein Symptom des Systemversagens
Die Umfrageergebnisse aus Rheinland-Pfalz sind mehr als nur Zahlen auf einem Papier. Sie sind ein Seismograph für die Stimmung im Land. Dass die AfD in einem traditionell eher gemäßigten westdeutschen Bundesland auf fast 20 Prozent kommt, ist ein unmissverständliches Signal an die etablierten Parteien. Die Menschen haben genug von einer Politik, die ihre Sorgen ignoriert, ihre Sicherheit vernachlässigt und ihre wirtschaftliche Zukunft aufs Spiel setzt.
Statt sich mit den berechtigten Anliegen der Bürger auseinanderzusetzen, flüchten sich Teile des politischen Establishments in Verbotsphantasien und Ausgrenzungsstrategien. Dass ausgerechnet die Grünen, die ein AfD-Verbot zur Koalitionsbedingung erheben, gleichzeitig auf ein historisches Tief fallen, sollte selbst dem verblendetsten Ideologen zu denken geben. Der Wähler lässt sich nicht mehr bevormunden – und das ist gut so.
Die Landtagswahl am 22. März 2026 wird zeigen, ob die Umfragen recht behalten. Eines steht jedoch schon jetzt fest: Die politische Landschaft in Deutschland verschiebt sich – und zwar nicht nur im Osten, sondern zunehmend auch im Westen der Republik. Es wäre an der Zeit, dass die Verantwortlichen in Berlin und den Landeshauptstädten diese Botschaft endlich ernst nehmen, statt sie mit den üblichen Reflexen abzutun.

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