
Speicherchip-Krise bedroht Smartphone-Industrie: Qualcomm und Arm schlagen Alarm
Was sich seit Monaten abzeichnete, nimmt nun bedrohliche Ausmaße an: Die unersättliche Gier der Künstlichen Intelligenz nach Rechenleistung droht den gesamten Elektronikmarkt in eine beispiellose Versorgungskrise zu stürzen. Die Rechenzentren dieser Welt verschlingen Hochleistungsspeicher in einem Tempo, das selbst Branchenexperten den Atem stocken lässt – und der gewöhnliche Verbraucher wird die Zeche zahlen müssen.
Qualcomm-Chef warnt vor drastischen Produktionskürzungen
Cristiano Amon, der Vorstandsvorsitzende von Qualcomm, dem weltweit größten Hersteller von Smartphone-Prozessoren, ließ auf einer Analystenkonferenz keinen Zweifel an der Dramatik der Lage. Speicherengpässe und Preisexplosionen würden das Ausmaß der gesamten Mobilfunkindustrie definieren, so seine düstere Prognose. Chinesische Kunden hätten bereits angekündigt, in diesem Jahr deutlich weniger Geräte zu produzieren.
Auch Arm Holdings, dessen Technologie in nahezu jedem Smartphone steckt und das einen Großteil seiner Einnahmen aus Lizenzgebühren bezieht, bestätigte die besorgniserregenden Entwicklungen. Die Botschaft ist unmissverständlich: Wer sich ein neues Smartphone oder einen PC anschaffen möchte, sollte nicht länger zögern.
Goldman Sachs: Die Knappheit ist real und beschleunigt sich
Die Analysten der Investmentbank Goldman Sachs haben ihre Kunden bereits gewarnt. William Chan formulierte es unmissverständlich: Die Speicherknappheit sei real und beschleunige sich aufgrund der Nachfrage aus dem KI-Infrastrukturbereich. Für die konventionelle Seite der Industrie – Smartphones, PCs und andere Unterhaltungselektronik – bleibe schlicht zu wenig übrig.
„Es gibt keine Entlastung, soweit ich weiß" – Intel-CEO Lip-Bu Tan über die Speicherkrise
Diese Einschätzung des Intel-Chefs lässt erahnen, dass die Engpässe noch Jahre andauern könnten. Eine Perspektive, die für Verbraucher und Hersteller gleichermaßen beunruhigend sein dürfte.
Chinesische Hersteller kürzen Produktionsziele drastisch
Laut chinesischen Medienberichten haben namhafte Smartphone-Produzenten wie Xiaomi, Oppo und Transsion ihre Lieferziele für 2026 bereits nach unten korrigiert. Oppo soll seine Prognosen sogar um bis zu 20 Prozent gesenkt haben. Die steigenden Speicherkosten machen eine rentable Produktion zunehmend schwieriger.
Nintendo gilt als eines der ersten prominenten Opfer dieser Entwicklung. Die Aktien des japanischen Spielekonzerns sind unter Druck geraten, da steigende Komponentenpreise – insbesondere für Hochleistungsspeicher – die Gewinnmargen zu schmälern drohen.
Preisexplosion bei Speichermodulen bereits sichtbar
Ein Blick auf Preisvergleichsportale offenbart das ganze Ausmaß der Krise. Der Preis für einen Crucial Pro DDR5 64GB RAM-Riegel ist innerhalb von nur sechs Monaten von 145 auf 790 Dollar explodiert – ein Anstieg um mehr als 400 Prozent. Branchenanalysten von TrendForce erwarten, dass in diesem Jahr rund 70 Prozent aller produzierten Hochleistungsspeicherchips von Rechenzentren absorbiert werden.
Diese Entwicklung zeigt einmal mehr, wie fragil globale Lieferketten sind und wie schnell technologische Umbrüche ganze Industrien in Turbulenzen stürzen können. Der KI-Boom, von vielen als Heilsversprechen gefeiert, entpuppt sich für den Durchschnittsverbraucher zunehmend als kostspieliges Unterfangen.

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