
Trump eskaliert Nachbarschaftsstreit: Neue Brücke nach Kanada soll blockiert werden
Was sich derzeit zwischen Washington und Ottawa abspielt, hat mit diplomatischem Feingefühl etwa so viel zu tun wie ein Vorschlaghammer mit Filigranarbeit. US-Präsident Donald Trump hat im schwelenden Handelskonflikt mit dem nördlichen Nachbarn Kanada eine weitere Front eröffnet – und diesmal geht es um eine Brücke. Genauer gesagt um die Gordie Howe International Bridge, ein milliardenschweres Infrastrukturprojekt, das die kanadische Stadt Windsor mit der US-Metropole Detroit verbinden soll.
„Jetzt wendet sich das Blatt" – Trumps unmissverständliche Drohung
Auf seiner Plattform Truth Social ließ der 47. Präsident der Vereinigten Staaten keinen Zweifel daran, wer in diesem Spiel die Regeln bestimmt. Kanada habe die USA „jahrzehntelang sehr unfair behandelt", schrieb Trump. Er werde die Eröffnung der Brücke schlicht nicht zulassen, bis Ottawa die Vereinigten Staaten mit „Fairness und Respekt" behandle. Darüber hinaus forderte er, dass die Brücke mindestens zur Hälfte den USA gehören müsse. Man werde „unverzüglich Verhandlungen aufnehmen".
Die kanadische Regierung erwarte offenbar, dass er es zulasse, „Amerika auszunutzen", polterte Trump weiter. Was die Vereinigten Staaten im Gegenzug erhielten? „Absolut NICHTS!" Konkretere Angaben zu seinen Forderungen blieb der Präsident freilich schuldig – ein Muster, das man von ihm mittlerweile kennt.
Eine Brücke als Geisel der Geopolitik
Die Gordie Howe International Bridge ist alles andere als ein spontanes Projekt. Seit Jahren geplant, mit sechs Fahrspuren ausgestattet und sogar für Fußgänger und Radfahrer konzipiert, sollte das Bauwerk den ohnehin enormen Handelsverkehr zwischen beiden Ländern weiter erleichtern. Die Eröffnung war für dieses Jahr vorgesehen. Kanada finanziert nach eigenen Angaben die gesamten Baukosten, die über Mautgebühren refinanziert werden sollen.
Doch genau hier setzt Trumps Kritik an. Er warf Ottawa vor, beim Bau keine amerikanischen Produkte – insbesondere keinen US-Stahl – verwendet zu haben. Ein Vorwurf, der in seiner „America First"-Logik durchaus Gewicht hat, aber die Frage aufwirft, ob man ein fast fertiggestelltes Bauwerk tatsächlich als Verhandlungsmasse in einem Handelskrieg missbrauchen sollte.
Carneys China-Annäherung als zusätzlicher Brandbeschleuniger
Was die Situation zusätzlich verschärft, ist die jüngste Annäherung des kanadischen Premierministers Mark Carney an Peking. Carney hatte nach einer China-Reise Anfang Januar beim Weltwirtschaftsforum in Davos eine bemerkenswerte Rede gehalten, die weithin als Kritik an Trumps aggressiver Handelspolitik verstanden wurde. „Die alte Weltordnung ist tot", erklärte der kanadische Regierungschef – Worte, die in Washington offenbar nicht gut ankamen.
Trump reagierte prompt und drohte Kanada mit einem 100-Prozent-Zollsatz auf sämtliche Warenimporte. Auch Strafzölle auf kanadische Flugzeuge standen plötzlich im Raum. Man muss kein Diplomat sein, um zu erkennen: Hier geht es längst nicht mehr nur um eine Brücke oder Handelsbilanzen. Es geht um Machtdemonstration in Reinform.
Zölle als Universalwaffe – auch gegen Verbündete
Trumps Vorliebe für Zölle als politisches Druckmittel ist hinlänglich bekannt. Bereits in seiner ersten Amtszeit setzte er dieses Instrument mit einer Begeisterung ein, die selbst hartgesottene Wirtschaftsexperten erschaudern ließ. Dass dabei auch traditionell enge Verbündete wie Kanada nicht verschont bleiben, überrascht niemanden mehr. Allerdings sei angemerkt, dass Trump Zölle bisweilen auch nur als Drohgebärde einsetzt, ohne sie letztlich umzusetzen – ein Pokerspiel, bei dem die Weltwirtschaft als Einsatz dient.
Für europäische Beobachter – und insbesondere für Deutschland – sollte dieses Schauspiel ein Weckruf sein. Wenn Trump nicht einmal seinen engsten Nachbarn verschont, was bedeutet das dann für die EU, die bereits mit 20-Prozent-Zöllen auf ihre Exporte in die USA konfrontiert ist? Die Antwort liegt auf der Hand: In einer Welt, in der Handelsbeziehungen zunehmend als Waffe eingesetzt werden, wird die Absicherung des eigenen Vermögens wichtiger denn je.
Gerade in solch unsicheren Zeiten, in denen geopolitische Spannungen die Märkte erschüttern und Währungen unter Druck geraten können, erweisen sich physische Edelmetalle als verlässlicher Anker der Vermögenssicherung. Gold und Silber haben über Jahrtausende hinweg bewiesen, dass sie Krisen überdauern – ganz gleich, welcher Präsident gerade welche Brücke blockieren möchte.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener, sorgfältiger Recherche basieren. Wir übernehmen keine Haftung für finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Beitrags getroffen werden.
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