
Silber-Alarm der Commerzbank: 40 Dollar fair – doch Gold hält den Preis künstlich oben

Wer in diesen Tagen einen Blick auf den Silbermarkt wirft, reibt sich verwundert die Augen. Das weiße Edelmetall hat sich in einer komfortablen Handelsspanne zwischen 78 und 80 US-Dollar je Unze eingenistet – ein Niveau, das noch vor wenigen Jahren als pure Fantasie galt. Doch ausgerechnet die Commerzbank, eines der traditionsreichsten Finanzinstitute Deutschlands, meldet nun leise Zweifel an. Der faire Wert, so die Einschätzung der Analysten, liege eher bei 40 US-Dollar. Ein Realitätscheck, der vielen Anlegern sauer aufstoßen dürfte – und der dennoch keineswegs das Ende der Fahnenstange bedeutet.
Die goldene Nabelschnur des Silbermarktes
Thu Lan Nguyen, bei der Commerzbank verantwortlich für die Devisen- und Rohstoffanalyse, bringt das Dilemma auf den Punkt: Silber werde derzeit kaum von eigenen fundamentalen Faktoren getrieben. Weder die Renditen amerikanischer Staatsanleihen noch die Entwicklung des US-Dollars hätten den jüngsten Preisschub zu verantworten. Stattdessen sei es schlicht und ergreifend der große Bruder Gold, der das weiße Metall im Schlepptau mitzieht. Nguyen verweist darauf, dass Silber gegenüber Gold in den vergangenen Monaten eine deutliche Unterbewertung aufgebaut habe – eine Lücke, die nun mit der aktuellen Preisrally teilweise geschlossen worden sei.
Genau hier zeigt sich, wie verzerrt die Wahrnehmung vieler Marktteilnehmer ist. Bezieht man Gold in ein Bewertungsmodell ein, ergibt sich ein völlig anderes Bild, als wenn man Silber isoliert betrachtet. Ohne die goldene Nabelschnur wäre der faire Preis laut Commerzbank eben jene besagten 40 US-Dollar. Mit Gold als Referenzgröße passt das aktuelle Niveau hingegen deutlich besser ins Gesamtbild.
Zentralbanken als stille Preistreiber
Wer die eigentliche Ursache für den Höhenflug beider Edelmetalle verstehen will, muss sich die globale Gemengelage vor Augen führen. Gold wird weiterhin als sicherer Hafen gesucht, vor allem von Zentralbanken, die sich zunehmend aus dem Dollar-System verabschieden. In einer Welt, in der geopolitische Verwerfungen zum Dauerzustand geworden sind – vom andauernden Ukraine-Krieg über die explosive Lage im Nahen Osten bis hin zu den handelspolitischen Eskapaden der Trump-Administration – ist physisches Gold das einzige monetäre Asset, das keiner politischen Willkür unterliegt. Diese Funktion strahlt unweigerlich auf Silber ab.
Interessant ist Nguyens Beobachtung seit Ausbruch des Iran-Kriegs: Das Modell der Commerzbank ohne Gold-Komponente habe zuletzt eine geringere Korrektur angezeigt, als der Silberpreis sie tatsächlich vollzogen hat. Ein Teil der Überbewertung wurde damit bereits abgebaut – doch eine erhebliche Differenz bleibt bestehen.
Warum die Prognose trotzdem bullisch bleibt
Man könnte meinen, die Commerzbank würde nun zum Verkauf raten. Doch das Gegenteil ist der Fall. Das Institut hat seine Preisprognosen für beide Edelmetalle zuletzt sogar angehoben. Der Grund liegt in der erwarteten Zinspolitik der US-Notenbank: In der zweiten Jahreshälfte rechnen die Analysten mit Zinssenkungen der Federal Reserve. Ein solches Umfeld wirkt auf Edelmetalle wie Kerosin auf ein Lagerfeuer. Gold könnte laut Prognose wieder die Marke von 5.000 US-Dollar je Unze anpeilen – und Silber entsprechend auf 90 US-Dollar klettern.
Silber mag isoliert betrachtet teuer erscheinen. Doch solange Gold hoch bewertet bleibt und als Absicherung gegen geopolitische und monetäre Risiken gefragt ist, dürfte auch das weiße Metall weiter Rückenwind erhalten.
Was der Anleger daraus mitnehmen sollte
Die Analyse der Commerzbank ist ein bemerkenswertes Eingeständnis: Selbst etablierte Großbanken erkennen mittlerweile an, dass die klassischen Bewertungsmodelle in einer Welt aus Staatsschuldenexzessen, geopolitischer Instabilität und expansiver Geldpolitik an ihre Grenzen stoßen. Wer heute noch glaubt, Edelmetallpreise ließen sich allein über Industrienachfrage oder Minenangebot erklären, verkennt die monetäre Dimension, die Gold und Silber längst wieder angenommen haben. In einer Zeit, in der die deutsche Bundesregierung munter 500 Milliarden Euro Sondervermögen durchwinkt und die Inflation damit auf Jahrzehnte programmiert, gewinnen physische Edelmetalle als Vermögensschutz eine Bedeutung, die kaum zu überschätzen ist.
Ob der faire Wert nun bei 40 oder 80 Dollar liegt, ist für den langfristig orientierten Anleger am Ende zweitrangig. Entscheidend ist die Funktion, die Gold und Silber seit Jahrtausenden erfüllen: Sie bewahren Kaufkraft, wenn Papierwährungen und politische Versprechen kollabieren. Eine sinnvolle Beimischung physischer Edelmetalle zu einem breit gestreuten Portfolio bleibt daher auch in diesem Marktumfeld ein bewährtes Instrument zur Vermögenssicherung.
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