
Südamerika als Rohstoff-Festung des Westens: Warum der Kontinent zum strategischen Trumpf wird
Während sich die geopolitischen Verwerfungen zwischen Ost und West immer weiter vertiefen und der Kampf um kritische Rohstoffe längst zu einem Schlachtfeld der Großmächte geworden ist, rückt ein Kontinent in den Fokus westlicher Strategen: Südamerika. Eine neue Analyse des Risikoberatungsunternehmens Verisk Maplecroft kommt zu dem Schluss, dass die Region die stabilste und politisch tragfähigste Option für westliche Nationen darstelle, die ihre Abhängigkeit von China bei kritischen Mineralien reduzieren wollen.
Der stille Krieg um Lithium, Kupfer und Seltene Erden
Die Studie erscheint zu einem Zeitpunkt, an dem die Vereinigten Staaten unter Präsident Trump und ihre Verbündeten ihre Bemühungen massiv verstärken, die Versorgung mit Lithium, Kupfer, Kobalt, Nickel, Graphit und Seltenen Erden zu sichern. Die Triebfedern sind offensichtlich: technologische Abhängigkeit von Peking, fragile Lieferketten und eine Geopolitik, die sich in atemberaubendem Tempo verschiebt. Washington plant demnach die Ausweitung strategischer Vorräte, und ein ambitionierter Zusammenschluss von 55 Ländern soll einen bevorzugten Handelsblock für kritische Mineralien etablieren.
Man muss kein Geostratege sein, um zu erkennen, dass hier ein fundamentaler Paradigmenwechsel stattfindet. Jahrzehntelang hat der Westen – geblendet von billigen Importen und der Illusion grenzenloser Globalisierung – seine Rohstoffversorgung sträflich vernachlässigt. Nun, da China den Würgegriff um die Lieferketten immer enger zieht, erwacht man aus dem Dornröschenschlaf. Besser spät als nie, möchte man meinen.
Argentinien, Brasilien, Chile und Peru als Stabilitätsanker
Verisk Maplecroft bewertete zehn Schwellenländer mit bedeutenden Rohstoffreserven anhand seines Resource Nationalism Index und politischer Risikodaten. Das Ergebnis ist eindeutig: Argentinien, Brasilien, Chile und Peru stechen hervor, weil sie große Rohstoffvorkommen mit vergleichsweise moderaten staatlichen Eingriffen und politischen Risiken kombinieren. Andere untersuchte Länder – darunter die Demokratische Republik Kongo, Indien, Indonesien, Madagaskar, die Philippinen und Tansania – schneiden deutlich schlechter ab.
„Was Südamerika unterscheidet, ist nicht das Ausmaß der Reserven, sondern die Verteilung des Risikos", erklärte Jimena Blanco, Chefanalystin bei Verisk Maplecroft. Die Produzenten der Region würden durchgängig große Vorkommen technologiekritischer Mineralien mit vergleichsweise moderatem Ressourcennationalismus und politischem Risiko verbinden.
Die Anden als risikoarme Zone
Besonders bemerkenswert: Die meisten südamerikanischen Produzenten gehören nicht zu den weltweit risikoreichsten Jurisdiktionen in Sachen Ressourcennationalismus. Peru, Chile und Argentinien zählen zu den stärksten Performern weltweit, während der Kongo, Indonesien und Tansania unter den 20 am stärksten exponierten Ländern von 198 bewerteten Staaten rangieren. Ein Unterschied wie Tag und Nacht.
Geopolitische Ausrichtung: Wer steht auf welcher Seite?
Die Studie räumt auch mit Annahmen über die geopolitische Ausrichtung auf. Mithilfe eines Geopolitical Alignment Tools, das Faktoren wie UN-Abstimmungsverhalten, Handelsabkommen und Sicherheitspartnerschaften erfasst, stellte Verisk Maplecroft fest, dass die meisten der zehn analysierten Länder auf der prowestlichen oder neutralen Seite des Spektrums stehen. Argentinien und die Philippinen würden als enge US-Verbündete gelten, während Chile, Madagaskar und Indien strategische Übereinstimmungen aufwiesen. Peru und Indonesien seien weitgehend neutral. Lediglich Brasilien, Tansania und der Kongo neigten stärker zu Washington-Rivalen – vor allem aufgrund engerer Beziehungen zu geopolitischen Gegenspielern der USA.
Die Überschneidung von beträchtlichen Reserven, handhabbarem politischem Risiko und günstiger geopolitischer Ausrichtung mache Südamerika zum Dreh- und Angelpunkt westlicher Diversifizierungsstrategien, so der Bericht.
Europa schläft – wieder einmal
Was bedeutet das für Deutschland und Europa? Während die USA unter Trump mit charakteristischer Entschlossenheit strategische Rohstoffreserven aufbauen und bilaterale Kooperationsrahmen schmieden – wie etwa das im Dezember 2025 mit dem Kongo lancierte Strategic Minerals Cooperation Framework –, tut sich die EU mit dem üblichen bürokratischen Schneckentempo hervor. Zwar hat Brüssel ein Freihandelsabkommen mit Indien geschlossen, das teilweise an Ambitionen bei Seltenen Erden geknüpft sei, doch von einer kohärenten, durchsetzungsfähigen Rohstoffstrategie kann kaum die Rede sein.
Deutschland, das sich unter der neuen Großen Koalition aus CDU/CSU und SPD eigentlich der wirtschaftlichen Stärke verschrieben hat, müsste hier deutlich aggressiver vorgehen. Die Abhängigkeit von chinesischen Lieferketten ist nicht nur ein wirtschaftliches, sondern ein sicherheitspolitisches Risiko ersten Ranges. Wer die Kontrolle über kritische Rohstoffe verliert, verliert langfristig auch die Kontrolle über seine technologische Souveränität – und damit über seine Zukunft.
Rohstoffe als das neue Gold der Geopolitik
„Die Sicherung technologiekritischer Mineralien ist nicht mehr nur eine wirtschaftliche Herausforderung", brachte es Blanco auf den Punkt. „Das Rennen wird nicht von dem gewonnen, der Risiken eliminiert, sondern von dem, der sie besser managt als die Konkurrenz." Ein Satz, der wie ein Weckruf klingen sollte – insbesondere für europäische Entscheidungsträger, die sich allzu oft in ideologischen Debatten über Klimaneutralität und Gendersternchen verlieren, statt die harten geopolitischen Realitäten anzuerkennen.
In einer Welt, in der Rohstoffe zunehmend als geopolitische Waffe eingesetzt werden, gewinnt auch die Frage der Vermögenssicherung für den einzelnen Bürger an Brisanz. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber – deren Preise nicht zufällig auf historischen Höchstständen notieren – bleiben in diesem Umfeld ein bewährter Anker der Stabilität. Wer sein Portfolio gegen die Unwägbarkeiten einer zunehmend fragmentierten Weltwirtschaft absichern möchte, tut gut daran, physische Edelmetalle als festen Bestandteil seiner Vermögensstrategie zu betrachten.
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