
Silber im Höhenrausch: Das weiße Metall stürmt auf die magische 100-Dollar-Marke zu

Was sich derzeit am Silbermarkt abspielt, lässt selbst hartgesottene Börsianer staunen. Mit einem fulminanten Kursanstieg von rund 30 Prozent seit Jahresbeginn hat das weiße Edelmetall alle anderen Anlageklassen regelrecht deklassiert. Bei einem neuen Allzeithoch von 93,69 US-Dollar pro Feinunze scheint die psychologisch bedeutsame Marke von 100 Dollar nur noch eine Frage der Zeit zu sein.
Bankenwelt in Aufruhr: Das Derivate-Pulverfass
Während Anleger jubeln, dürfte manchem Banker der kalte Schweiß auf der Stirn stehen. Die scharfe Preisrallye hat nämlich ein brisantes Problem offengelegt, das jahrelang unter dem Teppich gehalten wurde. Große internationale Finanzinstitute sollen ungedeckte Silber-Derivate in astronomischem Ausmaß emittiert haben – Finanzinstrumente, die sich bei weiter steigenden Preisen als tickende Zeitbomben erweisen könnten.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Während die weltweite Silber-Jahresproduktion bei etwa 800 Millionen Unzen liegt, halten große Banken Short-Positionen von rund 4,4 Milliarden Unzen. Ein Hebel, der seinesgleichen sucht! Bei einem Silberpreis um 90 US-Dollar ergibt sich daraus eine potenzielle Verbindlichkeit von sage und schreibe 390 Milliarden Dollar – mehr als die Marktkapitalisierung vieler internationaler Großbanken. Man muss kein Prophet sein, um zu erkennen, welches Desaster hier lauern könnte.
Papier ist geduldig – physisches Silber nicht
Besonders aufschlussreich ist die wachsende Kluft zwischen dem Papierpreis an den Börsen und dem tatsächlichen Marktpreis für physisches Silber. In China wird das Metall derzeit bei etwa 103,90 US-Dollar pro Unze gehandelt – ein satter Aufschlag von rund 12 Prozent auf den LBMA-Referenzpreis. Was sagt uns das? Der Markt für echtes, anfassbares Silber erzählt eine andere Geschichte als die Bildschirme der Derivatehändler.
Händler berichten von Lieferengpässen und mehrwöchigen Verzögerungen. Recycling-Ströme versiegen, während kluge Anleger ihr Metall horten. Die industrielle Nachfrage aus Bereichen wie Solarenergie, Halbleitern und Elektromobilität bleibt derweil ungebrochen hoch – und reagiert kaum auf den Preisanstieg. Wer physisches Silber braucht, muss es eben kaufen, koste es, was es wolle.
Solarbranche unter Druck
Die Kehrseite der Medaille trifft vor allem die Solarzellenhersteller mit voller Wucht. Dank einer Verdreifachung der Silberpreise innerhalb eines Jahres macht das Edelmetall mittlerweile rund 29 Prozent der Produktionskosten von Solarmodulen aus – verglichen mit bescheidenen 3,4 Prozent im Jahr 2023. Für eine Branche, die nach über zwei Jahren harter Verluste und erbitterter Konkurrenz verzweifelt versucht, wieder in die Gewinnzone zu kommen, ist das ein schwerer Schlag.
Trump-Administration sichert sich strategischen Zugriff
Inmitten dieses Marktgeschehens sorgt eine Entscheidung der US-Regierung für Aufsehen. Das Verteidigungsministerium hat die finanzielle Unterstützung für eine geplante Schmelzanlage in Arizona angekündigt, die sowohl Silber- als auch Metall-Konzentrate verarbeiten soll. Mit einer Investition von 2 Milliarden US-Dollar in das insgesamt 7 Milliarden Dollar schwere Projekt sichern sich die USA einen 40-prozentigen Anteil an der Anlage.
Dies ist ein weiterer kluger Schachzug der Trump-Administration, um die strategische Kontrolle über die Rohstoff- und Edelmetall-Lieferkette zurückzugewinnen. In Zeiten wachsender geopolitischer Spannungen und globaler Rohstoffknappheit zeigt Washington damit, dass man die Zeichen der Zeit erkannt hat. Während andere Regierungen noch über Klimaziele debattieren, handelt Amerika.
Technische Analyse: Wohin geht die Reise?
Der Silberpreis kennt seit dem historischen Ausbruch über 50 US-Dollar im vergangenen Oktober kein Halten mehr. Nach einem kurzen, aber heftigen Rücksetzer von 54,46 US-Dollar begann die eigentliche Ausbruchsbewegung, die bis heute anhält. Die Zahlen sind schlicht atemberaubend: Von 45,51 auf zuletzt 93,69 US-Dollar – ein Plus von 106 Prozent innerhalb von zweieinhalb Monaten!
Trotz der extrem überkauften Lage auf allen Zeiteinheiten und der unglaublichen Euphorie ist ein Ende der Rallye bislang nicht abzusehen. Die Volatilität hat dramatisch zugenommen – so kam es in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch innerhalb weniger Stunden zu einem scharfen Rücksetzer von 93,51 auf 86,42 US-Dollar, ein Minus von 7 Prozent. Solche Schwankungen sind nichts für schwache Nerven.
Psychologisch betrachtet will Silber offensichtlich die Marke von 100 US-Dollar sehen. Im langfristigen Bild sind aus der Cup-and-Handle-Formation sogar Kursziele im Bereich zwischen 250 und 500 US-Dollar berechenbar.
Das Szenario eines "Force Majeure"
Sollte der Silberpreis erneut über 93 US-Dollar steigen, könnte ein sogenanntes "Force Majeure"-Ereignis eintreten – also die Zahlungsunfähigkeit eines großen Short-Players. In diesem Extremfall könnte der Silberpreis über Nacht auf 150 US-Dollar katapultiert werden. Ein Szenario, das vor wenigen Jahren noch als Fantasie abgetan worden wäre, erscheint heute durchaus im Bereich des Möglichen.
All dies deutet auf den Beginn eines historischen Umbruchs hin, der möglicherweise den Zusammenbruch des Papiermarkts für Edelmetalle und den Start eines neuen Rohstoff-Superzyklus mit sich bringen könnte. Für Anleger, die bereits in physischem Silber investiert sind, könnten goldene – oder besser gesagt: silberne – Zeiten anbrechen.
Fazit: Physische Edelmetalle als Fels in der Brandung
Die aktuelle Entwicklung am Silbermarkt unterstreicht einmal mehr, warum physische Edelmetalle als Beimischung in einem breit gestreuten Anlageportfolio unverzichtbar sind. Während Papiergeld und Derivate kommen und gehen, behält echtes Metall seinen Wert. In einer Zeit, in der die Bundesregierung mit einem 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen die Inflation weiter anheizt und Generationen mit Schulden belastet, bieten Gold und Silber einen bewährten Schutz vor der schleichenden Enteignung durch Geldentwertung.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist selbst für seine Investitionsentscheidungen verantwortlich und sollte vor dem Kauf von Wertpapieren oder Edelmetallen eine eigene, gründliche Recherche durchführen sowie gegebenenfalls professionelle Beratung in Anspruch nehmen. Die dargestellten Informationen entsprechen dem aktuellen Kenntnisstand unserer Redaktion und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit.
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