
Steuerlast steigt weiter: Bürger in Northeim-Herzberg zahlen 867 Millionen Euro an den Fiskus

Die Steuerschraube dreht sich unaufhaltsam weiter. Im Einzugsbereich des Finanzamts Northeim-Herzberg haben die Bürger im Jahr 2025 erneut tiefer in die Tasche greifen müssen. Stolze 867.702.000 Euro an Besitz- und Verkehrssteuern wurden von den 258 Beschäftigten des Finanzamts festgesetzt – ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr, als noch 862.543.000 Euro zusammenkamen. Während der Staat also immer mehr kassiert, müssen die Steuerzahler gleichzeitig länger auf die Bearbeitung ihrer Erklärungen warten.
Die Zusammensetzung der Steuerlast
Das Finanzamt Northeim-Herzberg ist zuständig für große Teile des Landkreises Northeim sowie Teile des Landkreises Göttingen, einschließlich des Bereichs Duderstadt und des früheren Altkreises Osterode. Die Steuereinnahmen setzen sich aus verschiedenen Quellen zusammen: Die Lohnsteuer macht mit 355.870.000 Euro den Löwenanteil aus, gefolgt von der Umsatzsteuer mit 312.129.000 Euro. Die Einkommensteuer trägt 102.382.000 Euro bei, während die Körperschaftsteuer 49.274.000 Euro einbringt.
Zur Einordnung: Die Lohnsteuer ist eine Erhebungsform der Einkommensteuer, die direkt vom Arbeitslohn abgezogen wird. Die Körperschaftsteuer hingegen betrifft juristische Personen wie Kapitalgesellschaften, Vereine und Genossenschaften. Die Umsatzsteuer schließlich wird auf den Verkauf von Waren und das Erbringen von Dienstleistungen erhoben – und trifft damit letztlich jeden Verbraucher.
Landesweiter Vergleich: Mittelfeld für Northeim-Herzberg
Im niedersächsischen Vergleich belegt das Finanzamt Northeim-Herzberg Platz 22 von 49 Veranlagungsfinanzämtern. Unangefochten an der Spitze thront Hannover mit einem gewaltigen Steueraufkommen von 8.883.316.000 Euro. Die Landeshauptstadt kassiert also mehr als das Zehnfache dessen, was in der Region Northeim-Herzberg zusammenkommt.
Längere Wartezeiten trotz Digitalisierung
Was den Bürger jedoch besonders ärgern dürfte: Die Bearbeitungszeit für Steuererklärungen hat sich spürbar verlängert. Laut dem Onlineportal lohnsteuer-kompakt.de liegt das Finanzamt Northeim-Herzberg mit durchschnittlich 50,7 Bearbeitungstagen nur noch auf Platz 268 im bundesweiten Ranking. Im Vorjahr waren es noch 46,5 Tage und Platz 194. Eine deutliche Verschlechterung also, während der Staat gleichzeitig mehr Geld einsammelt.
Deutlich effizienter arbeitet das benachbarte Finanzamt Goslar-Bad Gandersheim mit nur 43,2 Tagen Bearbeitungszeit, was Platz 104 entspricht. Im Bundesländervergleich landet Niedersachsen auf einem respektablen sechsten Platz. Spitzenreiter ist überraschenderweise Berlin mit 46,3 Tagen, während Bremen mit 74,3 Tagen das Schlusslicht bildet.
„Ein wesentlicher Grund für die schnelleren Bearbeitungszeiten sind Digitalisierung und Automatisierung in der Fallbearbeitung", erklärt Felix Bodeewes, Geschäftsführer von Lohnsteuer-kompakt.de.
Selbst die Hundesteuer steigt
Das Statistische Bundesamt hat für das Jahr 2024 einen Anstieg der Hundesteuereinnahmen um 2,2 Prozent auf 430 Millionen Euro verzeichnet. Parallel dazu stiegen die Preise für Hunde- und Katzenfutter um 2,3 Prozent. Der Staat greift also selbst bei den treuesten Begleitern des Menschen kräftig zu.
Die stetig steigende Steuerlast bei gleichzeitig sinkender Effizienz der Behörden wirft einmal mehr die Frage auf, ob der deutsche Steuerzahler für sein Geld auch einen angemessenen Gegenwert erhält. In Zeiten, in denen die neue Bundesregierung ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen plant und die Staatsschulden weiter explodieren, dürfte die Belastung der Bürger kaum sinken – im Gegenteil.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Steuerberatung dar. Die Inhalte entsprechen lediglich unserer eigenen Einschätzung und den uns vorliegenden Informationen. Für individuelle steuerliche Fragen sollten Sie stets einen qualifizierten Steuerberater konsultieren.












