
Tech-Giganten im Goldrausch: Amazon plant offenbar Milliarden-Einstieg bei OpenAI
Die künstliche Intelligenz verschlingt Unsummen – und die großen Tech-Konzerne scheinen bereit, jeden Preis zu zahlen. Amazon, Microsoft und Nvidia befinden sich Berichten zufolge in Verhandlungen über eine monumentale Finanzierungsrunde für OpenAI, die bis zu 100 Milliarden Dollar umfassen könnte. Eine Summe, die selbst in Zeiten inflationärer Geldpolitik den Atem stocken lässt.
Astronomische Summen für ein Unternehmen mit hohen Verlusten
Das Wall Street Journal und das US-Portal The Information berichten übereinstimmend von Gesprächen zwischen den Tech-Riesen und dem ChatGPT-Entwickler. Die Zahlen, die dabei im Raum stehen, sind schwindelerregend: Amazon soll eine Investition von bis zu 50 Milliarden Dollar erwägen – andere Quellen sprechen von immerhin noch zehn bis 20 Milliarden. Nvidia, bereits bestehender Investor, verhandelt dem Vernehmen nach über bis zu 30 Milliarden Dollar, während Microsoft weniger als zehn Milliarden Dollar beisteuern könnte.
Bemerkenswert ist dabei, dass OpenAI nach wie vor tiefrote Zahlen schreibt. Das Unternehmen verbrennt Kapital in atemberaubendem Tempo, um neue Chips und Rechenzentren für den Betrieb seiner KI-Systeme zu finanzieren. Die geplante Finanzierungsrunde soll offenbar die Bedenken der Investoren hinsichtlich dieser massiven Verluste zerstreuen.
Zirkelgeschäfte und fragwürdige Bewertungen
Analysten warnen seit Monaten vor einer möglichen Blasenbildung im KI-Sektor. Der Grund liegt auf der Hand: Viele der Investments in und von OpenAI sind letztlich Zirkelgeschäfte. Das Geld, das beispielsweise bei Nvidia investiert wird, kommt durch den Kauf von Chips wieder bei seinem Ursprung an. Microsoft stellt OpenAI im großen Stil Clouddienste zur Verfügung – ein klassisches Geschäft, bei dem die linke Hand die rechte bezahlt.
Bei Amazon könnte sich dieses Muster nun wiederholen. Die Höhe der Investition des Konzerns in OpenAI hängt Berichten zufolge von anderen Geschäften ab, über die beide Unternehmen derzeit verhandeln. Amazon möchte OpenAI weitere Clouddienste seiner Tochter Amazon Web Services sowie selbst entwickelte KI-Chips verkaufen. Man fragt sich unwillkürlich: Handelt es sich hier um echte Wertschöpfung oder um ein gigantisches Kartenhaus?
Börsengang mit Billionen-Bewertung geplant
Parallel zu den Finanzierungsverhandlungen bereitet OpenAI offenbar einen Börsengang vor, der die Marktkapitalisierung des Startups auf mehr als eine Billion Dollar hieven könnte. Das Management hat dafür das vierte Quartal anvisiert und möchte dem Konkurrenten Anthropic zuvorkommen. Eine Billion Dollar für ein Unternehmen, das noch nie profitabel war – in früheren Zeiten hätte man solche Bewertungen als Wahnsinn bezeichnet.
Die Risiken werden systematisch ausgeblendet
Die Entwicklung wirft grundsätzliche Fragen auf. Während die Tech-Konzerne Milliarden in eine Technologie pumpen, deren langfristige Profitabilität keineswegs gesichert ist, wächst die Sorge vor einer neuen Schuldenkrise. Die gefährliche KI-Kreditwelle von Big Tech könnte sich als Bumerang erweisen, wenn die hochfliegenden Erwartungen nicht erfüllt werden.
OpenAI selbst ließ Anfragen zu den Verhandlungen unbeantwortet. Auch die anderen betroffenen Unternehmen hüllten sich in Schweigen. Diese Verschwiegenheit ist bezeichnend für eine Branche, die einerseits Transparenz predigt, andererseits ihre eigenen Geschäfte im Verborgenen abwickelt.
Für den konservativen Anleger stellt sich die Frage, ob die aktuelle KI-Euphorie nicht an die Dotcom-Blase der Jahrtausendwende erinnert. Damals wie heute wurden astronomische Summen in Unternehmen gepumpt, deren Geschäftsmodelle mehr auf Hoffnung als auf soliden Fundamentaldaten basierten. Die Geschichte lehrt uns, dass solche Exzesse selten gut enden.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Investitionen in Technologieunternehmen und andere Kapitalanlagen sind mit erheblichen Risiken verbunden. Jeder Anleger ist für seine Investitionsentscheidungen selbst verantwortlich und sollte vor einer Anlageentscheidung eine unabhängige Beratung in Anspruch nehmen sowie eigene Recherchen durchführen. Physische Edelmetalle können als Beimischung zu einem breit gestreuten Portfolio zur Vermögenssicherung beitragen.

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